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20:44 18 Oktober 2019
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    Journalisten gefeuert: CNN sitzt die Angst im Nacken

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    Der US-amerikanische Fernsehsender CNN hat Angst vor einem Gerichtsverfahren mit eventuellen Millionenstrafen, schreibt die Zeitung „Rossijskaja Gaseta“ am Mittwoch.

    Warum hat CNN drei Mitarbeiter entlassen, die direkt bzw. indirekt für die Veröffentlichung eines Artikels über den angeblichen russischen Einfluss auf die US-Wahlen verantwortlichen waren? Offiziell haben die Journalisten CNN nach eigenem Wunsch verlassen. Doch wie BuzzFeed berichtet, war die Geschichte mit der Löschung des besagten Artikels ein großer Skandal, der disziplinieren soll.

    An der internen Untersuchung des Falls nahmen der Präsident von CNN Worldwide sowie der Chef der Personalabteilung teil, was das Ausmaß der Untersuchung zeigt. Zu den entlassenen Journalisten gehören ein bekannter Reporter, der 30 Jahre lang  für die größten US-Zeitungen arbeitete, darunter in Kriegsgebieten, und ein Veteran der „New York Times“, der 2006 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet wurde.

    Laut Insider-Informationen wurde auf einer Versammlung der CNN-Mitarbeiter gesagt, dass die Löschung des Artikels nicht bedeute, dass die darin enthaltenen Fakten fehlerhaft seien. Es gehe nur darum, dass die veröffentlichte Story nicht fundiert genug gewesen sei, um auf der Webseite zu erscheinen. Solche Rechtfertigungen führen natürlich zu der Frage, warum CNN dann seinen Fehler zugab und einen Bericht vorbereitete, laut dem Artikel über Russland in Zukunft „von oben” abgesegnet werden müssen.

    Als wahrscheinlichste Version gilt wohl der fehlende Wunsch von CNN, sich in einen großen Skandal mit möglichen Millionenstrafen zu manövrieren, da die im Artikel dargelegten Fakten an den Haaren herbeigezogen wurden. Die Verfasser des Artikels versuchten, das Treffen des Chefs des Russischen Fonds für Direktinvestitionen (RDIF), Kirill Dmitrijew, mit dem US-Unternehmer Anthony Scaramucci beim Weltwirtschaftsforum in Davos  im Januar als eindeutigen Beweis der Verbindungen zwischen Trumps Team und Moskau darzustellen. Scaramucci gehörte damals zum Übergangsteam Trumps und der russische Fonds soll angeblich von der von US-Sanktionen betroffenen Vneshekonombank kontrolliert werden. Das war der erste Fehler. Der RDIF hat mit der Vneshekonombank nichts zu tun und ist unabhängig. Zudem steht der Fonds nicht auf der Sanktionsliste. Das heißt, dass das Treffen nicht als ein kriminell-politisches Ereignis betrachtet werden kann.

    Zudem wurde in dem CNN-Artikel der geschäftliche Ruf von Scaramucci in Zweifel gezogen. Dabei ging es um eine angebliche Untersuchung der Kontakte des US-Unternehmers mit der Leitung des russischen Fonds durch den Kongress. Doch es wurden keine Beweise vorgelegt außer Behauptungen einer anonymen Quelle, deren Angaben anschließend im Kongress widerlegt wurden. Im Falle eines Gerichtsverfahrens hätte das Weiße Haus CNN wohl öffentlich die Verbreitung von Fake-News vorgeworfen.

    Die Entlassung der Reporter kann als vorbeugender Schritt betrachtet werden, damit Trump CNN nicht unter Beschuss nehmen kann.

    Wie die Zeitung „The Hill“ berichtete, sind ein weiterer möglicher Grund für die neue CNN-Redaktionspolitik die Umfrageergebnisse. So interessieren sich die meisten Anhänger der Demokraten nicht mehr für das Thema der angeblichen Verbindungen zwischen Moskau und Trump. Je länger sich die Demokraten also mit der „russischen Tagesordnung“ befassen werden, desto größer sind die Chancen, bei den kommenden Kongresswahlen zu verlieren.

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    Tags:
    Entlassung, The Hill, Russischer Fonds für Direktinvestitionen (RDIF), New York Times, CNN, Anthony Scaramucci, Kirill Dmitrijew, Russland, USA