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20:24 20 August 2019
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    Syriens Präsident Bashar al-Assad während Hmeymim-Besuch (Archivbild)

    Syrien: Assad antwortet USA mit Besuch auf russischer Luftwaffenbasis

    © REUTERS / SANA
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    Nesawissimaja Gaseta
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    Russlands Generalstabschef Valeri Gerassimow hat sich mit dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad auf dem russischen Militärstützpunkt Hmeimim getroffen, schreibt die "Nesawissimaja Gaseta" am Mittwoch.

    Dabei seien „Fragen der Koordinierung der Handlungen der syrischen Regierungstruppen unter Mitwirkung der Luft- und Weltraumtruppen Russlands im Kampf gegen internationale terroristische Gruppierungen“ besprochen worden, informierte das russische Verteidigungsministerium nach dem Treffen. Es sei auch das Thema Einhaltung der Waffenruhe im Sinne des Memorandums zur Einrichtung von Deeskalationszonen erörtert worden.

    Möglicherweise hat Assad mit seinem ersten Hmeimim-Besuch einfach auf die jüngsten Aussagen in Washington in Bezug auf Syrien geantwortet. Wie der Sprecher des Weißen Hauses, Sean Spicer, einen Tag zuvor erklärt hatte, wollen die Amerikaner erfahren haben, dass Assads Regime einen neuen Angriff unter dem Einsatz von Chemiewaffen vorbereiten würde, „wobei viele friedliche Einwohner, darunter unschuldige Kinder, ums Leben kommen könnten“. Der Sprecher der Trump-Administration warnte, dass Damaskus „einen hohen Preis“ zahlen müsste, wenn es tatsächlich Giftgas einsetzen sollte.

    Allerdings behaupteten gleich fünf verschiedene Mitarbeiter des US-Verteidigungsministeriums gegenüber der Website BuzzFeed, keine Informationen zu haben, in welchen Gebieten Syriens die Giftgasattacke vorbereitet werden könnte. Noch mehr als das: Die Pentagon-Vertreter betonten, sie hätten nicht von der Absicht der Trump-Administration gewusst, eine solche Erklärung abzugeben, obwohl derartige öffentlichen Aussagen normalerweise mit den Sicherheitsbehörden im Voraus abgesprochen werden.

    In Damaskus weist man solche Anschuldigungen natürlich zurück. Aussöhnungsminister Ali Haidar erklärte beispielsweise, dass solche Aussagen Washingtons „eine diplomatische Schlacht“ in der UNO auslösen könnten.

    Auch im Kreml findet man diese Behauptungen des Weißen Hauses unbegründet.

    „Natürlich halten wir derartige Drohungen gegen die legitime Führung Syriens für inakzeptabel“, sagte Präsident Putins Sprecher Dmitri Peskow. „Ich muss aber auch sagen, dass wir die Anwendung von chemischen Giftstoffen für absolut unzulässig halten.“

    Russische Experten glauben nicht, dass Washingtons Rhetorik von seiner Absicht zeugt, neue Schläge gegen Stellungen der Assad-Kräfte zu führen. „Solche Mitteilungen gehören quasi in das Format der aktuellen Beziehungen zwischen Washington und Damaskus“, stellte der Leiter des Zentrums für Islam-Studien beim Institut für innovative Entwicklung, Kyrill Semjonow, fest. „Allerdings ist auch nicht auszuschließen, dass Damaskus tatsächlich wieder Chemiewaffen einsetzen könnte, denn unter Mitwirkung Teherans will es verhindern, dass die Positionen Moskaus und Washingtons zur Syrien-Frage näher werden. Solche Provokationen seitens Damaskus‘ oder Teherans sind nicht ausgeschlossen“, so der Experte.

    Im Westen scheint man keine klare Vorstellung von der wahren Syrien-Politik des Weißen Hauses zu haben. „Die aktuelle Strategie der USA ist kaum nachvollziehbar“, sagte beispielsweise Raffaello Pantucci vom Royal United Services Institute (RUSI) in London. „Ich denke, Präsident Trump will einfach zeigen, wie stark er ist.“

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    Tags:
    Giftgasattacke, Besuch, Donald Trump, Dmitri Peskow, Baschar al-Assad, Syrien, USA, Russland