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    Bankrechnung auf dem Schirm (Symbolbild)

    Russlands Reserven auf dem Schirm der US-Geheimdienste

    © Foto : Whiteman Air Force Base
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    Nesawissimaja Gaseta
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    Moskau rechnet nicht damit, dass es zu Sanktionen nach dem iranischen Szenario kommt. Deshalb setzt es den Kauf von US-Staatsanleihen fort, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Mittwoch.

    Die russischen Behörden befürchten nicht die Einfrierung von Bankkonten und die Verschärfung der Sanktionen nach dem iranischen Szenario. Zu diesem Schluss kam die CIA, nachdem sich Moskau geweigert hatte, US-Staatsanleihen abzustoßen. Nach Reuters-Informationen hat die amerikanische Notenbank (Fed) der CIA berichtet, dass es Versuche des Abzugs von russischen Aktiva aus den USA gegeben habe.

    Unmittelbar nach der Verhängung der Sanktionen gegen Russland im März 2014 hat die russische Zentralbank US-Staatsobligationen in Höhe von 115 Milliarden US-Dollar abgestoßen, doch bereits zwei Wochen später brachte die Zentralbank die Summe wieder auf ihre Fed-Konten zurück. Die Fed und das US-Finanzministerium meinten damals, Russland befürchte die Einfrierung von Aktiva in den USA. Seitdem verfolgen US-Behörden aufmerksam die Kontenbewegungen der russischen Zentralbank und analysieren, welche Sanktionen zum Abzug der Reserven bewegen würden.

    Moskau glaubt natürlich nicht an das Einfrieren seiner Konten. Eine Bestätigung dafür ist, dass ein großer Teil der internationalen Reserven in Dollar auf Konten oder in Form der US-Staatsanleihen gehalten werden.

    Im März baute Russland seine Einlagen in den US-Staatsanleihen um 13,5 Milliarden Dollar aus. Von Juni bis November 2016 gingen sie zurück. Die Gesamtmenge der internationalen Reserven Russlands liegt nach Stand vom 16. Juni bei 406 Milliarden Dollar.

    Russland liegt auf Platz 14 nach dem Umfang der Investitionen in US-Papiere. Auf Platz eins befindet sich seit Oktober Japan mit rund 1,12 Billionen Dollar. Auf Platz zwei liegt China mit rund 1,09 Billionen Dollar, gefolgt von Irland und Brasilien mit 315,1 bzw. 259,5 Milliarden Dollar.

    Der Ausbau der Investitionen in US-Papiere deutet darauf hin, dass Moskau anscheinend nicht mit Sanktionen nach dem „iranischen Szenario“ rechnet. Der Abzug von 115 Milliarden US-Dollar von den Fed-Konten hatte wohl damals mit der Angst zu tun, dass diese nach dem „iranischen Muster“ eingefroren werden. Hypothetisch könnten sie jederzeit eingefroren werden.

    Experten zufolge ist das Anlegen von Reserven in US-Aktiva eine gewöhnliche Praxis für die meisten Staaten. „Das Risiko eines Defaults bei den Schuldverpflichtungen der USA liegt bei Null“, so der Analyst von IFC Markets, Dmitri Lukaschow. Zudem gebe es zwischen Russland und dem Iran einen Unterschied. „Dieser Unterschied besteht vor allem im Ausmaß der Wirtschaft, Reserven und der damit verbundenen Folgen für die USA“, so der Experte.

    „Ich habe Zweifel, dass die US-Regierung unter Bedingung des Abbaus des Fed-Gleichgewichts auf so einen kurzsichtigen Beschluss wie die Sperrung der eigenen Papiere, die Russland gehören, eingeht. Der Fondsmarkt ist für die USA heilig“, sagte der Analyst der Firma Alor Broker, Jewgeni Korjuchin.

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    Tags:
    Investitionen, US-Finanzministerium, CIA, Dmitri Lukaschow, USA, Russland