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12:00 20 Juli 2019
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    US-Präsident Donald Trump umarmt indischen Premier Narendra Modi (Archivbild)

    Trump umarmt indischen Premier, um Xi Jinping zu verärgern

    © REUTERS / Carlos Barria
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    Nesawissimaja Gaseta
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    Das jüngste Treffen des US-Präsidenten Donald Trump mit dem indischen Ministerpräsidenten Narendra Modi in Washington könnte ein geheimes Zeichen an den chinesischen Staatschef Xi Jinping gewesen sein, schreibt die Zeitung "Nesawissimaja Gaseta" am Mittwoch.

    Trump lobte seinen Gast für Neu-Delhis Hilfe bei der Verschärfung der Sanktionen gegen Nordkorea. Doch es gab noch einen wichtigen Moment: Anstatt dem Gastgeber nur die Hand zu schütteln, umarmte Modi Trump. Dasselbe passierte auch beim Abschied.

    „Modi umarmt sich nicht mit allen“, sagte dazu Sreeram Chaulia von der Schule für internationale Beziehungen in Delhi. „Wenn Sie sich die Liste der Personen ansehen, bemerken Sie, dass sie alle sehr wichtig für Indien waren. Dazu gehörten nämlich der frühere US-Präsident Barack Obama, der frühere französische Präsident François Hollande, der japanische Premier Shinzo Abe und der russische Präsident Wladimir Putin.“

    Russland wurde bei dem Gipfeltreffen laut Medienberichten wohl nicht besprochen. Aber das Thema China war offenbar für beide Seiten wichtig. Die Inder sind vor allem darüber beunruhigt, dass Trump dem Reich der Mitte die Führungsrolle in Asien überlassen könnte.

    Zudem hatte der US-Staatschef Xi Jinping bei ihrem jüngsten Treffen „einen guten Kerl“ genannt und sich für eine Erweiterung der Kooperation mit der Volksrepublik ausgesprochen. In Neu-Delhi konnte man da durchaus eifersüchtig werden.

    Trump bemühte sich aber darum, die Sorgen seines Gastes vom Tisch zu wischen, indem er ihn „einen wahren Freund“ nannte, der zudem einen großen Plan zur Reduzierung von Steuern und zur Korruptionsbekämpfung entwickelt habe. Die "New York Times" schrieb angesichts dessen unter Berufung auf einen Mitarbeiter des Weißen Hauses, dies wäre ein getarnter Vorwurf gegen Xi Jinping, der den Amerikanern versprochen hätte, Nordkorea wegen dessen Atom- und Raketentests unter Druck zu setzen, sein Wort aber so gut wie nicht gehalten hätte.

    Dafür aber hatte Indien Washingtons Seite eingenommen und mit Pjöngjang alle Handelskontakte bis auf Lebens- und Arzneimittel eingestellt. Dabei war Indien laut CNN der zweitgrößte Handelspartner Nordkoreas nach China gewesen.

    Modis Washington-Besuch zeigte darüber hinaus, dass die Seiten noch einen vereinigenden Faktor haben: Beide wollen dem Reich der Mitte im Weltozean widerstehen. Die US-Administration stimmte beispielsweise dem Verkauf von 22 Drohnen an Neu-Delhi zu, damit es chinesische Schiffe im Indischen Ozean beobachten kann. Auffallend ist, dass die Amerikaner bis in die letzte Zeit keinem einzigen Land, das kein Nato-Mitglied ist, Drohnen verkauft haben.

    Die gegenseitige Bewunderung, die Trump und Modi zeigten, bedeutet allerdings nicht, dass es zwischen Washington und Neu-Delhi keine Schwierigkeiten gibt. „Trotz der Annäherung mit den USA wird Indien seine Politik der Blockfreit nicht aufgeben“, zeigte sich Tatjana Schaumjan vom russischen Institut für Orientalistik überzeugt. „Modi wird nicht im Fahrwasser der US-Politik bleiben.“

    Darüber hinaus hatte der US-Präsident zuvor die Absicht zum Ausdruck gebracht, die Visaausstellung für indische IT-Experten, die nach Amerika kommen wollen, zu beschränken. Das würden sich aber weder die indischen Fachkräfte noch ihre amerikanischen Arbeitgeber gefallen lassen. Und in Neu-Delhi betrachte man dies als eine Diskriminierung der indischen Arbeitskräfte, ergänzte die Expertin.

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    Tags:
    Treffen, Barack Obama, François Hollande, Donald Trump, Narendra Modi, Xi Jinping, China, Indien, USA