07:36 14 November 2019
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    Muslime stehen im Schatten einer Moschee in Kosovo

    Terroristennest Nummer eins in Europa

    © AFP 2019 / Armend Nimani
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    Nach Angaben eines UN-Berichts kommen im Vergleich zu anderen europäischen Ländern (nach Pro-Kopf-Verhältnis) die meisten Extremisten im Nahen Osten aus dem Kosovo. In der selbsternannten Republik sei der Einfluss der Extremistenorganisationen in den vergangenen 20 Jahren deutlich gestiegen, schreibt die Zeitung „Iswestija“ am Dienstag.

    Laut mehreren Studien ist Kosovo der Spitzenreiter (gefolgt von Bosnien und Herzegowina und Belgien, Russland liegt auf Platz zwölf) unter den europäischen Ländern beim Export von Extremisten (Pro-Kopf-Verhältnis). Der Pressedienst der UN-Mission im Kosovo bestätigte, dass die Radikalisierung der Gesellschaft ein ernsthaftes Problem für den Kosovo bleibt. Im Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen wurde berichtet, dass der Extremismus jetzt aktiv bekämpft werde.

    „Es handelt sich vor allem um die Schaffung von Arbeitsplätzen und den Kampf gegen die Armut – einer der Hauptgründe für den Extremismus. Zudem wollen wir die Verwundbarkeit der Gesellschaft einschätzen und den entsprechenden Behörden darüber benachrichtigen, wenn konkrete Personen im Kosovo von Terroristen angeworben werden“, hieß es im UN-Entwicklungsprogramm.

    Laut Polizeiangaben im Kosovo zogen 316 Kosovaren, darunter 44 Frauen, seit Beginn des Syrien-Krieges in den Nahen Osten. Allerdings betonen Experten, dass die wirkliche Zahl viel höher liegt. Zudem ist im Kosovo der Einfluss der Extremistenorganisationen in den vergangenen 20 Jahren massiv gewachsen.

    So meinen 63 Prozent der Kosovo-Bewohner, dass in ihrer Gesellschaft ein ernsthaftes Problem mit dem Radikalismus zu erkennen ist. Laut Umfrageergebnissen, die im UN-Bericht vorgelegt sind, sehen 22 Prozent der kosovarischen Albaner das Vorgehen von Selbstmordattentätern als gerechtfertigt an.

    Die Verbreitung radikaler Ideen unter den kosovarischen Albaner ist mit der sozialen und wirtschaftlichen Krise im Kosovo verbunden. Trotz Fortschritten in den zurückliegenden Jahren ist der Kosovo eines der ärmsten und korruptesten Länder Europas mit einer Arbeitslosenquote von 27,5 Prozent (vor allem unter Jugendlichen). Angesichts der Tatsache, dass die meisten Einwohner (rund 90 Prozent) Muslime sind, schaffen die ungünstigen wirtschaftlichen Bedingungen einen Nährboden für die Anwerbung durch Extremisten.

    „Saudi-Arabien und andere Golf-Monarchien investieren viel Geld in religiöse Propaganda im Kosovo, auch in Bosnien-Herzegowina. Die Radikalisierung erfolgt auf der Ebene der NGOs. Jugendliche suchen oft nach Möglichkeiten, Geld zu verdienen“, sagt der Balkan-Experte Pjotr Iskanderow. „Damit versucht Saudi-Arabien, seinen Einfluss zu erweitern. Zudem ist es für Riad von Vorteil, eine Gruppe fanatischer Bürger beim Kampf um eigene Interessenbereiche zu nutzen“, sagte der Experte.

    Der Radikalismus im Kosovo ist ein destabilisierender Faktor nicht nur für den Balkan, sondern für ganz Europa, besonders angesichts des Bestrebens von Brüssel, in nächster Zeit die Visafreiheit mit Pristina einzuführen.

    Laut Nikita Mendkowitsch vom Eurasischen analytischen Klub hat Brüssel Herde der Instabilität geschaffen. Doch ein Verzicht auf die Kooperation mit dem Kosovo würde deutlich machen, dass alle früheren Schritte der EU auf dem Balkan ein Fehler waren. Laut dem Experten würde die Abschaffung der Visapflicht nur die Terrorgefahr in der EU erhöhen, weil die Kriminalität im Kosovo groß ist – die Extremisten können dort gefälschte Dokumente bekommen und sich anschließend frei in Europa bewegen.

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    Tags:
    Radikalisierung, Islamisierung, Salafisten, EU, Saudi-Arabien, Kosovo