08:45 10 Dezember 2019
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    Russlands Streif in Syria (Archivbild)

    Syrien-Gespräche zu Waffenruhe stocken – Russland schon bereit, sie zu überwachen

    © AFP 2019 / Wasily Maximow
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    Die Türkei hat am Mittwoch in Astana die Verabschiedung eines Dokumentes über die Umsetzung des Plans zur Schaffung der Deeskalationszonen in Syrien blockiert, wie der Leiter der syrischen Regierungsdelegation, Baschar al-Dschafari, der Agentur Reuters berichtete. Deswegen wurden bei der Gesprächsrunde „sehr bescheidene Ergebnisse“ erreicht.

    Russland, die Türkei und der Iran haben die nächste Runde für Ende August angekündigt, schreibt die Zeitung „Wedomosti“ am Donnerstag.

    Die Einrichtung der Deeskalationszonen ist das Hauptergebnis des Verhandlungsprozesses in Astana unter der Schirmherrschaft Russlands, der Türkei und Irans, der auf das Erreichen des Waffenstillstandes zwischen den Regierungstruppen und den Oppositionskräften gerichtet ist. Laut einer der russischen Delegation nahestehenden Quelle war zuvor nicht ausgeschlossen worden, dass die Grenzen dieser Zonen festgelegt werden könnten.

    Die Position der Türkei ist der Quelle zufolge mit Auseinandersetzungen um die Deeskalationszone in der Provinz Idlib an der syrisch-türkischen Grenze sowie mit dem fehlenden Wunsch Ankaras verbunden, die kurdischen Einheiten YPG in Afrin nicht als Terrorgruppe einzustufen. Afrin liegt in der Nähe von Idlib und ist von dem Hauptterritorium der syrischen Kurden durch einen Streifen abgeschnitten, der von türkischen Militärs und der mit ihnen verbündeten Gruppen kontrolliert wird. Kurdische Einheiten werden auf dem Hauptterritorium von den USA geschützt, doch in der letzten Zeit kam es erneut zu Zusammenstößen zwischen den Kurden Afrins und den türkischen und protürkischen Kräften. Diese Fragen würden bis zur neuen Gesprächsrunde auf verschiedenen Ebenen durchgearbeitet, so die Quelle.

    Laut dem russischen Vertreter bei den Verhandlungen in Astana, Alexander Lawrentjew, soll die Situation in den Deeskalationszonen von der Militärpolizei der Streitkräfte Russlands kontrolliert werden, die mit Leichtwaffen ausgerüstet werden. „Ich möchte besonders betonen, dass es Nicht-Kampf-Einheiten der regulären Armee und der Polizei mit konkreten Nicht-Kampf-Aufgaben sind“, sagte Lawrentjew.

    Einer dem russischen Verteidigungsministerium nahestehenden Quelle zufolge kann der Militärpolizei bei Bedarf ein nach Syrien verlegtes taktisches Bataillon der russischen Streitkräfte helfen.

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    Tags:
    Verhandlungen, Deeskalation, Syrien-Gespräche, Alexander Lawrentjew, Türkei, Kasachstan, Syrien, Russland