01:21 15 Dezember 2017
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    Aufklärungsflugzeug U-2 (Archivbild)

    Wozu brauchen die USA in die Jahre gekommene „Spione“ und „Warzenschweine“?

    © Foto: U.S. Air Force/Tech. Sgt. Russ Scalf
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    Nesawissimaja Gaseta
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    Die USA wollen alte Militärtechnik nicht ausmustern. Das geschieht, obwohl die Trump-Administration eine umfassende Modernisierung ihres Militärprogramms durch neuentwickelte effizientere Waffensysteme plant. Damit beschäftigt sich die Zeitung "Nesawissimaja Gaseta" am Dienstag.

    Im US-Haushalt für 2018 sind zusätzliche Mittel für die Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft der wahren „Legende“ der US-Luftstreitkräfte vorgesehen  – des Aufklärungsflugzeugs U-2. Auch das Schlachtflugzeug A-10 „Thunderbolt II“ (deutsch: „Donnerkeil“) soll weiter dienen. Letzteres nennen die Piloten selbst auch „Warthog“ („Warzenschwein“).

    Das U-2-Modell wurde 1954 entwickelt und hob ein Jahr später zum ersten Mal ab. Und schon 1956 wurden diese Maschinen in Großbritannien, Deutschland und der Türkei stationiert. In den darauffolgenden Jahren wurde der türkische Stützpunkt Incirlik zum wichtigsten Startplatz für Aufklärungsflüge über der Sowjetunion.

    Ein entsprechendes Projekt der CIA sah geheime illegale Überflüge von Aufklärungsflugzeugen über dem Territorium der potenziellen Gegner Washingtons vor. Da die Luftabwehrkräfte damals lange nicht so hoch wie jetzt entwickelt waren, konnten U-2-Maschinen so gut wie unkontrolliert über der UdSSR fliegen. Allerdings wurde am 1. Mai 1960 ein solches Flugzeug abgeschossen, und seitdem wurden solche Aufklärungsflüge eingestellt.

    Die US-Amerikaner verstehen sehr gut, dass die Aufklärung der Schlüsselfaktor von erfolgreichen Kriegshandlungen ist. Dabei müssen nicht unbedingt hochmoderne Satellitengruppierungen eingesetzt werden. Dafür könnten sich auch U-2-Maschinen, die mit infraroter Foto-, Video- und Radioanlagen ausgestattet sind, als durchaus effizient erweisen.

    Und schließlich ist es ein offenes Geheimnis, dass die militärstrategischen Pläne der Amerikaner wieder den Einsatz von luftgestützten nuklearen Marschflugkörpern vorsehen. Und noch in den Jahren des Kalten Kriegs sollten sie über dem nördlichen Territorium Russlands gestartet werden, wo den Luftraum ausgerechnet gute alte U-2-Flugzeuge kontrollieren sollten.

    Die erste A-10-Maschine hob im Februar 1975 ab. Ihre Hauptwaffe ist die extra für das Erdkampfflugzeug entwickelte GAU-8-Kanone (30-Millimeter-Kaliber). Sie kann aus einer Entfernung von 1200 Metern einen T-62-Panzer außer Gefecht setzen.

    Das erste Gefecht unter Beteiligung eines A-10-Flugzeugs fand in der Golfregion im Jahr 1991 statt. Es erwies sich sofort als wesentlich effizienter als die Kampfjets F-15 und F-117 und der Hubschrauber Ah-64 „Apache“. Laut Berichten der US-Luftwaffe wurden damals mehr als 3000 Einheiten Panzertechnik und 1200 Artilleriewaffen des Gegners von A-10-Maschinen vernichtet. Am Irak-Einsatz im Frühjahr 2003 nahmen insgesamt 60 Schlachtflugzeuge A-10 teil.

    Es steht wohl außer Frage, dass dermaßen zuverlässige und effiziente Technik noch lange weiter eingesetzt werden könnte bzw. sollte. Aktuell sind noch 283 Maschinen dieses Typs in der Bewaffnung der US-Armee.

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    Tags:
    Modernisierung, Spionageflüge, Jagdflugzeug A-10 Thunderbolt, U-2, USA