14:04 27 Januar 2020
SNA Radio
    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    Von
    5474
    Abonnieren

    Der Generaldirektor der russischen Staatskorporation „Rostech“, Sergej Tschemesow, informierte dieser Tage, dass Moskau und Riad einen Vorvertrag über russische Waffenlieferungen für 3,5 Milliarden Dollar unterzeichnet hätten, schreibt die Zeitung "Kommersant" am Dienstag.

    Allerdings habe Saudi-Arabien eine Bedingung gestellt, damit der Vertrag in Kraft trete, ergänzte Tschemesow. Es beanspruche nämlich russische Technologien, um Waffen auf seinem Territorium zu bauen.

    „Wir denken gerade darüber nach, was wir mit den Saudis teilen könnten. Am einfachsten wäre, dort einen Betrieb zu bauen, in dem Schusswaffen gebaut werden könnten.“

    Gleich zwei Top-Manager von russischen Rüstungsbetrieben warnten aber davor, dass selbst die Paraphierung eines dermaßen umfangreichen Pakets von Verträgen keine Garantie dafür sei, dass am Ende die Verträge perfekt gemacht werden. Denn in den vergangenen 15 Jahren hatte Riad bereits Interesse für verschiedene russische Militärerzeugnisse gezeigt, insbesondere für Hubschrauber, Panzer, Schützenpanzerwagen, Flak-Systeme usw.

    Hinzu kommt, dass Saudi-Arabien traditionell die meisten Waffen in den USA kauft. Auch beim jüngsten Riad-Besuch des US-Präsidenten Donald Trump wurde ein Waffendeal für 110 Milliarden Dollar vereinbart, den Vertreter des Weißen Hauses als größten in der Geschichte bezeichneten. Laut Quellen geht es dabei um die Lieferung von Kampfjets, Hubschraubern, Panzertechnik, THAAD-Systemen, Kriegsschiffen usw.

    Der einzige Vertrag zwischen Moskau und Riad wurde Mitte der 2000er-Jahre abgeschlossen, und zwar über die Lieferung von 10 000 Kalaschnikow-Maschinenpistolen AK-74M für die saudische Polizei.

    Der russische Militärexperte Andrej Frolow findet, dass der Abschluss von neuen Verträgen im Wert von 3,5 Milliarden Dollar ein wichtiger Durchbruch für Russland auf dem saudischen Markt wäre.

    „Man kann aber nicht ganz sicher sein, dass am Ende ein fester Vertrag abgeschlossen wird“, räumte er ein.

    Tschemesow erinnerte seinerseits, dass Russland und Saudi-Arabien vor etwa fünf Jahren Verträge für etwa 20 Milliarden Dollar verhandelt hatten, doch damals habe Riad von Moskau verlangt, keine S-300-Raketen an den Iran zu liefern, sonst würde es keine russischen Panzer kaufen. Diese Geschichte endete damit, dass der russische Präsident Wladimir Putin 2015 das 2010 verhängte Verbot für die S-300-Lieferungen an Teheran außer Kraft setzte, 2016 wurden vier Divisionen von S-300PMU-2-Komplexen für mindestens eine Milliarde Dollar an den Iran geliefert.

    Wie ernst Riad es mit russischen Waffen meint, könnte sich nach dem ersten Treffen Präsident Putins mit dem saudischen König Salman al-Saud klären, auf dessen Tagesordnung dieses Thema „unbedingt stehen“ werde, so eine Quelle. Am 30. Mai hatte Putin im Kreml den Verteidigungsminister Saudi-Arabiens, Mohammed ibn Salman, empfangen und gleichzeitig den König nach Moskau eingeladen.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Saudis haben „klare Verbindung“ zu Extremismus in Großbritannien – Bericht
    BND soll Terrorvorwürfe Saudi-Arabiens gegen Katar aufklären
    Saudische Prinzen und Prinzessinnen leicht bedeckt nahe Bodrum gefilmt – VIDEO
    Tags:
    Vertrag, Waffenlieferungen, Technologien, Rostec, Sergej Tschemesow, Wladimir Putin, Saudi-Arabien, Russland