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19:34 17 Oktober 2019
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    Emmanuel Macron und Wladimir Putin bei G20-Gipfel in Hamburg

    US-Sanktionen gegen Teheran können Paris und Moskau annähern

    © AFP 2019 / Pool/Ian Langsdon
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    US-Präsident Donald Trump besucht heute Frankreich auf Einladung seines französischen Amtskollegen Emmanuel Macron, schreibt die Zeitung "Nesawissimaja Gaseta" am Donnerstag.

    Eines der Themen könnten dabei die jüngsten US-Sanktionen gegen den Iran sein, die französischen Unternehmen schaden könnten.

    Das Weiße Haus hatte unlängst einen vom US-Kongress vorbereiteten Gesetzentwurf  befürwortet, der zusätzliche Restriktionen gegen Teheran vorsieht. Hinzu kommt aber, dass dasselbe Paket auch Sanktionen gegen Russland vorsieht, und ihre Umsetzung würde auch die russisch-französischen Interessen betreffen. Für Moskau ist Paris‘ möglicher Widerstand gegen das Diktat Washingtons äußerst wichtig, weil dadurch die Positionen der europäischen Anhänger der Russland-Sanktionen geschwächt werden könnten.

    Manche Experten vermuten, dass in den russisch-französischen Beziehungen jetzt gewisse Veränderungen möglich wären. Wladimir Wassiljew vom russischen Institut für USA- und Kanada-Studien sagte beispielsweise:

    „Trump droht Europa wieder mit Sanktionen, d.h. mit der Errichtung von Handels- bzw. Wirtschaftshürden. Europa braucht einen Hebel, um dem amerikanischen Wirtschaftsdruck zu widerstehen, und das gilt vor allem für Frankreich.“

    Der iranische Außenminister Mohammad Dschawad Sarif hatte Ende Juni Paris besucht und sich mit Marcon getroffen. Damals sagte er, die Europäer sollten keine Angst vor den US-Sanktionen haben, und forderte sie zu Investitionen im Iran auf. Wenn sich die Europäer vereinigen würden, könnten sie die US-Administration gemeinsam zu Zugeständnissen zwingen.

    Eine andere Frage ist allerdings, ob Frankreich bereit ist, wegen Russland und des Irans seine wichtige Partnerschaft mit Washington aufs Spiel zu setzen.

    die Gasfelder im Iran
    © AP Photo / Presse-Dienst vom Iran
    Nach der Aufhebung der US-Sanktionen vor anderthalb Jahren durch die Administration Barack Obamas hatten mehrere französische Großkonzerne das dortige „Geschäftsvakuum“ sofort gefüllt. So schloss das Öl- bzw. Gasunternehmen Total, das seit 1954 auf dem iranischen Markt vertreten ist, vor einigen Tagen einen auf 1,75 Milliarden Euro geschätzten Vertrag über die Erschließung eines großen Gasfeldes in der Islamischen Republik ab. Laut der Zeitung „Le Monde“ könnte eine vergleichbare Summe auch in die zweite Phase dieses Projekts investiert werden. Total ist damit der erste westliche Konzern, der in den Iran zurückkehrte.

    Laut „Le Monde“ bemühen sich seit Januar 2016 nahezu 300 französische Firmen, die auf Gebieten wie Energiewirtschaft, Nahrungsindustrie, Luft- und Raumfahrt, Bauwesen usw. tätig sind, um Geschäfte mit dem Iran.

    Allerdings hat man in Paris immer noch nicht die gigantische Strafe von 8,9 Milliarden Dollar vergessen, mit der die Bank BNP Paribas 2014 in den USA belegt wurde, nachdem sie die von den Amerikanern verhängten Sanktionen verletzt hatte. Auch diesmal haben die Finanzkreise Angst vor Geldwäsche-Vorwürfen, weil ihre iranischen Partner nicht allen internationalen Standards entsprechen.

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    Annäherung, Risiko, Unternehmen, Folgen, Sanktionen, Le Monde, Donald Trump, Emmanuel Macron, Frankreich, Iran, USA, Russland