23:44 20 November 2017
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    Flugzeugträger „Queen Elizabeth“ (Archivbild)

    Vernichtung britischer Flugzeugträger - für Russland keine teure Frage

    © AFP 2017/ Andy Buchanan
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    Nesawissimaja Gaseta
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    Am Donnerstag hat das russische Verteidigungsministerium eine spontane Schießübung der küstengestützten Raketenkomplexe „Bastion“ und „Bal“ der Schwarzmeerflotte verfügt, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Freitag.

    Ein Sprecher der Militärbehörde unterstrich, diese Übung sei lange im Voraus geplant worden, aber es ist nicht zu übersehen, dass westliche Militärexperten ausgerechnet in letzter Zeit immer mehr von der Wehrlosigkeit der Nato-Schiffe gegen hochpräzise russische Waffen reden.

    Vor einigen Tagen hatte die britische Zeitung „The Telegraph“ unter Berufung auf einen Bericht der Denkfabrik Royal United Services Institute festgestellt, dass die neuen britischen Kriegsschiffe, insbesondere der modernste Flugzeugträger „Queen Elizabeth“, von russischen und chinesischen Raketen leicht getroffen werden könnten.

    „Eine Rakete, die viel weniger als eine halbe Million Pfund Sterling kostet, kann einen britischen Flugzeugträger, der mehr als drei Milliarden kostet, außer Gefecht setzen“, behaupteten die Autoren des erwähnten Berichts.

    Dabei hatte der britische Verteidigungsminister Michael Fallon erst vor wenigen Wochen selbstsicher erklärt, russische Seeleute würden neidisch auf ihre britischen Kollegen sein, wenn sie die „Queen Elizabeth“ sehen. Das russische Verteidigungsministerium reagierte darauf mit der Bemerkung, der neue britische Flugzeugträger wäre eine sehr bequeme Zielscheibe. Dieser Meinung stimmte auch die „Daily Mail“ zu, indem sie schrieb, das neueste Schiff sei so wehrlos wie nie zuvor gegen russische Waffen.

    Die russischen Militärs waren vermutlich sehr froh, ihre Bereitschaft zum Einsatz von Anti-Schiffs-Waffen ausgerechnet jetzt zu zeigen, denn seit wenigen Tagen befinden sich der US-Raketenkreuzer „Carney“ mit einem Aegis-System an Bord und der neue britische Zerstörer „Duncan“ im Schwarzen Meer. Offiziell sind sie gekommen, um an der Nato-Übung „Sea Breeze 2017“ teilzunehmen, die im nordwestlichen Teil des Meeres, vor den ukrainischen Gebieten Odessa und Nikolajew, stattfindet und an der sich Seeleute aus 17 Ländern beteiligen. Allerdings befinden sich US-amerikanische, britische und französische Kriegsschiffe so gut wie permanent in diesem Raum, seitdem sich Russland und die Krim im Frühjahr 2014 wiedervereinigt haben.

    Der küstengestützte Raketenkomplex „Bastion“ wurde auf Basis der Anti-Schiffs-Überschallrakete 3M55 „Onyx“ (Nato-Code: SS-N-26 Strobile) entwickelt. Seine Schussweite erreicht 300 Kilometer. Es gibt zwei Modifikationen: die mobile „Bastion-P“ und die unbewegliche „Bastion-S“. Jeder Komplex ist mit vier mobilen Startanlagen (mit je zwei Raketen) bestückt.

    Der Anti-Schiffs-Raketenkomplex „Bal“ besteht aus maximal vier selbstfahrenden Startanlagen, zwei selbstfahrenden Kommando- bzw. Kommunikationspunkten und in manchen Fällen aus Transport- bzw. Umladefahrzeugen, die eventuell die zweite Schussserie gegen den Feind ermöglichen. Der Komplex ist mit Raketen Ch-35 verschiedener Modifikationen ausgerüstet. Ihre maximale Reichweite erreicht 260 Kilometer.

    Dabei ist erwähnenswert, dass die Entfernung zwischen Sewastopol (Krim) und Odessa gerade 300 Kilometer ausmacht. Bis zu anderen ukrainischen Städten im Süden des Landes ist sie noch geringer. Das bedeutet, dass der nordwestliche Teil des Schwarzen Meeres, wo die Nato-Übung stattfindet, jederzeit von „Bastion“-Raketen getroffen werden könnte.

    Wenn man bedenkt, dass eine „Onyx“-Rakete eine Geschwindigkeit von 2,5 Mach (1 Mach = 331 Meter pro Sekunde) hat, wird sie diese Entfernung innerhalb von nur sechs Minuten überwinden können. Es ist demnach schlicht unmöglich, binnen einer so kurzen Zeit auf eine solche Rakete zu reagieren. Und wenn auf einmal Dutzende Raketen im Anflug sind?

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    Tags:
    Raketen, Anti-Schiffs-Raketen Bastion, Queen-Elizabeth-Klasse-Flugzeugträger, The Telegraph, Russlands Seestreitkräfte, Michael Fallon, Großbritannien, Russland
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