10:42 22 Juli 2017
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    THAAD-Komplexe der US-Armee bei den Übungen in Südkorea

    Warum die USA so sehr über Nordkorea beunruhigt sind

    © Foto: U.S. Army/Staff Sgt. Sinthia Rosario
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    Nesawissimaja Gaseta
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    Das vom Pentagon in Südkorea stationierte Raketenabwehrsystem bedroht Russland und China, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Montag.

    Donald Trump, den die US-Eliten mit allen Mitteln aus dem Weißen Haus vertreiben wollen, bräuchte jetzt einen kleinen siegreichen Krieg gegen einen schwachen Gegner. Es schien, dass sich kein besseres Objekt als Nordkorea finden kann. Doch die drei vor die nordkoreanische Küste geschickten Flugzeugträger kehrten mit leeren Händen zurück. Der nordkoreanische Anführer Kim Jong-un, der in den USA beinahe als Clown dargestellt wird, zeigte wider Erwarten keine Furcht, und Trump wagt es nicht, einen Krieg gegen den Staat zu entfesseln, der über ein Atomarsenal verfügt.

    Anti-USA-Protestaktion in Südkorea
    © AP Photo/ Ahn Young-joon
    Kim Jong-un bereitete für die USA eine Überraschung vor – und gab den erfolgreichen Test der Interkontinentalrakete Hwasong-14 bekannt, die angeblich Alaska erreichen kann. Das russische Verteidigungsministerium wies zwar unter Berufung auf Angaben der Radarstation Woronesch nach, dass es sich dabei um einen Bluff handelt und Hwasong-14 gar keine Interkontinentalrakete ist, aber Washington nutzte die Gelegenheit.

    Bei einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats sagte US-Botschafterin Nikki Haley, dass man angesichts einer weiteren Demonstration der Stärke durch Pjöngjang eine unerschütterliche Position einnehmen und zusammen mit der internationalen Gemeinschaft für die Verschärfung der Sanktionen gegen Nordkorea stimmen soll. „Falls sie anders vorgehen, werden wir einen eigenen Weg beschreiten“, sagte Haley.

    Moskau bezeichnet Kim Jong-un zwar auch nicht als Engel, doch man kann ihn verstehen – wer will das Schicksal von Slobodan Milosevic bzw. Muammar Gaddafi wiederholen? Auch das Streben der USA, die ganze Welt auf Pjöngjang zu hetzen, wird zu nichts Gutem führen. Laut dem stellvertretenden russischen Botschafter in der Uno, Wladimir Safronkow, können Sanktionen kein Allheilmittel sein. Zudem bei solch einem spezifischen Staat wie Nordkorea.

    Washington sprach bislang nur von Sanktionen, Pjöngjang sprach bereits von Gegenmaßnahmen, die ein Akt der Gerechtigkeit sein sollen. Der Charakter dieser Maßnahmen ist eindeutig. Laut Forschern von der Johns Hopkins University setzt Nordkorea die Herstellung von Waffenplutonium fort. Obwohl nordkoreanische Hwasong-Raketen derzeit das US-Territorium wohl doch nicht erreichen können, könnte sich dies in Zukunft ändern. Dafür aber befinden sich Südkorea, Japan und nahegelegene US-Stützpunkte in ihrer Reichweite.

    Im Januar, unmittelbar nach der Amtseinführung Trumps, erklärte Nordkorea die Bereitschaft, sich jederzeit an den Verhandlungstisch zu setzen und die Möglichkeiten der Einstellung seiner Atomprogramme und der Schaffung von ballistischen Raketen im Tausch gegen den Stopp der Militärübungen der USA und Südkoreas auf der Halbinsel zu erörtern. Doch der Vorschlag wurde nicht angenommen. Jetzt ist Washington erneut über die Raketenstarts Nordkoreas besorgt. Ein Teufelskreis…

    Man muss schon zugeben, dass Nordkorea ebenfalls ein nuklearer Staat wie beispielsweise Israel und Pakistan ist, die sich unter Umgehung des Atomwaffensperrvertrags bewaffneten. Doch die USA machen sich darüber keine Sorgen. Wenn Pjöngjang nicht in die Enge getrieben wird, wird es vielleicht auch niemandem Sorgen bereiten?

    Experten zufolge ist der „nukleare Kim“ in der Tat nicht so schrecklich für die USA, wie es das Pentagon darstellt. Die Raketenabwehrkomplexe, die die USA in Seongju stationiert haben, sind in erster Linie nicht für das Abfangen von Raketen aus Nordkorea, sondern für die Kontrolle des Luft- und Bodenraums von China und Russland bestimmt. Doch noch gefährlicher ist, dass von den THAAD-Plattformen nicht nur Abwehr-, sondern auch Tomahawk-Raketen abgefeuert werden können.

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    Tags:
    Gefahr, Raketenabwehr, Konfrontation, Luftabwehrsystem THAAD, Kim Jong-un, Koreanische Halbinsel, USA, Russland, China
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