Widgets Magazine
09:00 18 Oktober 2019
SNA Radio
    Chinesischer Zerstörer Hefei in der Ostsee

    Erstes russisch-chinesisches Manöver in der Ostsee: Die Nato schaut genau hin

    © Sputnik / Igor Sarembo
    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    Von
    4671
    Abonnieren

    In der Ostsee beginnt heute die aktive Phase des gemeinsamen Manövers der russischen und chinesischen Seestreitkräfte, die bis zum 28. Juli dauert, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Dienstag.

    Zum ersten Mal trifft die chinesische Flotte in solch einem nördlichen Breitengrad mit der russischen zusammen. Für Moskau geht es dabei eher um ein politisches Ereignis, während es für Peking eine wichtige Erfahrung in Bezug auf Fernfahrten ist.

    Die Übungen haben eher einen minimalen Umfang – auf Seiten Russlands nehmen an dem Manöver die Korvetten „Stereguschtschi“ und „Bojki“ teil, auf Seiten Chinas der Zerstörer „Hefei“, die Fregatte „Yuncheng“ und das Versorgungsschiff „Luomahu“. Ende der vergangenen Woche trafen die chinesischen Schiffe am Stützpunkt der Baltischen Flotte ein. Nach den protokollarischen Veranstaltungen und der Eröffnungszeremonie begann die Küstenphase der Übungen.

    Während der aktiven Phase auf hoher See sollen die Vertreter beider Flotten die Koordinierung bei der Anti-U-Boot- und Antischiffsverteidigung sowie die Flugabwehr üben. Danach werden die Militärs ein von Piraten ergriffenes Schiff befreien und eine Such- und Rettungsoperation durchführen. Anschließend sollen die chinesischen Schiffe nach St. Petersburg kommen und an den feierlichen Veranstaltungen am Tag der russischen Marine teilnehmen. Nach „Kommersant“-Angaben sind diese Übungen in dem Plan der Militärkooperation zwischen Russland und China vorgesehen, der im Juni unterzeichnet wurde.

    Gemeinsame Militärübungen werden von beiden Ländern seit 2005 abgehalten – vor allem unter der Schirmherrschaft der SOZ. Die Manöver „Maritimes Zusammenwirken“ wurden 2012 aufgenommen. Es gab bereits sechs Übungen. Die Flotten beider Länder übten gemeinsame Handlungen im Gelben, Japanischen, Ostchinesischen, Südchinesischen Meer und im Mittelmeer.

    „Natürlich handelt es sich vor allem um eine politische Geste, doch es wird auch wichtige militärische Schlussfolgerungen geben, besonders für die Chinesen“, sagte der Experte vom Zentrum für Analyse von Strategien und Technologien, Andrej Frolow. „Erstens ist es eine seltene Möglichkeit für Peking, seine Schiffe um die halbe Welt zu bringen, sie bei einer Fernfahrt zu testen.“

    Bislang seien die Ergebnisse nicht perfekt. Laut dem Portal „East Pendulum“ versagte beim Zerstörer „Changsha“ im Indischen Ozean der Antrieb, weshalb er durch den Zerstörer „Hefei“ ersetzt werden musste.

    Der Fernostexperte Wassili Kaschin hält diesen Vorfall nicht für kritisch. „Die Schiffe 052D sind Vertreter eines neuen Typs, weshalb Probleme mit der Energieanlage ziemlich verbreitet sind. Es sei daran erinnert, wie vor kurzem aus demselben Grund der neueste US-Zerstörer „Zumwalt“ versagte“, so der Experte.

    Manöver mit Russland: Chinesischer Marineverband im Hafen von Baltijsk — Hier geht's zur Fotostrecke

    Zudem seien die Manöver für die Chinesen wichtig, weil sie hier ihre Flotte unter absolut ungewöhnlichen Bedingungen im Vergleich zum Pazifischen Ozean testen können. Die Übungen werden von allen Seiten von Nato-Ländern verfolgt, woran China noch nicht gewöhnt ist.

    Das United States European Command EUCOM berichtete tatsächlich zuvor, dass es den Verlauf der Manöver beobachten werde. „Wir unterstützen das Recht aller Länder, Übungen in internationalen Gewässern durchzuführen und hoffen, dass ihre Teilnehmer sich an internationale Gesetze in diesem Bereich halten werden“, hieß es in der Mitteilung von EUCOM.

    In der letzten Zeit entwickelt sich die Ostsee zum Schauplatz von Muskelspielen zwischen Flugzeugen und Schiffen Russlands und der Nato. Die Seiten werfen sich gegenseitig ständig die Verletzung der Sicherheitsregeln und gefährliches Manövrieren vor, das zu Zusammenstößen führen kann. Der letzte aufsehenerregende Vorfall ereignete sich am 21. Juni, als polnische Kampfjets F-16, die auf Patrouillenflug im Rahmen der Nato-Mission Air Policy waren, sich dem Flugzeug des russischen Verteidigungsministers Sergej Schoigu annäherten, das sich in einem neutralen Luftraum befand. Wie es im Nato-Pressedienst hieß, sollte das Flugzeug identifiziert werden, da es nicht auf die Transponder-Signale reagierte.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Russland, China und Mongolei: Größtes Antiterrormanöver aller Zeiten
    Zielt Russland seine Raketen auf China? – Militärexperte klärt auf
    Russland und China wollen neue Raketenwaffen schaffen
    Russische Militärs inspizieren chinesisches Grenzregiment
    Tags:
    Kriegsflotte, Manöver, Übungen, NATO, Ostsee, China, Russland