11:48 14 November 2019
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    Russische Interkontinentalraketenkomplexe Topol-M (Archivbild)

    Russlands Militär beschafft sich aktiv Langstrecken-Marschflugkörper

    © Sputnik / Mikhail Fomitschew
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    Die russische Rüstungsindustrie hat im 2. Quartal dieses Jahres mehr als 60 Kalibr-Raketen an die russische Armee ausgeliefert, wie Verteidigungsminister Sergej Schoigu am Mittwoch berichtete.

    Schoigu zufolge sind in dieser Zeit auch Iskander-M-Raketen, elf Flugzeuge, sechs Hubschrauber, eine Korvette und neun Radare in die Bewaffnung aufgenommen worden, schreibt die Zeitung „Wedomosti“ am Donnerstag.

    Kalibr-Start
    © Sputnik / Verteidigungsministerium Russlands
    Laut dem stellvertretenden Verteidigungsminister Juri Borissow wurden Kalibr-Raketen sowie zwei Mehrzweckkampfjets Su-20SM an die Kriegsflotte geliefert. Zudem erhielt die russische Armee in dieser Periode auch 35 neue und 155 reparierte Panzerwagen, zehn neue Selbstfahrlafetten, 500 neue und 273 reparierte Fahrzeuge.

    Wie der Redakteur der Zeitschrift „Arsenal Otetschestwa“, Viktor Murachoswski, berichtete, ist das von Schoigu genannte Produktionstempo bei den Marschflugkörpern Kalibr hoch. Das hänge damit zusammen, dass diese bordgestützten Raketen die Grundlage der nichtnuklearen Kräfte strategischer Abschreckung bilden würden, deren Entwicklung in den kommenden Jahren vom Verteidigungsminister und anderen Top-Militärs angekündigt worden sei.

    Kalibr-Raketen wurden neben Marschflugkörpern in Syrien auf verschiedenen Trägern genutzt, insgesamt wurden mehr als 100 Marschflugkörper verschiedener Typen eingesetzt.

    Die nichtnuklearen Kräfte strategischer Abschreckung würden eine Senkung der Risiken einer nuklearen Eskalation ermöglichen, weshalb die Idee ihrer Entwicklung attraktiv sei, so eine dem Verteidigungsministerium nahestehende Quelle. Laut dieser Quelle verfügen die USA seit langem über Tausende Marschflugkörper (der Luftangriff gegen einen syrischen Flugplatz im April wurde mit 59 Raketen versetzt), auch China, Südkorea und einige US-Verbündete verfügen über solche Raketen. Was aber für Russland wichtiger ist, ist die Tatsache, dass mit Langstrecken-Marschflugkörpern aus US-Produktion taktische Flugzeuge der Luftstreitkräfte Polens und Finnlands ausgerüstet werden, worauf die russischen Streitkräfte reagieren müssten, wie die Quelle erläutert.

    Im russischen Verteidigungsministerium fand zudem ein Kollegium statt, bei dem die Gewährleistung der militärischen Sicherheit in der südwestlichen strategischen Richtung besprochen wurde. Laut Schoigu ist Russland angesichts der Stationierung der Luftstreitkräfte der USA und Großbritanniens in Rumänien sowie anderer militärischer Aktivitäten der Nato im Schwarzen Meer gezwungen, symmetrische Maßnahmen zu treffen. Einer der wichtigen Schritte sei die Bildung der 8. Allgemeinen Armee im Militärbezirk Süd in diesem Jahr gewesen. Die Großbautätigkeit im Militärbezirk Süd und in der Arktis seien jetzt die vorrangigen Richtungen, so eine dem Verteidigungsministerium nahestehende Quelle.

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    Marschflugkörper, Waffenlieferungen, Kalibr-Rakete, Iskander-M, Verteidigungsministerium Russlands, Sergej Schoigu, Südkorea, Polen, USA, Russland, China