21:36 06 Dezember 2019
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    Nach einem Luftschlag der US-geführten Koalition in Rakka

    Was ist für den Westen ein Menschenleben in Nahost wert?

    © REUTERS / Goran Tomasevic
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    Die Luftangriffe der US-Fliegerkräfte in Syrien führen zu immer neuen Todesopfern, schreibt die Zeitung "Nesawissimaja Gaseta" am Freitag.

    Das Thema lässt sich schon längst nicht mehr ignorieren, und internationalen Medien, darunter auch amerikanische, berichten immer häufiger darüber.

    Erst am Dienstag berichtete ein Sprecher der Gruppe „Syrische Beobachter über Menschenrechtsschutz“ über einen neuen Luftangriff der Amerikaner und ihrer Verbündeten bei Rakka, bei dem mindestens 29 Zivilisten getötet worden seien. Seit dem Beginn der Offensive bei Rakka habe die Opferzahl mindestens 325 erreicht, von denen mehr als 50 Kinder gewesen seien. Dabei ist diese Zahl nicht exakt, denn es handelt sich im Grunde um die Zahl der aufgefundenen Leichname. Insgesamt sollen seit dem Beginn des Bürgerkriegs in Syrien 2012 mehr als 400 000 Zivilisten ums Leben gekommen sein.

    Die syrische Nachrichtenagentur ANSA berichtete jüngst von Luftschlägen der von den USA angeführten Koalition gegen mehrere Städte in der Provinz Deir-ez-Zor, die viele Zivilisten das Leben gekostet haben sollen. Zudem seien dabei mehrere Wohnhäuser und Infrastrukturobjekte zerstört worden. Und bei Rakka sollen die Amerikaner und ihre Verbündeten Munition mit weißem Phosphor eingesetzt haben. Und nicht nur in Syrien gehen sie so vor, sondern auch in Afghanistan und im Irak. Und immer wieder sterben dabei unschuldige Menschen.

    Aber in Washington, London und Paris werden diesbezügliche Berichte schlicht ignoriert. Für die westlichen Politiker ist nur das Leben ihrer Mitbürger wichtig, nicht aber das Leben der Einwohner der Nahost-Länder. Darüber machen sie sich keine Sorgen, wenn Menschen bei Luftschlägen ihrer Fliegerkräfte sterben.

    Ganz anders reagierten sie jedoch, als die russischen Luft- und Weltraumtruppen gegen die IS-Terroristen im syrischen Aleppo kämpften. Damals wurden Luftschläge nur sehr selektiv und gegen Militärobjekte versetzt. Doch im Westen warf man Moskau völlig unbegründet Attacken gegen Wohnviertel in Aleppo und Damaskus vorwerfen, während die Russen ihr Bestes taten, um dem Westen zu beweisen, dass dessen Behauptungen nicht der Wahrheit entsprechen. Moskau errichtete in Aleppo sogar „humanitäre Korridore“, durch die die Zivilisten und sogar die IS-Kämpfer und deren Familien die Stadt verlassen konnten.

    Als aber Ende 2016 die Offensive der US-Koalition bei Mossul begann, gab es keine „humanitären Korridore“, und die Stadt wurde zur Hölle auf Erden, wobei Tausende und Tausende friedliche Einwohner starben. Doch im Westen drückte man dabei die Augen zu.

    Dasselbe passiert jetzt auch in Rakka, wo die von den Amerikanern angeführten so genannten „Syrischen Demokratischen Kräfte“ pausenlos die Stadt angreifen und den Einwohnern keine Möglichkeit geben, den Ort zu verlassen.

    Und noch ein Vergleich ist erwähnenswert: Russland versorgt die von den syrischen Regierungskräften kontrollierten Gebiete mit humanitären Hilfsgütern, und russische Soldaten verteilen sie unmittelbar an die Einwohner. Die westlichen Koalitionsmitglieder taten das noch nie – egal ob in Syrien oder im Irak.

    Dasselbe war auch nach dem Zweiten Weltkrieg der Fall: Damals stellten Rotarmisten Feldküchen mitten in deutschen Städten auf und versorgten die Einwohner mit Essen. Die Alliierten taten so etwas nie.

    Angesichts dessen kann man durchaus schlussfolgern, dass das ganze Gerede von den „westlichen Werten“ in Washington, London, Paris oder Brüssel in Wahrheit eben nichts wert ist. Denn Demokratie, Freiheit und Humanität gelten nur für die Einwohner der westlichen Länder. Was aber die ganze restliche Welt angeht, so ist die Verteidigung dieser „Werte“ für den Westen nichts als ein Vorwand für das Durchsetzen der eigenen Interessen.

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    Tags:
    Unterschied, humanitäre Hilfe, Zivilisten, Opfer, Luftschläge, Terrormiliz Daesh, Rakka, Deir ez-Zor, Mossul, Irak, Aleppo, Syrien, USA, Russland