22:34 30 März 2020
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    Die syrischen Regierungstruppen sind nach eigenen Angaben aus nordwestlicher Richtung in die Provinz Deir ez-Zor vorgerückt und stehen rund 50 Kilometer vor der gleichnamigen Provinzhauptstadt. Dies wurde von Quellen im Parlament bestätigt. Somit beginnt demnächst die Erstürmung der letzten IS-Hochburg, schreibt die Zeitung „Iswestija“ am Montag.

    Experten zufolge wird die Operation wohl nicht lange dauern. In der Stadt sind seit einigen Jahren Einheiten der syrischen Armee eingekesselt. Nun werden diese Truppen befreit und können bei dem entschlossenen Schlag gegen den IS Unterstützung leisten.

    Wie der Abgeordnete der syrischen regierenden Baath-Partei, Alan Bakr, betonte, wird der Operation zur Befreiung Deir ez-Zors größte Aufmerksamkeit gewidmet.

    „Jetzt ist diese Richtung von vorrangiger Bedeutung. Dort sind seit mehreren Jahren syrische Einheiten blockiert, ihnen soll möglichst schnell Hilfe erwiesen werden. Im Ganzen kann man feststellen, dass die bevorstehende Befreiung der Stadt de facto das IS-Projekt untergräbt“, so der Abgeordnete.

    Bis vor kurzem besaßen die Terroristen drei Hochburgen im Irak und in Syrien – Mossul, Rakka und Deir ez-Zor. Der Abschluss der Operation zur Befreiung Mossuls wurde am 10. Juli bekanntgegeben. Rakka wird von Demokratischen Kräften Syriens mit Unterstützung der US-geführten Koalition erstürmt. Nach neuesten Angaben wurde die Kontrolle über 50 Prozent der Stadt übernommen. Nun ist Deir ez-Zor an der Reihe.

    Laut militärdiplomatischen Quellen der Zeitung „Iswestija“ steht die Befreiung dieser Stadt bereits seit vielen Monaten ganz oben auf der Agenda. Das russische Kommando beharrte darauf, nach der ersten Befreiung Palmyras im März 2016 gerade in dieser Richtung vorzurücken. Allerdings stimmte die Führung von Damaskus nicht zu, die sich mit der Befreiung von Aleppo befassen wollte, was zum Jahresende 2016 geschafft werden konnte.

    In Deir ez-Zor sind die syrischen Regierungstruppen eingekesselt. IS-Extremisten besetzten die Stadt 2014 und schnitten sie von der Außenwelt ab. Allerdings hatten sie es nicht geschafft, die Regierungstruppen aus vielen Stadtvierteln sowie dem nahegelegenen Luftwaffenstützpunkt zu vertreiben. Seitdem unternahmen die Terroristen mehrere erfolglose Versuche, Deir ez-Zor völlig unter ihre Kontrolle zu bringen. Die belagerten Regierungseinheiten werden aus der Luft mit Waffen, Munition und Lebensmitteln versorgt. Ein bedeutender Teil der Güter wird von russischen Fliegerkräften geliefert.

    „Es liegt auf der Hand, dass das Projekt des ‚Islamischen Staates‘ gescheitert ist“, sagte der Militärexperte Oleg Glasunow. „Die syrische Armee rückt in der Provinz Deir ez-Zor vor, kommt an die Grenze zum Irak. Die Terroristen werden planmäßig vernichtet. Der IS bringt seine stärksten Kämpfer jetzt nicht gerade zufällig aus der Region weg, beispielsweise in die Länder Südostasiens.“

    Dem Experten zufolge würden die Terroristen jedoch versuchen, das Projekt zur Errichtung eines eigenen Staates wiederzubeleben, was allerdings nicht im Nahen Osten geschehen wird.

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    Tags:
    Krieg, Niederlage, Demokratische Kräfte Syriens (SDF), IS, Syrien