15:54 11 Dezember 2017
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    Kim Jong Un besichtigt die neuste nordkoreanische Interkontinentalrakete Hwasong-14

    Nordkoreanische Rakete schlägt auf China ein

    © REUTERS/ KCNA
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    Die Annäherung zwischen Peking und Washington, die sich nach einem USA-Besuch des chinesischen Staatschefs Xi Jinping im April abzeichnete, ist wohl schon vorbei, schreibt die Zeitung "Kommersant" am Montag.

    Nach einem weiteren Raketentest Nordkoreas hat US-Präsident Donald Trump  heftige Kritik an der Volksrepublik geübt. „Ich bin sehr enttäuscht von China“, schrieb er auf Twitter. „Unsere dummen Anführer der Vergangenheit ermöglichten den Chinesen, Hunderte Milliarden Dollar beim Handel zu verdienen, und dennoch tun sie nichts für uns in Bezug auf Nordkorea.“

    Dabei bekam Trump Unterstützung des japanischen Außenministers Fumio Kishida.

    Während seines Wahlkampfes hatte Trump China sehr oft kritisiert, doch nach seinem Treffen mit Xi Jinping in Florida brachte er die Hoffnung zum Ausdruck, dass die Seiten künftig diverse Vereinbarungen treffen könnten.

    Pjöngjang hatte seinen vorerst letzten Raketentest am 28. Juli durchgeführt. Laut offizieller Mitteilung geht es um die neue Interkontinentalrakete Hwasong-14, die eine Höhe von 3725 Kilometern erreicht haben, insgesamt 998 Kilometer geflogen sein und 47 Minuten nach dem Start vor der östlichen Küste der Halbinsel Korea niedergegangen sein soll.

    Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums ist aber die nordkoreanische Rakete nur 681 Kilometer hoch und 732 Kilometer lang geflogen. Das entspricht den Eigenschaften einer ballistischen Mittel-, jedoch nicht einer Langstreckenrakete, wie Moskau betonte.

    Vor diesem Hintergrund entschied sich der südkoreanische Präsident Moon Jae-in für die Aufstellung von weiteren THAAD-Raketenabwehrsystemen auf dem Territorium seines Landes. Das war ein weiterer Schlag gegen Peking, das sich dieses Vorgehen Seouls nicht gefallen lässt und sogar heimliche Sanktionen gegen Südkorea verhängte, nachdem der entsprechende Beschluss im Juni 2016 gefasst worden war. Der im Mai an die Macht gekommene Präsident Moon Jae-in stoppte den Aufbau der THAAD-Systeme, sodass aktuell nur zwei solche Anlagen installiert wurden. Viele schätzten das damals als ein Zugeständnis an das Reich der Mitte ein. Zudem wollte der neue Staatschef den unter seiner Vorgängerin Park Geun-hye unterbrochenen Dialog mit Pjöngjang über Treffen von gespaltenen Familien und die gemeinsame Nutzung der Sonderwirtschaftszone Kaesong wiederaufnehmen.

    Jetzt aber sind diese Pläne offenbar gescheitert. Wie Moon erklärte, hat er in dieser Situation keine andere Wahl als den Dialog mit Nordkorea aufzugeben und die weiteren vier THAAD-Komplexe aufzustellen.

    China drückte angesichts dessen seinen Protest aus und warnte, dass sich die regionale Situation nur noch weiter anspannen würde.

    Washington und Seoul kritisieren Peking für den mangelhaften wirtschaftlichen Druck auf das Kim-Regime in Pjöngjang. „90 Prozent des Außenhandels Nordkoreas entfallen auf China, und Pjöngjang könnte Nordkorea einfach ‚ausschalten‘, als wäre es eine Glühbirne“, sagte Professor Andrej Lankow von der  Kookmin University in Seoul. „Dennoch verzichtet Peking auf diesen Schritt aus Angst vor einem Zusammenbruch seines Nachbarlandes und den damit verbundenen Problemen – von den Flüchtlingen und bis zur Einführung eines amerikanisch-südkoreanischen Kontingents in den Norden der Halbinsel“, so der Experte.

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    Tags:
    Raketentest, Interkontinentalrakete, Luftabwehrsystem THAAD, Hwasong-14, Xi Jinping, Donald Trump, Nordkorea, China, USA
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