17:34 16 Dezember 2017
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    Politik der US Notenbank und ewige Werte: Wie hoch steigt der Goldpreis noch?

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    Die Goldpreise haben in der vergangenen Woche einen neuen Rekord seit Mitte Juni aufgestellt, schreibt die Zeitung „RBC Daily“ am Mittwoch.

    Am 28. Juli erreichten die im August ablaufenden Futures für Gold an der Comex-Börse den Stand von 1265,63 Dollar pro Feinunze.

    Experten führen das auf die Enttäuschung der Investoren über die Politik des Federal Reserve zurück. Die US-Notenbank beschloss nämlich in ihrer Sitzung am 25. und 26. Juli, den Leitzins auf dem bisherigen Niveau von 1 bis 1,25 Prozent zu halten, was sofort zur Senkung der Rentabilität der Treasuries um fünf Basispunkte und zur Schwächung des US-Dollars gegenüber den Währungen der wichtigsten Handelspartner Washingtons führte. Vor diesem Hintergrund stieg der Goldpreis sofort um 0,84 Prozent.

    Die Preise für das Edelmetall steigen seit Mitte Juli, als in den USA die makroökonomische Statistik veröffentlicht wurde, die die Marktteilnehmer enttäuscht hat, sagte der Anlageverwalter des Finanzgruppe Finam, Alexej Belkin. „Die Investoren sehen, dass die aktuellen Wirtschaftskennziffern, von denen Federal Reserve seine monetäre Politik abhängig macht, eine Erhöhung des Leitzinses unmöglich macht.“ 

    Unter anderem habe der US-amerikanische Verbraucherpreisindex im Juni unter der Konsens-Prognose (1,6 gegenüber 1,7 Prozent) gelegen, während die Notenbank öfter von der Notwendigkeit zur Aufstockung der Inflationsrate auf zwei Prozent gesprochen hatte, so der Branchenkenner. Auch die Arbeitslosenstatistik sei schlechter als erwartet gewesen. Seit 10. Juli sei der Goldpreis um 64 Dollar (5,31 Prozent) gestiegen, ergänzte Belkin.

    Der Chefanalyst des russischen Brokers Otkrytie, Konstantin Buschujew, zeigte sich seinerseits überzeugt, dass sich die Goldpreise trotz des Anstiegs im Juli innerhalb eines relativ engen Kanals bewegen, aber ohne einen klaren Trend. Denn kurzfristiges Ansteigen ließe sich auch im März und im Mai beobachten. Allerdings seien die Voraussetzungen für die weitere Aufwärtsbewegung vorhanden, stimmte er zu.

    Seit Ende Juli 2016 habe der Dollar-Indes neun Prozent verloren, und vor der Veröffentlichung der Mitteilung des Federal Reserve habe er fast auf dem Minimum seit 13 Monaten gelegen, sagte am 27. Juli der Chefanalyst der US-Investitionsbank Pipper Jaffray, Craig Johnson, gegenüber dem Sender CNBC. Nach seiner Auffassung werde der Dollar seinen Wert gegenüber dem Korb der wichtigsten Währungen weiter verlieren und einen Wert von 92 Punkten (1,7 Prozent gegenüber dem aktuellen Stand) erreichen. Bei einer solchen Dynamik könnten die Goldpreise durchaus 1300 Dollar pro Feinunze erreichen, prognostizierte der Experte.

    Sein Kollege Belkin stimmte zu, dass so etwas möglich wäre, glaubt aber nach eigenen Worten nicht, dass die Preise noch höher steigen würden. „Auf diesem Niveau schließen die ‚Bullen‘ an der Börse normalerweise ihre zuvor eröffneten Positionen“, betonte er.

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    Tags:
    Gold, Prognose, Börse, US-Notenbank FED, USA
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