14:38 14 Dezember 2019
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    Fließband des VW-Werks in Russland (Archivbild)

    Diesel-Gate: Verbindung von Berliner Politikern und Autobauer-Bossen zu eindeutig

    © Sputnik / Grigorij Sysoew
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    In Berlin hat dieser Tage der so genannte „Diesel-Gipfel“ stattgefunden, an dem Vertreter der deutschen Autobauer, die Ministerpräsidenten aller Bundesländer, in denen Autowerke ansässig sind, mehrere Bundesminister, Vertreter der Arbeitgeberverbände, der Gewerkschaften usw. teilnahmen, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Donnerstag.

    Ursprünglich sollten die Perspektiven der Dieselfahrzeuge in Deutschland im Mittelpunkt stehen, aber vor wenigen Wochen brach in der Bundesrepublik ein neuer Skandal um Absprachen zwischen den Autokonzernen aus. Also musste auch dieses Thema behandelt werden.

    Sehr wichtig war für die Teilnehmer des „Diesel-Gipfels“, weitere Imageschäden für die Branche zu verhindern, zumal sie eine der Stützen der exportorientierten deutschen Wirtschaft ist. Hinzu kommt, dass damit bis zu einer Million Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen.

    Im Zusammenhang mit Umweltschäden durch Dieselfahrzeuge wurde beschlossen, sie mit zusätzlichen Reinigungsanlagen auszustatten. In Deutschland gibt es insgesamt mehr als 45 Millionen Verkehrsmittel, von denen nahezu 15 Millionen Dieselmotoren haben. Mehr als fünf Millionen, darunter 2,5 Millionen VW-Autos, müssen nachgebessert werden.

    Aber immerhin sind die Millionen Deutschen, die Dieselautos fahren, gleichzeitig auch Wähler. Deshalb bemühten sich die Teilnehmer des Treffens darum, die Verbraucher zu beruhigen, dass sie dafür nicht zahlen müssen: SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz verlangte, dass dafür die Autobauer selbst aufkommen. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt versicherte, dass sie tatsächlich alle Kosten übernehmen werden.

    Solche Maßnahmen sind dringend nötig, denn in Stuttgart hatte ein Gericht erst vor wenigen Tagen beschlossen, dass die Innenstadt der Landeshauptstadt von Baden-Württemberg für Dieselfahrzeuge geschlossen werden soll. Also mussten die Teilnehmer des „Diesel-Gipfels“ dafür sorgen, dass sich diese Initiative nicht bundesweit verbreitet.

    Anders als Großbritannien und Frankreich, die zuletzt die Fristen festgelegt hatten, in denen auf Dieselfahrzeuge komplett verzichtet wird, wollen die deutschen Autobauer dies vorerst nicht tun und setzen auf die Nachrüstung der Dieselautos, damit sie den Standards Euro-5 bzw. Euro-6 entsprechen.

    Dass die deutsche Automobilindustrie einen Ausweg aus dieser schwierigen Situation findet, daran bestehen keine Zweifel. Aber die Konkurrenz, vor allem in Übersee, vergeudet keine Zeit. Der neue Skandal um Absprachen veranlasste einige Kunden in den USA, Volkswagen, Daimler und BMW zu verklagen. Eine entsprechende Klage wurde in ein Gericht im Bundesstaat New Jersey eingebracht. Gleichzeitig wurden darüber Audi, Porsche und auch die Briten von Bentley informiert. Es wird also voraussichtlich eine neue Gerichtsverhandlung geben. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang, dass der „Diesel-Gate“ in Amerika Volkswagen eine Strafe von 20 Milliarden Dollar gekostet hatte.

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    Strafen, Korruption, Ermittlung, Skandal, Abgasen, Affäre, Diesel, Daimler AG, BMW, VW-Konzern, SPD, Martin Schulz, Alexander Dobrindt, USA, Berlin, Deutschland