Widgets Magazine
02:36 21 Juli 2019
SNA Radio
    Regierungskräfte in Fleita, Syrien

    Der größte Kampf zwischen Moskau und Washington um Syrien steht noch bevor

    © REUTERS / Omar Sanadiki
    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    Nesawissimaja Gaseta
    1824115

    Syriens Verteidigungsministerium hat jüngst mitgeteilt, dass eine Abteilung der so genannten gemäßigten Oppositionskräfte die Waffen gestreckt und sich der libanesischen Hisbollah-Miliz (die zu Baschar al-Assads Verbündeten zählt) ergeben habe, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Freitag.

    Zuvor hatten US-amerikanische Medien verkündet, das US-Kommando hätte beschlossen, die Unterstützung der Oppositionskräfte im Südosten Syriens einzustellen.

    Auf den ersten Blick scheint das ein Erfolg der syrischen Regierungstruppen und ihrer Verbündeten (vor allem der russischen Luftwaffe) zu sein, weil sich die USA gezwungen sahen, die Umgebung der Stadt at-Tanf zu verlassen.  Denn Assads Kräfte haben die syrische Grenze südwestlich und auch nordöstlich von at-Tanf in der Provinz Suweida erreicht, so dass sie ein großes Gebiet, das von der Opposition kontrolliert wird, nahezu eingekesselt haben.

    Laut einigen Quellen verzichtete Washington auf die Unterstützung der Oppositionellen in diesem Gebiet, weil die sich geweigert hatten, seine Forderung zu erfüllen, künftig nur gegen den IS und nicht mehr gegen die Assad-Truppen zu kämpfen.

    Seitens des US-Kommandos war die Entscheidung zum Rückzug aus at-Tanf richtig. Denn erstens kann es jetzt zusätzliche Kräfte nach Deir-ez-Zor verlegen, wo große Öl-und Gasfelder liegen. Auch taktisch ist dieses Gebiet attraktiver für die Amerikaner, weil es dort unter anderem eine große Autobahn nach Bagdad gibt. Zweitens können sie relativ leicht neue Kämpfergruppen im benachbarten Jordanien zusammenstellen, die at-Tanf eventuell sehr schnell erreichen könnten. 

    Und schließlich ist es für die USA viel wichtiger, gerade im Norden Syriens ihren Einfluss auszubauen, wo die Kurden und die so genannten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDK) unter Washingtons Mitwirkung sehr erfolgreich vorgehen. Und dort wird es seine Verbündeten nicht ohne Unterstützung lassen.

    Deshalb wäre es falsch, den Rückzug der Amerikaner aus at-Tanf als einen Erfolg der Assad-Truppen darzustellen. Im Grunde ist Washington dadurch militärischen und auch politischen Ballast losgeworden. Übrigens ist dadurch einer der Aspekte vom Tisch, bei denen Russland und die USA kooperieren könnten. Jetzt haben sie in Syrien so gut wie keine Berührungspunkte mehr, die sie vereinigen.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    USA setzen Kooperation mit Russland nur in Syrien fort
    Kontaktlinie in Syrien: Russland warnt USA, Jordanien und Israel im Voraus
    Russland übertrumpft USA in Syrien - Trump wegen „Zugeständnissen“ in der Kritik
    Pentagon: Effektive Kommunikation zwischen Russland und USA in Syrien
    Tags:
    Einstellung, Kurden, Opposition, Zusammenarbeit, Waffenlieferungen, Demokratische Kräfte Syriens (SDF), Terrormiliz Daesh, Baschar al-Assad, At Tanf, Deir ez-Zor, Syrien, USA, Russland