05:12 19 Februar 2018
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    Islamistische Rebellen in Ost-Ghouta

    Damaskus schafft sich die Terroristen vom Hals

    © AFP 2018/ Abdulmonam Eassa
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    In Damaskus wird es bald voraussichtlich keine Terroristen mehr geben, schreibt die Zeitung "Iswestija" am Dienstag.

    Die Abteilung der al-Nusra-Front in Ost-Ghouta (Vorort von Damaskus) verkündete jüngst ihre Selbstauflösung. Das wurde nach der Errichtung einer Deeskalationszone in der Umgebung der syrischen Hauptstadt und zudem nach einer Umstrukturierung der syrischen Oppositionskräfte möglich.

    „Die bewaffnete Opposition verlangt, dass die Terroristen entweder Ost-Ghouta verlassen oder sich ihren Reihen anschließen, dabei aber ihre Ideologie aufgeben“, verriet eine Quelle im syrischen Parlament. „Und die al-Nusra-Front zeigte sich dazu bereit.“

    Dschamal Rabia, Abgeordneter der syrischen Regierungspartei Ba’ath, ergänzte seinerseits, dass auch die Einwohner die al-Nusra-Kämpfer einem großen Druck aussetzen. „Sie akzeptieren die Kämpfer einfach nicht, und diese mussten sich am Ende entscheiden: Entweder werden sie von der syrischen Armee vernichtet (…) oder es wird mit ihnen ein Abkommen getroffen, dass sie in den Norden Syriens in Richtung Idlib ziehen, wie das in einigen anderen Kreisen getan wurde“, so der Abgeordnete.

    Die Situation veränderte sich für die al-Nusra-Front nach dem Abkommen zur Einrichtung der Deeskalationszone in Ost-Ghouta, das am 22. Juli unter Vermittlung Ägyptens getroffen wurde. Laut diesem Dokument sollen sich alle Opponenten der syrischen Regierung von den Terroristen trennen.

    Eine wichtige Rolle spielte auch die Umstrukturierung in den Oppositionsreihen.

    „In Ost-Ghouta spielt die Organisation Dschaisch al-Islam die führende Rolle (deren Vertreter Mohammed Allusch die Oppositionsdelegationen bei den Gesprächen in Genf und Astana leitet). Vor einiger Zeit begann sie den Kampf gegen die al-Nusra-Front und fügte ihr beträchtliche Schäden zu“, teilte ein Insider mit. „Außerdem schloss sich die Dschaisch al-Islam einem Militärbund oppositioneller Gruppierungen an, der noch Mitte Juli gebildet worden war. Und dadurch veränderte sich das Kräfteverhältnis in Ost-Ghouta, sodass auch einfache Einwohner gegen die al-Nusra-Front auftreten konnten.“

    „De facto blieb in der Hauptstadt ein Spannungsherd, und die Behörden in Damaskus mussten hier beträchtliche Kräfte stationiert lassen, die an Gefechten anderswo teilnehmen könnten“, sagte Juri Sinin vom russischen Zentrum für Partnerschaft der Zivilisationen. „Nach der Einrichtung der Deeskalationszone und der Vernichtung von Terroristen in Ost-Ghouta konnten sie aber diesen Spannungsherd beseitigen.“

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    Tags:
    Offensive, Deeskalationszonen, Terrorbekämpfung, Kämpfe, Al-Nusra-Front, Damaskus, Syrien