10:37 21 August 2017
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    Nachtschießen-Wettbewerb der US-Armee (Archivbild)

    „Feuer und Wut“: Rettet Trump sein Amt mit Angriff auf Nordkorea?

    © Foto: U.S. Department of Defense
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    Kommersant
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    Unruhen auf den asiatischen Märkten, die vom jüngsten Austausch von Drohungen zwischen Nordkorea und den USA ausgelöst wurden, sind nicht einfach eine übliche nervöse Reaktion der Börse auf eine neue Welle von geopolitischer Instabilität.

    Die Ankündigung Pjöngjangs über einen möglichen Raketenangriff gegen US-Militärstützpunkte auf der Insel Guam und die Äußerung Trumps, dass Nordkorea mit „Feuer und Wut“ begegnet werden könne, könnten sogar mehr sein als reine Propaganda-Rhetorik. Das schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Donnerstag.

    Doch jene, die meinen, dass die Initiative der Entfachung einer militärischen Konfrontation vom unberechenbaren Pjöngjang ausgehen kann, irren sich. Dieses Land setzt zwar auf militärische Drohungen, will aber nicht die rote Linie überschreiten. Das wäre Selbstmord für Nordkorea.

    Eine andere Sache ist Donald Trump. Beim US-Präsidenten hat man es mit einer anderen Unberechenbarkeit zu tun. Die beruhigende Verkündigung des US-Außenministers Rex Tillerson, dass die Amerikaner in der Nacht ruhig schlafen können, sollte eher nicht als pure Wahrheit aufgefasst werden. Weil Tillerson nicht imstande ist, zu sagen, wie lange dieser „ruhige Schlaf der Amerikaner“ unter Trump anhalten wird.

    Fraglich ist zudem, ob er den Posten des Außenamtschefs bis zum kommenden Jahr angesichts der aktuellen Entwicklung in Washington innehaben wird.

    In diesem Sinne war Senator John McCain viel präziser bei seiner Einschätzung, der Trump vor der Lösung des Streits mit Nordkorea mit „Feuer und Wut“ warnte.

    Bis zuletzt wurden die Behauptungen, dass die USA sich nie zu einem Angriff auf Nordkorea entschließen werden, damit erklärt, dass Pjöngjang de facto Südkorea als Geisel hat. Selbst nordkoreanische Artillerie könnte Seoul in Schutt und Asche legen. Deswegen würde Washington niemals diesen Schritt wagen, der das Todesurteil für seine asiatischen Verbündeten bedeuten würde.

    Doch Trump bewies bereits mehrmals, dass er sich über Klischees, Verbote und Tabus hinwegsetzen kann. Er deutet die Innenpolitik der USA und die Verpflichtungen Washingtons gegenüber Verbündeten auf seine Art.

    Wie gefährlich ist Trump? Und warum ist die Einschätzung der Situation um Nordkorea von McCain präziser als die von Tillerson?

    US-Experten sind zunehmend der Ansicht, dass Trumps Präsidentschaft derzeit nur mit einem kleinen siegreichen Krieg gerettet werden kann. Als Unternehmer und Pragmatiker kann sich Trump selbst davon überzeugen, dass er pragmatisch und rational vorgeht und zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt – er erscheint als Anführer einer Nation, der er nie gewesen ist, und befreit die Welt von Nordkorea.

    Auch George W. Bush wurde in Washington zunächst nicht ernst genommen, weil der unterlegene demokratische Herausforderer Al Gore als der bessere Kandidat galt. Doch nach der Tragödie vom 11. September und der Militäroperation zum Sturz des Taliban-Regimes in Afghanistan wurde er von den Kongressmitgliedern unterstützt, die ihn zuvor eher mit Abscheu  betrachtet hatten.

    Der unter Druck gesetzte Trump will es dem republikanischen Präsidenten George W. Bush vielleicht nachmachen und beweisen, dass seine Präsidentschaft Realität ist und nicht von Hillary Clinton gestohlen wurde, indem man auf ein militärisches Abenteuer auf der Koreanischen Halbinsel bzw. im Nahen Osten eingeht.

    Deswegen brodelt es an den Börsen. Die größten Erschütterungen stehen noch bevor.

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    Tags:
    Lösung, Probleme, Innenpolitik, Vorbereitungen, Krieg, 9/11, Pentagon, George H. W. Bush, John McCain, Rex Tillerson, Donald Trump, Nordkorea, USA
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