14:06 16 Dezember 2017
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    Donald Trump (l.) und Mike Pence vor einer Pressekonferenz in Bedminister, New Jersey

    Trump ist Pence ein Freund - aber der Ruf ist wichtiger

    © AP Photo/ Evan Vucci
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    Nesawissimaja Gaseta
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    US-Vizepräsident Michael Pence hat einige Umbesetzungen in seinem Team vollzogen: Nick Ayers löste jüngst seinen Stabschef Josh Pitcock ab, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Freitag.

    Früher arbeitet Ayers beriets in Pences Wahlstab. Und in den ersten Monaten der Amtszeit von Präsident Trump war er dessen Berater.

    Experten glauben nicht, dass Ayers‘ Ernennung bedeuten könnte, dass Pence seinen Chef Trump baldmöglichst ablösen will. Sein Ziel ist eher, sein eigenes Image trotz der zahlreichen Skandale um die aktuelle Administration sein eigenes Image zu bewahren.

    Wie die Zeitschrift „Politico“ unlängst schrieb, hatte Ayers den Vizepräsidenten noch Anfang des Jahres gewarnt, dass Trumps Vorgehen seinem Image indirekt schaden könnte, und ihn zugleich aufgerufen, dem Staatschef in Fragen offen zu widerstehen, wo Pences eigene Karriere auf dem Spiel stehen könnte.

    Laut Medienberichten denken die Republikaner schon jetzt darüber nach, wer neben Trump ihr Präsidentschaftskandidat bei der nächsten Wahl 2020 werden könnte. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, gab allerdings zu verstehen, dass Pence mit diesen Plänen nichts zu tun hat. „Der Vizepräsident konzentriert sich voll und ganz auf die Umsetzung der Pläne des Präsidenten und unterstützt seine neue Kandidatur 2020“, betonte sie.

    Pence werde es jedoch äußerst schwer haben, die „goldene Mitte“ im Rahmen des Zusammenwirkens mit dem Präsidenten zu finden, zeigte sich die USA-Expertin des russischen Instituts für Weltwirtschaft und internationale Beziehungen, Viktoria Schurawljowa, überzeugt. „Egal wie der Vizepräsident versuchen sollte, zu der vom US-Präsidenten ausgeübten Politik auf Distanz zu gehen, er setzt jedenfalls die Tagesordnung des Präsidenten um. Da wird es ihm sehr schwer fallen, eine unabhängige Figur zu bleiben.“ Angesichts dessen könnte Pence nur dann US-Präsident werden, falls Trump den Posten wegen eines Misstrauensverfahrens verliere, so die Politologin.

    Hinzu komme Trumps schwieriger Charakter, fuhr Schurawljowa fort: „Der Präsident (…) duldet in seinem Team keine Leute, die nicht mit ihm zusammen handeln.“ Zwar habe Trump keine Vollmachten, seinen Vize zu entlassen, aber er könnte Pence bei wichtigen Entscheidungen keine Rolle spielen lassen und dadurch dessen politische Ambitionen zunichtemachen.

    Inzwischen wird der Druck auf Trump wegen seiner angeblichen Kontakte mit Russland ausgebaut. Vor einigen Tagen wurde bekannt, dass Sonderermittler Robert Mueller die so genannte Grand Jury einberufen hat. Das bedeutet, dass die Ermittlungen intensiviert werden.

    Und die Zeitung „Washington Times“ berichtete jüngst, dass das FBI vor einigen Wochen das Haus Paul von Manafort, dem früheren Wahlkampfmanager Trumps, durchsucht hatte. Dabei seien sein Computer und andere Geräte beschlagnahmt worden. Auch das dürfte ein Beweis von der Entschlossenheit der Ermittler zeugen, Trumps mutmaßliche „Russian Connections“ ans Licht zu bringen.

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    Tags:
    Wahleinmischung, Spekulationen, Amtsenthebung, Ermittlung, Rücktritt, Politico, Weißes Haus, FBI, Robert Mueller, Mike Pence, Paul Manafort, Donald Trump, USA, Russland
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