18:38 19 November 2019
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    Polizisten vor dem Auto, mit dem der 20-jährige James Fields in die Menschenmenge gerast ist

    US-Rechtsextreme treten in Fußstapfen der Islamisten

    © REUTERS / Justin Ide
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    Der Auto-Anschlag in Virginia zeigt, dass sich die ethnischen Konflikte in den USA verschärft haben, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Montag.

    In Charlottesville im US-Bundesstaat Virginia ist ein Auto bei einer Kundgebung gegen Rassismus in die Menschenmenge gerast, eine Frau wurde dabei getötet. Weitere rund 20 wurden verletzt.

    Als verdächtiger Täter wurde der 20-jährige James Fields aus Ohio festgenommen, der an einer Kundgebung der Rechtsextremen teilnahm.

    Der Auto-Anschlag ereignete sich, während  in Charlottesville Proteste stattfanden. Rechtsextreme Demonstranten versammelten sich in einem Stadtpark, wo die Statue von General Robert E. Lee, der während des Bürgerkriegs die Konföderation der Südstaaten befehligte, auf Beschluss der Behörden entfernt werden soll.

    Kurze Zeit später versammelten sich in Charlottesville Gegendemonstranten, die für die Rechte der Minderheiten und gegen Rassismus auftraten. Zwischen den beiden Seiten kam es zu Zusammenstößen. Insgesamt wurden bei den Unruhen am Samstag mehr als 30 Menschen verletzt, wie die Zeitung „USA Today“ berichtet.

    Am Samstagabend raste ein Auto, an dessen Steuer Fields saß, in die Menge der protestierenden Antifaschisten. Bei dem Auto-Anschlag kam eine Frau ums Leben, rund 20 Menschen wurden verletzt. Es handelt sich um den ersten Terroranschlag dieser Art in den USA. Früher hatte es einige Auto-Anschläge nur in Europa gegeben.

    Die US-Behörden verurteilten die Zusammenstöße der Demonstranten, vor allem das rassistische Verhalten der Rechtsextremen. „Die Härte und die Opfer in Charlottesville sind ein Schlag mitten ins Herz der US-Justiz. Solche Handlungen, die sich aus Rassismus und Hass ergeben, widersprechen unseren Werten und sind unzulässig“, sagte der Justizminister Jeff Sessions.

    Auch US-Präsident Donald Trump rief dazu auf, mit der Gewalt Schluss zu machen. „Wir müssen geschlossen bleiben und den Hass verurteilen, der von allen Seiten ausgeht. In den USA gibt es keinen Platz für Brutalität. Wir müssen einig sein!“, schrieb Trump auf Twitter. Er wurde auch von Vizepräsident Mike Pence unterstützt.

    Zugleich kritisierten mehrere Politiker Trump für seinen Verzicht, rechtsextreme Kräfte für ihre Brutalität direkt zu verurteilen – darunter den von Fields verübten Terroranschlag. „Es ist sehr wichtig für unsere ganze Nation, dass der Präsident die Dinge mit ihren Namen nennt, weil das, was in Charlottesville geschah, ein Terroranschlag seitens der weißen Rassisten ist“, schrieb der republikanische Senator Marco Rubio auf Twitter.

    Der ehemalige Vizepräsident Joe Biden unterstützte die Demonstranten, die gegen rechtsextreme Nationalisten auftraten. „Rassismus und Hass haben keinen Platz in den USA“, schrieb er auf Twitter.

    Der Bürgermeister von Charlottesville, der Demokrat Michael Signer, machte Trump für die Gewalt in der Stadt verantwortlich. „Für das Geschehene sind das Weiße Haus und Menschen, die den Präsidenten umgeben, verantwortlich“, zitiert ihn die Zeitung „The Independent“. Dabei handele es sich um die Rhetorik Trumps während des Wahlkampfes, die Singer als rassistisch bezeichnet.

    Laut dem Politologen Juri Roguljow wurde es nicht geschafft, in den USA einen richtigen „melting pot“ zu schaffen. Obwohl der Anlass zu den Protesten das Thema Bürgerkrieg war, ist die Unzufriedenheit der armen weißen Bevölkerung eher mit dem jüngsten Zustrom der Einwanderer verbunden als mit historischen Beleidigungen. „Neue Migranten nehmen die Arbeitsplätze weg, bei denen noch eine hohe Qualifikation erforderlich ist, das führt zur Senkung der Löhne für die weißen Amerikaner“, so Roguljow.

    Trump förderte tatsächlich die Anti-Migranten-Stimmungen während des Wahlkampfes. „Jetzt versteht er, dass die Situation zu weit ging, und wird versuchen nun, die Bevölkerung zu beschwichtigen. Doch letztlich bin ich nicht der Ansicht, dass er völlig auf seine frühere Rhetorik verzichten wird“, sagte der Experte.

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    Menschenmenge, Neonazis, Protest, Anschlag, Opfer, Auto, Terrormiliz Daesh, Charlottesville, USA