03:10 20 August 2018
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    Serbische Soldaten während der Militärübung Slawische Brüderschaft (Archivbild)

    Moskau und Washington können den Balkan nicht untereinander teilen

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    Nesawissimaja Gaseta
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    Moskau und Washington treten in eine neue Phase des geopolitischen Wettkampfes ein. Das Pentagon beginnt den Bau eines militärischen Zentrums in der Ukraine, festigt seine Präsenz in der Ukraine sowie in Moldawien und Georgien.

    Russland festigt seinerseits seine Positionen nicht nur im postsowjetischen Raum, sondern auch auf dem Balkan, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Montag.

    Während Experten und Medien in der vergangenen Woche aktiv den Bau von US-Militärobjekten in der Ukraine und Moldawien besprachen, zeigte Russland durch seine Teilnahme an den Internationalen Armeespielen “ArMI 2017” seine Fähigkeit, die gemeinsamen militärischen Interessen bei verschiedenen Partnern und Verbündeten zu vereinigen.

    Was die Militäraktivitäten der USA in Europa und im postsowjetischen Raum betrifft, muss daran erinnert werden, dass mehr als 2500 Soldaten aus der Ukraine und 14 Partnerländern an den internationalen Übungen “Rapid Trident 2017” Anfang September im Gebiet Lwiw teilnehmen, wo US-Einheiten das größte Kontingent stellen. Zudem soll in diesem Gebiet in wenigen Tagen ein militärisches Zentrum mit einer Fläche von 3500 Quadratmetern eröffnet werden, an dessen Ausstattung die USA halfen. Wie der ukrainische Verteidigungsminister Stepan Poltorak sagte, handelt es sich um eines der besten in Europa. Das Zentrum ist für die Trainings von ukrainischen Spezialeinheiten bestimmt. Ein ähnliches Zentrum entsteht in Moldawien. In Georgien will das Pentagon demnächst ein Programm zur Verteidigungsbereitschaft Georgiens starten, das die „Abwehr gegen Russland“ und Ausbildung von georgischen Soldaten durch US-Ausbilder vorsieht. Dies geschieht ebenfalls in einem mit US-Geldern gebauten Zentrum.

    Damit werden die Ukraine und Georgien die Heranziehung von Militärspezialisten der Nato-Länder zur Festigung ihrer Verteidigungsfähigkeit fortsetzen. In Moldawien stoßen diese Vorgänge auf Schwierigkeiten, weil Präsident Igor Dodon als Freund Moskaus gilt und bereits im kommenden Jahr eine seiner Position entsprechende Regierung bilden will. Allerdings bleibt es Tatsache, dass es im postsowjetischen Raum drei Länder gibt, die dem Kurs der USA und der Nato folgen und die feindliche Handlungen gegenüber Russland unternehmen.

    Laut dem Militärexperten Juri Netkatschew verstärkt Russland als Antwort darauf nicht nur seine südwestliche strategische Flanke, sondern ergreift auch für hybride Ziele Maßnahmen, die in der letzten Zeit einen bedeutenden Rating-Effekt haben. „An den Spielen ArMI 2017 nahmen der Iran und Venezuela teil, die von vielen in den USA als Abweichler gelten. In der Reihe der Partner Russlands fällt auch Serbien auf.“ Früher hatte Aserbaidschan zum GUAM-Block gehört, doch jetzt ist es Freund und Partner Russlands. Der Experte weist darauf hin, dass in Baku eine Etappe der ArMI-Spiele organisiert worden sei.

    Der Experte machte darauf aufmerksam, dass bei der Schlussetappe der Armeespiele die Verteidigungsminister mehrerer Länder anwesend waren, darunter der serbische Verteidigungsminister Alexander Vulin. Er sagte am Samstag, dass Serbien nicht der Nato beitreten werde, solange er Verteidigungsminister und Alexander Vucic Präsident sei. Zudem sprach er über die Aussichten der weiteren militärischen und militärtechnischen Kooperation Russlands und Serbiens. „Wir werden die gemeinsamen Übungen fortsetzen. Und wir werden auch die Politik der militärischen Neutralität fortsetzen.“ Laut Vulin wird Serbien von Russland sechs MiG-29-Flugzeuge, 30 Panzer und Schützenpanzerwagen bekommen.

    Die russisch-serbische Kooperation in diesem Bereich ist aussichtsreich. Während im Gebiet Moskau serbische Besatzungen am Panzer-Biathlon teilnahmen, nahmen ihre Kollegen an gemeinsamen serbisch-russischen Manövern auf einem Gelände bei Sankt Petersburg teil. Etwas früher nahmen sie in Weißrussland am trilateralen Manöver „Slawische Bruderschaft 2017“ teil.

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    Tags:
    Militärstützpunkte, Einfluss, Militärausbilder, Waffenlieferungen, MiG-29, Pentagon, NATO, Balkan, Moldawien, Georgien, Weißrussland, USA, Serbien, Russland, Ukraine
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