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17:51 23 September 2019
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    Mobile Radarstation der russischen Flugabwehrkräfte während Übungen (Archivbild)

    Kriegsgeheul zwischen USA und Nordkorea – Russland aktiviert Flugabwehr

    © Sputnik / Verteidigungsministerium Russlands
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    Russland hat seine Flugabwehrmittel im Fernen Osten in erhöhte Einsatzbereitschaft versetzt, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Dienstag.

    US-Präsident Donald Trump sagte bei seinem Treffen mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron in der vergangenen Woche in Paris, dass die USA zusammen mit ihren Verbündeten bereit seien, wirtschaftliche, diplomatische und militärische Maßnahmen gegen Nordkorea zu ergreifen. Dabei legte er den Schwerpunkt auf Militärmaßnahmen. Angesichts der Wahrscheinlichkeit des Einsatzes von Atomwaffen im Konflikt zwischen den USA und Nordkorea wurden die russischen Flugabwehr- und Raketenabwehrkräfte in erhöhte Einsatzbereitschaft versetzt.

    In Washington scheint man sich uneinig darüber zu sein, wie das nordkoreanische Problem geregelt werden soll. US-Präsident Trump sagte, dass er auf die Drohungen seitens Pjöngjangs mit „Feuer und Wut“ antworten könne. Vor diesem Hintergrund wirkt selbst der als Falke bekannte Verteidigungsminister James Mattis eher als „Friedenstaube“ – er spricht sehr zurückhaltend: „Die Tragödie eines Kriegs ist allen zu gut bekannt, man sollte ihr keine Charakteristika geben, außer der Tatsache, dass es eine globale Katastrophe sein wird“. Der Kommandeur der US-Pazifikflotte, Admiral Scott Swift, hatte zu einem möglichen Atomschlag gegen Nordkorea gesagt, dass er ihn im Falle eines entsprechenden Befehls des US-Präsidenten ausführen würde.

    Während US-Außenminister Rex Tillerson für Verhandlungen wirbt, sagt die US-Botschafterin bei der UNO, Nikki Haley, dass die Zeit für Urteile bereits vorbei sei.

    Der US-Militärexperte Harry J. Kazianis äußerte die Meinung, dass selbst ein nichtnuklearer Konflikt zwischen den USA und Nordkorea zu einer regionalen Katastrophe führen werde. „Würde Nordkorea  Seoul unter Artilleriefeuer nehmen, die Hauptstadt Südkoreas befindet sich nur 35 Meilen von der demilitarisierten Zone entfernt, könnten die Zerstörungen katastrophal sein“. US-Vizepräsident Mike Pence schließt eine militärische Variante der Konfliktlösung nicht aus. Er sagte, dass B-1-Bomber für den Flug vom US-Stützpunkt auf Guam zur koreanischen Halbinsel und zurück nicht mehr als zehn Stunden bräuchten.

    Natürlich berücksichtigen die USA das Vorhandensein von ballistischen Raketen, die enorme Anzahl an Soldaten, Panzern und Artillerie-Anlagen in Nordkorea. Die Streitkräfte Nordkoreas zählen 1,1 Millionen Soldaten plus vier bis sieben Millionen Reservisten, 6500 Panzer, 14.100 Einheiten Rohr- und Raketen-Artillerie. Nordkorea verfügt über rund 800 Kampfflugzeuge verschiedener Typen, die jedoch veraltet sind. Die Flugabwehrkräfte sind hingegen ziemlich gut ausgerüstet. Eine Intervention der USA könnte zu einer schlimmeren Krise als in Vietnam führen.

    Die Überwasserflotte Pjöngjangs ist schwach. Die U-Flotte verfügt über 70 bis 76 dieselelektrische U-Boote, vielleicht etwas mehr. Nordkoreanische U-Boote sind mit ballistischen Raketen ausgerüstet, was für Washington tatsächlich eine Gefahr bedeutet, weil von einem Raketenangriff das ganze Territorium der USA bedroht wird. Was die ballistischen Raketen angeht, können keine genauen Zahlen genannt werden, doch man muss die Tatsache berücksichtigen, dass Nordkorea diese Waffen exportiert. Auch die Zahl der nuklearen Sprengköpfe bleibt ein Geheimnis. Laut westlichen Experten handelt es sich um rund 100 Sprengköpfe, jedenfalls soll es so viele bis 2020 geben.

    Gegen Pjöngjang können die USA schweres Geschütz auffahren. Dabei handelt es sich vor allem um die Pazifikflotte mit insgesamt drei nuklearen Flugzeugträgern, 12 Raketenkreuzern, 24 Atom-U-Booten und einigen Dutzend Zerstörern, die mit Marschflugkörpern ausgerüstet sind, sowie Versorgungsschiffen. Hinzu kommen die Armee Südkoreas und die Verteidigungskräfte Japans.

    Die Situation wird dadurch erschwert, dass Sanktionen gegen Nordkorea bereits vom UN-Sicherheitsrat beschlossen wurden. Washington hat freie Hand für ein militärisches Abenteuer. Jetzt stellt sich die Frage, ob sich die USA zu Militärmaßnahmen entschließen werden oder nicht? Falls Washington einen Krieg beginnt und mit Luft- und Raketenangriffen das Offensivpotential Nordkoreas nicht zerstören wird, wird es fast zur völligen Zerstörung des Südens der Halbinsel und Japans führen. Vielleicht werden auch Teile des US-Festlandes betroffen. Falls Pjöngjang aber in die Knie gezwungen wird, ist eine Fortsetzung in Bezug auf Russland und China im nächsten Jahrzehnt zu erwarten.

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    Tags:
    Zuspitzung, Konflikt, Bombardierung, B-1B Lancer, US-Pazifikflotte, UN, Nikki Haley, Rex Tillerson, James Mattis, Donald Trump, Guam, Japan, Südkorea, Nordkorea, USA