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14:59 21 September 2019
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    Die russisch-weißrussische Übung „Westen“ Archivbild

    Russisch-weißrussisches Großmanöver sitzt Nato im Nacken

    © Sputnik / Igor Zarembo
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    Die Nato wird bis September zusätzliche Kräfte in der Ukraine und anderen Ländern Osteuropas stationieren, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Mittwoch.

    Nato-Kampfjets F-15C (Archivbild)
    © AFP 2019 / ANP/ Catrinus van der Veen
    Am Dienstag sind in Weißrussland im Rahmen der Vorbereitung auf die gemeinsame strategische Übung „Westen 2017“ („Zapad 2017“) russische Einheiten eingetroffen. Nach Angaben des weißrussischen Verteidigungsministeriums werden die Truppen bei den Vorbereitungsmanövern vom 21. bis zum 25. August die technische Versorgung und die des Hinterlands üben.

    Wo die Übungen stattfinden werden und wie groß die herangezogenen Kräfte sein werden, wurde bislang nicht mitgeteilt. Allerdings wird berichtet, dass alle zu den Übungen eingetroffenen Kräfte zum russischen Teil der regionalen Truppengruppierung gehören.

    Die regionale Truppengruppierung des Unionsstaates Russland und Weißrussland existiert bereits seit mehr als 20 Jahren. Nach Angaben der weißrussischen Botschaft in Russland besteht sie aus den Streitkräften der Republik Belarus sowie der 20. Armee des Militärbezirks West der russischen Streitkräfte.

    Damit beläuft sich die Stärke der Gruppierung auf mindestens 80.000 bis 100.000 Soldaten. Die Einheiten der Hinterland- und materiell-technischen Versorgung machen mindestens zehn Prozent des Kontingents aus. Bekannt ist, dass die Einheiten der 20. Armee sowie andere russische Einheiten nicht in Weißrussland stationiert sind. Doch die Führung der Nato und die Ukraine sind besorgt darüber, dass die russischen Truppen nach der Ankunft zu den Übungen „Westen 2017“ dort auf ständiger Grundlage bleiben werden. Kiew zufolge kann das Manöver sogar zur direkten Aggression bzw. zu Diversionshandlungen gegen die Ukraine genutzt werden. Die britische Zeitschrift „The Economist“ berichtete vor wenigen Tagen, dass der September 2017 der heißeste Monat für die Nato-Länder wegen des „Westen 2017“-Manövers sein werde, an denen angeblich „rund 100.000 russische Soldaten“ teilnehmen werden.

    Das russische und weißrussische Verteidigungsministerium wiesen mehrmals diese Informationen zurück. Laut offiziellen Angaben nehmen am Manöver rund 13.000 Militärangehörige teil.

    Die Nato will wegen der angeblichen russischen Bedrohung durch die „Westen 2017“-Übungen in Osteuropa zusätzliche Verbände stationieren. Das sagte der estnische Botschafter in Russland, Arti Hilpus. In Estland wird gegen Ende August eine Einheit der 173. US-Landungsdivision mit 150 Soldaten eintreffen. Auch andere Länder, die an Russland und Weißrussland grenzen, werden von der Nato aufgerüstet. Darüber hinaus wurden in diesem Jahr bereits jeweils 1000 Nato-Soldaten in Polen, Lettland, Litauen und Estland stationiert. Anfang September werden bei den Nato-Übungen „Rapid Trident 2017“ in der Ukraine bis zu 2000 Soldaten aus den USA und anderen Mitgliedsstaaten des Militärbündnisses stationiert, die Kampfaufgaben mit Waffen und Militärtechnik, darunter sechs Flugzeuge und zehn Hubschrauber, üben werden.

    Westliche Medien zitierten bereits mehrmals die litauische Präsidentin Dalia Grybauskaite, laut der die Übungen „Westen 2017“  provokativ seien. „Wir erwarten mit Besorgnis die Übungen ‚Westen 2017‘, bei denen sehr zahlreiche und aggressive Kräfte konzentriert werden und ein Krieg gegen den Westen demonstrativ vorbereitet wird.”

    Dabei begannen die vor wenigen Tagen in Estland stationierten Erdkampfflugzeuge A-10 von der 10. Fliegereinheit der US-Nationalgarde mit der Übung von Aufgaben zu Start und Landung auf der Autostraße von Jagala nach Kyaravete bei Tallinn. Nach der Erfahrung der Kampfhandlungen des Pentagons im Irak, in Syrien und auf dem Balkan erfüllten gerade die A-10-Flugzeuge, die taktische Atomwaffen tragen können, Kampfaufgaben mit der Benutzung von unvorbereiteten Start- und Landebahnen. Jetzt erschließen sie wohl die baltischen Länder. Von Tallinn bis Sankt Petersburg, wo der Stab des Militärbezirks West stationiert ist, dauert ein Flug nur 20 Minuten.


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    Tags:
    Westen 2017, NATO, Weißrussland, Russland