10:51 21 September 2017
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    Simulation einer Giftgasattacke während Übungen der US-Nationalgarde

    Der Westen legalisiert den Chemiekrieg gegen Damaskus

    © Foto: U.S. Army National Guard/ Staff Sgt. Brian A. Barbour
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    Nesawissimaja Gaseta
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    Extremistische Gruppen in Syrien sollen mit Reizkampfstoffen aus den USA und Großbritannien versorgt worden sein. Das zumindest behauptet die Regierung in Damaskus, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Freitag.

    Damaskus wirft den USA und Großbritannien vor, illegale bewaffnete Gruppierungen in Syrien mit Giftstoffen versorgt zu haben. London weist diese Vorwürfe zurück, Washington schweigt bislang. Doch die US-Firmen Federal Laboratories und NonLethal Technologies werben auf ihren Webseiten mit Handgranaten und Geschossen für Granatwerfer, die den in Aleppo und bei Damaskus entdeckten ähneln.

    Es wurde auch für Erzeugnisse geworben, die mit den Reizkampfstoffen CS und CN ausgestattet sind. Diese wurden vom stellvertretenden Außenminister Syriens, Feissal Mikdad, auf einer Pressekonferenz in Damaskus gezeigt.

    In den USA und anderen Ländern gelten diese Stoffe, die Irritationen in Augen und Atemwegen auslösen, nicht als Kampfstoffe und werden als nicht-tödliche Waffen kategorisiert. Das Pentagon wollte sie mithilfe von chemischen Flugzeugbomben, Artilleriegeschossen, Generatoren von Aerosolen und Rauchgranaten nutzen.

    Das US-Militär hat solche Giftstoffe nie eingesetzt. Doch bekannt ist, dass die Erzeugnisse von Federal Laboratories früher von der britischen Armee zur Beilegung der Unruhen in Nordirland verwendet wurden. Federal Laboratories lieferte die Giftstoffe außerdem an Israel. Nach Angaben westlicher Medien wurden nach Israel Gaswaffen sowie CS- und CN-Granaten für den Einsatz in den palästinensischen Gebieten gebracht. Doch 1988 stoppte die US-Firma nach Berichten über rechtswidrige Verwendung den Verkauf der Reizkampfstoffe CS und CN.

    Laut dem Militärexperten Juri Netkatschew könnten die mit Tränengas bestückten Waffen von arabischen Regimes, Feinden Assads gekauft und dann illegal nach Syrien gebracht und im Krieg gegen die Regierungstruppen eingesetzt worden sein. In großer Konzentration führen sie zum Tod. Deswegen müsse eine internationale Untersuchung zeigen, warum amerikanische und britische Kampfstoffe in die Lager der syrischen illegalen Gruppierungen gelangten. Dabei seien die Behauptungen, es seien angeblich nicht-tödliche Waffen, falsch, weil die Nutzung von Reizstoffen, die zu Irritationen führen, gemäß Artikel 5 der Konvention über das Verbot chemischer Waffen nur bei der Bekämpfung von Unruhen erlaubt ist. Als Kriegsführungsmittel seien sie verboten, so der Experte.

    Washington führt im Nahen Osten sein eigenes Spiel. Dabei sucht es trotz der gegen Moskau verhängten Sanktionen aktiv nach Kontakten zu Russland bei der Syrien-Frage. Wie die Sprecherin des US-Außenministeriums, Heather Nauert, am Donnerstag sagte, hält Washington das Zusammenwirken mit Moskau zur Einrichtung der Deeskalationszonen in Syrien für sehr wichtig.

    „Wir sind zwei Atommächte, und zwei Atommächte können in dieser Welt nicht gut ohne jegliche gegenseitige Beziehungen koexistieren“, sagte sie. Allerdings fügte sie hinzu: „Trotz der Bereitschaft, die Beziehungen zu Russland zu verbessern, wird Washington gegenüber Moskau bei keinen Fragen klein beigeben, die die US-Interessen betreffen.“

    Die Syrien-Strategie des Pentagons läuft darauf hinaus, das Assad-Regime durch die verdeckte Unterstützung für gemäßigte Extremisten und Kurden größtmöglich zu schwächen. Die Lieferungen der Reizkampfstoffe CS und CN gehören wohl dazu. Dabei haben die Amerikaner keine Skrupel. Wie der TV-Sender Al-Mayadin am Donnerstag berichtete, kamen in den vergangenen zwei Tagen im syrischen Rakka bei Angriffen der Luftstreitkräfte der US-geführten Koalition mehr als 40 Menschen ums Leben, vor allem Zivilisten.

    Washington unterstützt zudem die separatistischen Stimmungen der Kurden, eines seiner Ziele ist wohl die Teilung Syriens und Iraks in viele kleinere Staaten. Die USA sowie andere Länder des Westens äußerten bislang keine Besorgnis über das für den 25. August geplante Unabhängigkeitsreferendum des Irakischen Kurdistans. Laut der Verkündigung des Vertreters des Stabschefs der Peschmerga-Einheiten der regionalen Regierung Kurdistans, Salar Mohamed Dschabri, ist in der nächsten Zeit der Ausbau des US-Truppenkontingents zu erwarten. Dem Irakischen Kurdistan ist die weitere Unterstützung der US-geführten Koalition versprochen worden, darunter die Lieferung von Waffen und Munition, Luftunterstützung, beratender Beistand und Ausbildung der Peschmerga-Kräfte.

    Laut kurdischen Zeitungen wurde diese Verkündigung gemacht, um Medienberichte zu widerlegen, dass die USA ihre Unterstützung für die Kurden wegen der Pläne der regionalen Regierung stoppten, ein Unabhängigkeitsreferendum durchzuführen.

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    Tags:
    Kurden, Extremisten, Giftgas, Lieferung, Pentagon, Baschar al-Assad, Russland, Großbritannien, USA, Syrien
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