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    Migranten aus Afrika, die von einer spanischen NGO im Mittelmeer gerettet wurden

    „Europa muss seine Identität überdenken“

    © REUTERS / Yannis Behrakis
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    Kommersant
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    Staats- und Regierungschefs aus aller Welt haben den Terrorangriff in Barcelona aufs Schärfste verurteilt. US-Präsident Donald Trump versprach Spanien jegliche Hilfe im Kampf gegen den Terrorismus. Nach Medienangaben hatte der CIA die spanischen Behörden vor diesen Terrorattacken gewarnt, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Montag.

    Bis zu 3000 ehemalige IS-Kämpfer sind aus Syrien und dem Irak nach Europa zurückgekehrt, berichtet die belgische Nachrichtenagentur Belga. Womöglich werden noch viele IS-Extremisten aus dem Nahen Osten nachkommen.

    Nach dem Terroranschlag in Barcelona sowie in London, Paris, Berlin und anderen europäischen Hauptstädten stellt sich die Frage: Ist für das freie Europa die Zeit gekommen, in der grundlegende Werte wie Multikulturalismus und Toleranz revidiert werden müssen? Oder muss zumindest der Ansturm illegaler Migranten gestoppt und ihnen deutlich gemacht werden, dass sie einfach zurückgeschickt werden?

    Doch es ist keine Verschärfung der Migrationspolitik zu erkennen – die Flüchtlinge strömen weiterhin nach Europa, wo sie verteilt werden und sich unter dem Schutz der Regierungen befinden.

    Nun ereignete sich die Tragödie in Barcelona. Die Bürgermeisterin von Paris, Anne Hidalgo, drückte den Spaniern zwar ihr Beileid aus, sagte jedoch zugleich, dass Werte wie Toleranz viel stärker seien als gemeiner und ängstlicher Terrorismus.

    Woher kommen diese Terroristen? Nach den blutigen Terroranschlägen in Paris im November 2015 stellte sich heraus, dass die Terroraktionen im Brüsseler Stadtteil Molenbeek vorbereitet wurden – mitten in Europa gibt es ein Stadtviertel, in das sich selbst Polizisten nicht trauen. Wie viele solche Orte gibt es in der EU? Das ist schwer zu sagen. Prüft da jemand irgendetwas? Oder hat man Angst, die dort lebenden Menschen zu stören, ihre Verfassungsrechte zu verletzen?

    Nach jedem Terroranschlag stellt sich heraus, dass die meisten Attentäter bei den Sicherheitsdiensten bereits aktenkundig waren. Doch alle Warnungen konnten die Anschläge nicht verhindern. Oder haben sie Angst vor dem Vorwurf der fehlenden Toleranz, wenn sie konsequente Gefährder ins Visier nehmen?

    Das Fazit lautet – man hat weniger Angst vor Terroranschlägen als vor der Revision der westlichen Werte.

    In den USA wurde ein Präsident gewählt, der eine Mauer an der Grenze zu Mexiko baut und die Visaregeln verschärft. Die europäischen Trumps sind noch nicht so stark, doch wenn es so weitergeht, werden sie triumphieren.

    Großbritannien könnten andere Länder folgen. Dies könnte der einfachste Weg sein, sich vor den Terroristen abzuschotten.

    Die momentane Situation ist eine Krise des linken Europa, das Reformen nicht weniger als Russland braucht. Bei den Reformen geht es nicht um den Übergang zur Diktatur bzw. Rassenhass. Man muss einfach neu die eigene Identität überdenken.

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    Tags:
    Reformen, Migrationspolitik, Bekämpfung, Terrorismus, Terrormiliz Daesh, EU, CIA, Donald Trump, USA, Barcelona, Spanien
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