17:11 22 September 2017
SNA Radio
    Öllager an der Frontlinie in Syrien (Archivbild)

    Syrien-Krieg: Assad erobert das Öl zurück

    © AFP 2017/ Fabio Bucciarelli
    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    Kommersant
    1065111463

    Die syrischen Regierungstruppen haben einen wichtigen Sieg errungen, der die Lösung einer der wichtigsten Aufgaben voranbringen könnte, die vor Damaskus und Moskau stehen, nämlich den Durchbruch der Blockade der vom IS kontrollierten Stadt Deir ez-Zor, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Dienstag.

    Präsident Assads Kräfte haben nämlich die Stadt Chamima unter ihre Kontrolle genommen, die in der Wüste an der Grenze der Provinzen Homs und Deir ez-Zor liegt. Von dort aus ist der Weg nach Deir ez-Zor, das 420 Kilometer von Damaskus liegt, so gut wie frei.

    Gleichzeitig leisteten auch die russischen Luft- und Weltraumtruppen ihren Beitrag zum Kampf gegen den so genannten „Islamischen Staat“: Laut einer Mitteilung des russischen Verteidigungsministeriums wurden jüngst eine große Kolonne der Islamisten, insgesamt mehr als 20 Geländefahrzeuge mit Minenwerfern und Munition, Panzerfahrzeuge, insbesondere Panzer, sowie mehr als 200 Kämpfer vernichtet, die einen Gegenschlag gegen die syrischen Regierungskräfte geplant hatten.

    Dadurch hat sich die Situation für den IS in der Umgebung von Deir ez-Zor wesentlich verschärft. Die Aufhebung der Blockade dieser Stadt durch Assads Truppen ist offenbar eine Frage der Zeit. Für Damaskus wäre das ein wichtiger psychologischer Sieg.

    Der Kampf um Deir ez-Zor ist eine der dramatischsten Episoden des ganzen Syrien-Kriegs. Erst im Januar war die Situation in der gleichnamigen Provinz für die syrischen Regierungstruppen kritisch, als der IS eine große Offensive begann. Die Kämpfer konnten die bei Deir ez-Zor gelegene Gruppierung der Assad-Kräfte spalten, die die Situation später nur dank der Unterstützung der russischen Luftwaffe wieder stabilisieren konnten.

    Ein anderer wichtiger Faktor besteht darin, dass in der Provinz Deir ez-Zor große Ölfelder liegen. Wenn Damaskus sie zurückerobert, bekommt es eine wichtige finanzielle Einnahmequelle zurück.

    „Es geht der syrischen Regierung nicht nur um die Erweiterung ihres Einflussbereichs, wenn man bedenkt, dass Deir ez-Zor und Rakka, die Hauptstadt des selbsternannten ‚Islamischen Staates‘, zwei strategisch wichtige Zentren in derselben Region sind“, sagte Professor Grigori Kossatsch von der Russischen Staatlichen Humanitären Universität. „Von Deir ez-Zor aus erfolgen Öllieferungen sowohl ins Inland als auch ins Ausland, wobei diese Wege immer noch der IS kontrolliert.“

    Daher sei es für die syrische Regierungsarmee prinzipiell wichtig, ihre Kontrolle über diese Schlüsselpositionen in dieser Provinz zu festigen, und zwar schneller als ihre nominalen Verbündeten, nämlich die proiranischen Kräfte, die ebenfalls an der Kontrolle über die syrischen Ölfelder interessiert seien, ergänzte der Experte.

    „Wenn wir Teherans eigene Interessen bedenken, die mit den Interessen Damaskus‘ nicht gerade übereinstimmen, sehen wir eine Konkurrenz zwischen den Kräften, die aktuell gemeinsam gegen den IS kämpfen und am Einsatz bei Rakka beteiligt sind“, so Professor Kossatsch. „Die syrische Armee, die unter Mitwirkung der russischen Luftwaffe handelt, ist dabei nicht die einzige Seite.“

    Zum Thema:

    Syrische Armee will Islamisten von den Öleinnahmen abschneiden
    Syrische Armee erobert Ölstation bei Palmyra vom IS zurück
    US-Angriff auf Syrien treibt Ölpreis nach oben
    Schlacht ums Öl: Syriens Armee schlägt IS-Kämpfer in der Wüste bei Homs - VIDEO
    Tags:
    Regierungsarmee, Offensive, Eroberung, Ölfelder, Terrormiliz Daesh, Baschar al-Assad, Deir ez-Zor, Iran, Syrien
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren