05:38 21 November 2017
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    Kohle, Donetsk (Archivbild)

    „Spiel, das den Aufwand nicht lohnt“ - US-Kohle für Ukraine

    © Sputnik/ Alexej Kudenko
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    Moskowski Komsomolez
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    Aus dem amerikanischen Baltimore ist jüngst das erste Frachtschiff mit Anthrazitkohle für die Ukraine auf den Weg gebracht worden. Der feierlichen Zeremonie wohnte unter anderem der ukrainische Botschafter in den USA, Valeri Tschaly, bei, schreibt die Zeitung "Moskowski Komsomolez" am Mittwoch.

    Der Deal zwischen einem amerikanischen Kohleproduzenten und Kiew über die Lieferung von 700.000 Tonnen Kohle in diesem Jahr ruft bei Experten jedoch etliche Fragen hervor. 

    Der Kohlepreis liegt aktuell bei 113 Dollar pro Tonne, ist aber nicht fixiert und könnte deswegen künftig steigen. Der ukrainische Diplomat brachte zwar die Hoffnung zum Ausdruck, dass der Preis sinken werde, doch das ist eher unwahrscheinlich.

    Mit diesem Geschäft will Kiew nicht nur Washington seine Loyalität zeigen, sondern auch Moskau seine Unabhängigkeit von dessen Energieressourcen beweisen. Dabei übersehen die ukrainischen Behörden, dass unter dem Deal mit den Amerikanern ihre Mitbürger leiden werden. Denn die russische Kohle kostet nur halb so viel wie die aus Übersee, und die Kohle aus der Donbass-Region ist sogar um 70 Prozent billiger. Dennoch haben die Ukrainer auf die Lieferungen aus Russland und den beiden abtrünnigen „Volksrepubliken“ Donezk und Lugansk freiwillig verzichtet. 

    Noch mehr als das: Die USA werden in die Ukraine die Kohle derselben Klasse liefern, die im Donezbecken zu finden ist. Darauf verwies der Vorsitzende der Radikalen-Partei, Oleg Ljaschko. Er verlangte von der Werchowna Rada (Parlament) die Auflösung des äußerst ungünstigen Vertrags mit den Amerikanern, damit die dadurch gesparten Mittel für die Erschließung der ukrainischen Vorkommen ausgeben werden. Aber seine Kollegen hörten ihm nicht zu.

    Der Vizeleiter des russischen Instituts für GUS-Länder, Wladimir Scharichin, zeigte sich überzeugt, dass der ukrainisch-amerikanische Deal Kiew seine Unabhängigkeit wegnehmen werde, für die auf dem „Maidan“ gekämpft worden sei.

    „In der Ukraine gibt es immer noch vernünftige Menschen, die verstehen, dass dieses Spiel den Aufwand nicht lohnt. Aber am Ende werden einfache Ukrainer diese Entscheidung der Behörden finanzieren. Die Ukraine wird zur ‚Wechselmünze‘ bei den geopolitischen Spielen der USA. Dadurch werden unsere Nachbarn ihre Souveränität verlieren, für die sie so heftig kämpften, um Teil der westlichen Welt zu werden. Aber wie wir sehen, ist das nicht passiert“, stellte der Politologe fest.

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