20:54 29 März 2020
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    Die offensichtlichen Siege des syrischen Präsidenten Baschar Assad, die mit Unterstützung Russlands erreicht wurden, verursachen neue geopolitische und militärische Kontroversen im Nahen Osten, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Mittwoch.

    Der heute in Sotschi eingetroffene israelische Premier Benjamin Netanjahu will erneut von Wladimir Putin die Berücksichtigung der Interessen Tel Avivs bei der Lösung des syrischen Problems fordern. Laut israelischen Medien will Netanjahu Putin davor warnen, dass die iranische Präsenz in Syrien und im Libanon die Region in einen Krieg stürzen kann.

    Ähnliche Thesen werden jetzt auch von den USA geäußert. Washington führt neue Sanktionen gegen den Iran ein.

    Dabei interessieren sich die Amerikaner nicht nur für den Iran, sondern auch für die Lage in der Region, wo in vielen Richtungen die Erfolge Russlands und seiner Verbündeten dominieren. Washington will der Achse Moskau-Iran-Damaskus eigene Interessen entgegensetzen, die anscheinend von den Kurden umgesetzt werden.

    Am 22. August war US-Verteidigungsminister James Mattis in Jordanien und im Irak, heute reist er in die Türkei. Das offizielle Ziel der Besuche ist die Besprechung der Fragen zur Regelung des Syrien-Konfliktes und zum Kampf gegen die Terrorgruppierung „Islamischer Staat“. Doch in der Tat ist das Pentagon nicht nur daran interessiert. Mattis besprach in Jordanien anscheinend die zusammen mit Russland nahe seiner Grenzen geschaffene sogenannte südliche Deeskalationszone, die nicht nur von Vertretern der USA und russischen Friedenssoldaten, sondern auch von den schiitischen Aufständischen kontrolliert wird. Washington und Tel Aviv sind damit unzufrieden, dass nahe der Grenzen Jordaniens und Israels sich Einheiten der Iranischen Revolutionsgarde und der libanesischen Hisbollah konzentrierten. Diese Fragen hat am 17. August in den USA eine israelische Delegation der Vertreter von Sicherheitsstrukturen besprochen, geleitet vom Chef des Auslandsgeheimdienstes, Yossi Cohen.

    Mattis soll während seines Besuchs in Bagdad und Ankara kurz vor dem Unabhängigkeitsreferendum des Irakischen Kurdistans die Kontroversen mildern und dem Iran und der Türkei nicht ermöglichen, gegen Kurden einen offenen Krieg zu starten.

    Welche Ziele hat Russland in der entstandenen Situation? Laut dem Generalstabschef der russischen Streitkräfte, General Sergej Rudskoi, sieht Moskau bislang keine Alternative für Assad, gegen den fast alle führenden Länder der Region auftreten. Zudem ist das russische Verteidigungsministerium eine Art Garant der politischen Rehabilitierung Assads und der Wiederaufnahme des friedlichen Lebens in Syrien. Moskau schließt an diesen Prozess alle interessierten Seiten an, darunter jene, die das jetzige Regime in Damaskus nicht akzeptieren.

    Neben dem Anti-Terror-Kampf hat Russland im Nahen Osten Wirtschaftsinteressen, die auch Konflikte auslösen können. So berichten Medien über die russische private Militärfirma Wagner, die angeblich auch an den Kampfhandlungen in Syrien auf der Seite von Damaskus teilnahm. Das russische Verteidigungsministerium widerlegte mehrmals diese Informationen. Doch es gibt Details.

    Nach Medienangaben beteiligen sich die Wagner-Einheiten in Syrien zusammen mit der schiitischen Hisbollah und anderen Strukturen am Schutz der Öl- und Gasfelder. Die Firma soll von einem russischen Unternehmen eingestellt worden sein und ein entsprechendes Abkommen mit der Assad-Regierung unterzeichnet haben. Es gab keine offizielle Bestätigung dieser Informationen. Doch die Tatsache, dass neben der russischen privaten Militärfirma auch andere proiranische Gruppierungen vorgehen, bedeutet, dass nicht nur Russland Wirtschaftsinteressen in Syrien hat.

    Wie der Zweite Sender Israels vor wenigen Tagen berichtete, bauen die Iraner im Nordwesten Syriens ein Werk zur Herstellung von Kurzstreckenraketen, das zum Zuständigkeitsbereich der russischen Flugabwehr gehört und das von Russland angeblich überwacht wird. Als Bestätigung wurden Satellitenaufnahmen gezeigt. Tel Aviv berichtete mehrmals, dass es die Stärkung der Positionen des Iran nahe eigener Grenzen nicht dulden wird. Das bedeutet, dass ein Krieg Israels gegen proiranische Strukturen und Objekte in Syrien, die eng mit russischen Strukturen kooperieren, auch die Interessen Moskaus treffen würden. Allerdings gibt es noch Zeit zur Koordinierung der Anstrengungen, die auf die Verhinderung solcher Wende gerichtet sind. Anscheinend soll der Russland-Besuch Netanjahus die Lösung dieses Problems fördern.

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