23:17 21 September 2017
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    Syriens Soldat (Archivbild)

    USA hindern Assad an Vormarsch zu Ölfeldern - Medien

    © AFP 2017/ Stringer
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    Nesawissimaja Gaseta
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    Washington setzt beim Kampf um die syrischen Ölgebiete auf kurdische Einheiten, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Montag.

    Die Kontroversen zwischen Damaskus und der US-geführten Koalition spitzen sich demnach zu angesichts des Vormarschs der syrischen Regierungstruppen in Richtung Deir ez-Zor. Die Stadt und die nahe gelegenen Ölfelder sind das Hauptziel der Assad-Truppen und der russischen Gruppierung, die gegen IS-Einheiten im Südosten Syriens kämpfen.

    Die Agentur Al Ain News berichtete am Sonntag, dass im westlichen Teil der Provinz Deir ez-Zor Fallschirmjäger der US-geführten Koalition gelandet seien. Das offizielle Ziel sei die Rettung  friedlicher Einwohner sowie das Sammeln von Informationen. Doch anscheinend gehe es um größere Ziele. Die Demokratischen Kräfte Syriens, die vorwiegend aus kurdischen Selbstverteidigungseinheiten bestehen, hätten erklärt, dass die Offensive auf Deir ez-Zor gleichzeitig mit der Militäroperation zur Befreiung Rakkas erfolgen werde. Damit würden die Kurden und die USA Gebiete ergreifen wollen, die reich an Öl und Gas sind.

    Die Demokratischen Kräfte Syriens werden demzufolge von Plattformen in der Provinz al-Hasaka aus vorrücken. Ihr erstes Ziel werde die Einnahme der Stadt al-Majadin sein, die am rechten Ufer des Euphrats liegt. Diese Pläne würden jedoch den russisch-amerikanischen Vereinbarungen darüber widersprechen, dass die Koalition und die Demokratischen Kräfte Syriens nur in Gebieten agieren dürfen, die östlich von Euphrat liegen. Zudem werde ihre Umsetzung der Offensive der Regierungstruppen schaden, was unverzüglich zu Zusammenstößen mit den Einheiten der Demokratischen Kräfte Syriens führen werde.

    „Ob die Amerikaner und Kurden es schaffen werden, der Offensive der Assad-Truppen zuvorzukommen und Deir ez-Zor zu ergreifen – das ist eine schwierige Frage“, so Militärexperte Juri Netkatschew. Die Amerikaner würden kaum auf einen direkten Widerstand gegen die Regierungstruppen und das russische Militärkommando in Syrien eingehen. Doch wenn sie ihre Kräfte mobilisieren und unerwartet IS-Positionen aus der Provinz al-Hasaka treffen, könnten sie einen bestimmten Teil der Provinz Deir ez-Zor, darunter auch Öl- und Gasfelder einnehmen, so der Experte.

    Die Schwierigkeit der Situation für Russland und Syrien besteht darin, dass die IS-Einheiten, gegen die die Assad-Armee und die US-geführte Koalition kämpfen, aus rund 9000 Kämpfern bestehen. Zugleich zählen die Terrorgruppierungen, die im zentralen und westlichen Teil Syriens agieren, gegen die nur Damaskus kämpft, etwa 25 000 Kämpfer. Wie der Chef der Hauptaufklärungsverwaltung des russischen Generalstabs, Igor Korobow, mitteilte, handelt es sich um mehr als 70 Gruppierungen, darunter die Opposition, die sich früher als gemäßigt bezeichnete. Sie führen ihm zufolge aktive Kampfhandlungen gegen Regierungstruppen und die gemäßigte Opposition in den Provinzen Aleppo, Damaskus, Idlib und Hama. Damit müssten Assad-Truppen nicht nur gegen den IS, sondern auch gegen andere Gruppierungen kämpfen, die natürlich Kräfte rauben und die „Generaloffensive“ auf Deir ez-Zor stören würden.

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    Tags:
    Experte, Öl, Demokratische Kräfte Syriens, IS, Baschar al-Assad, USA, Syrien