18:34 05 Dezember 2019
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    Soldat bei der Militärübung Zapad 2017

    „Zapad-2017“: Eine reine Defensivübung

    © Sputnik / Wiktor Tolochko
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    Russlands Vize-Verteidigungsminister Alexander Fomin hat gestern bei einem Briefing diverse Gerüchte im Vorfeld des für Mitte September angesetzten russisch-weißrussischen Manövers „Zapad-2017“ („Westen-2017“) zerstreut, schreibt die Zeitung "Rossijskaja Gaseta" am Mittwoch.

    Die Behauptungen, diese Übung fände im Rahmen der Vorbereitungsphase einer Invasion nach Litauen, Polen oder in die Ukraine statt, nannte Fomin „eine paradoxe Version“, die mit der Realität nichts zu tun habe. In Wahrheit sei das Manöver nötig, „um die Effizienz der Veränderungen der letzten Jahre bei der Truppenvorbereitung bzw. —verwaltung in Russland und Weißrussland einzuschätzen“. Dabei betonte der hochrangige Militär extra, dass die Übung neben der Terrorbekämpfung ausschließlich die Förderung der Verteidigungsfähigkeiten der Streitkräfte zum Ziel habe.

    „Obwohl die Übung vor allem auf dem Territorium Weißrusslands durchgeführt wird, wurde bei ihrer Planung von einem bestimmten Gegner ausgegangen, der mit dieser konkreten Region jedoch nicht verbunden wäre. Nach unserer Einschätzung könnte die im Szenario vorgesehene Situation auch in jeder anderen Region der Welt entstehen“, so Fomin.

    Der General präzisierte auch, um welches Szenario es sich handelt: Zwecks Destabilisierung der Situation auf dem Territorium des russisch-weißrussischen Unionsstaates und der Organisation von Terroranschlägen seien Extremisten nach Weißrussland und in das russische Gebiet Kaliningrad geraten. Ihre Waffen und Militärtechnik würden sie per Luft und per See erhalten. Um die Terroristen zu vernichten, werden in die von ihnen eroberten Gebiete mehrere Abteilungen der Regionalen Truppengruppierung des Unionsstaates entsandt. An der Übung würden sich unter anderem die russische Baltische Flotte, die Luftstreit- und Luftabwehrkräfte beteiligen. Das Manöver werde in zwei Phasen (vom 14. bis 16. September und vom 17. bis 20. September) verlaufen. Dabei würden die Militärs auf dem Territorium Russlands mehrere Anti-Terror-Übungen unter Beteiligung des Innenministeriums, des inländischen Geheimdienstes FSB, des Zivilschutzministeriums und der Russischen Nationalgarde organisieren.

    An der Übung „Zapad-2017“ werden sich General Fomin zufolge etwa 7200 weißrussische und 5500 russische Soldaten beteiligen. Sie würden rund 70 Flugzeuge und Hubschrauber und etwa 680 Einheiten Militärtechnik einsetzen, daunter 250 Panzer, 200 Artilleriewaffen, Mehrfachraketensysteme bzw. Minenwerfer sowie zehn Schiffe. Diese zahlenmäßige Stärke der an dem Manöver beteiligten Militärs stimme mit den Bestimmungen eines entsprechenden Abkommens überein, das 2011 in Wien unterzeichnet worden sei.

    Ausländische Vertreter seien über die Übung „Zapad-2017“ noch am 1. August benachrichtigt worden, informierte der Vize-Verteidigungsminister. Darüber hinaus seien dazu Beobachter aus mehreren Ländern eingeladen worden, ergänzte er.

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    Militärübung, Übungen Zapad 2017, NATO, Weißrussland, Russland