Widgets Magazine
21:32 15 Oktober 2019
SNA Radio
    Südkoreanische und US-Soldaten während der gemeinsamen Übungen (Archivbild)

    Südkorea entwirft Plan für Angriff auf Nordkorea - ohne US-Hilfe

    CC BY-SA 2.0 / Republic of Korea Armed Forces / (20160316) 1
    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    Von
    3671
    Abonnieren

    Südkoreas Verteidigungsministerium ist beauftragt worden, einen Plan für die Abwehr einer großangelegten Invasion durch Nordkorea auszuarbeiten, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Mittwoch.

    Der Plan sieht eine Gegenoffensive und die Einnahme der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang ohne Hilfe der USA vor, wie der stellvertretende Verteidigungsminister Nordkoreas, Suh Choo-suk berichtet hat. Die Entwicklung dieses Plans ist eine Antwort auf zahlreiche Drohungen Nordkoreas und die Raketentests Pjöngjangs.

    Wie Südkoreas Staatschef Moon Jae-in betonte, soll die militärische Behörde reformiert werden, um den Anforderungen der modernen Militärkunst zu entsprechen und schnell zur Offensive zu übergehen, falls Nordkorea zu einer militärischen Provokation greift bzw. die Region der Hauptstadt angreife. Seoul ist nur 40 Kilometer von der Grenze zu Nordkorea entfernt.

    Laut südkoreanischen Medien traf sich Moon Jae-in am Montag mit dem Verteidigungsminister, der versprochen hat, einen „aggressiven Plan der Kampfhandlungen“ vorzubereiten. Der südkoreanische Staatschef beauftragte den Minister, die Mobilität der Truppen sowie ihre Fähigkeiten zur Landung und Flugabwehr zu verbessern.

    Wie der stellvertretende Verteidigungsminister Suh Choo-suk mitteilte, wird es in Nordkorea im Falle einer Invasion durch Pjöngjang eine aggressive Gegenoffensive geben. Die Hauptaufgabe sei eine möglichst kurze Dauer eines solchen Kriegs.

    Der aktuelle Plan der amerikanisch-südkoreanischen Verteidigung Südkoreas (OPLAN-5015) sieht Kampfhandlungen gegen Nordkorea mit dem Einsatz von US-Flugzeugträgern, Kampfflugzeugen, Marineinfanteristen und US-Truppen in Südkorea vor. Sie sollen das Territorium des Landes bis zur Ankunft der US-Kräfte verteidigen, die dann eine Offensive durchführen werden. Laut dem südkoreanischen Kommando kann die Verlegung der Truppen einige Monate in Anspruch nehmen. Zudem sieht der Plan Sonderoperationen zur Beseitigung der nordkoreanischen Regierungselite und vorbeugende Raketenschläge gegen die wichtigsten Objekte vor.

    Der neue Plan ist auf die Lösung der nordkoreanischen Frage durch die Südkoreaner selbst gezielt. Demnach sollen rund 1000 Ziele für Angriffe in Nordkorea mit Hochpräzisions-Raketenwaffen ausgewählt werden.

    Wie die Zeitung „Choson Ilbo“ berichtete, haben die Vertreter des südkoreanischen Verteidigungsministeriums ebenfalls vorgeschlagen, die Entwicklung der Mittel für einen asymmetrischen Krieg zu erwägen.

    „Da sich Nordkorea auf die Atom- und Raketenwaffen fokussiert, die de facto Waffen für asymmetrische Kriegshandlungen sind, müssen wir ebenfalls über Mittel für einen asymmetrischen Krieg verfügen“, zitiert die Zeitung „Choson Ilbo“ einen Vertreter des Verteidigungsministeriums.

    Laut dem Fernostexperten Wassili Kaschin handelt es sich bei dem Plan Südkoreas um eine logische Fortsetzung des Konfliktes in der Region. „Wenn Nordkorea die Möglichkeit eines Raketenangriffs gegen die USA bekommt, wird sich das Kräfteverhältnis stark verändern. Dann muss Südkorea ständig überlegen, ob Washington tatsächlich bereit ist, Los Angeles zu opfern, um Seoul zu retten. Die Antwort ist nicht eindeutig – wenn es um eine Frage von Leben und Tod geht, werden alle Vereinbarungen für gewöhnlich missachtet“, so der Experte.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    „Bedrohung für die Welt“: UN-Sicherheitsrat über Nordkoreas Raketentest
    Japan und Südkorea plädieren für härtere Maßnahmen gegen Nordkorea
    „Vorspiel zu Guam“: Nordkorea kündigt weitere Raketentests an
    Außenpolitiker zu Nordkoreas Raketenstart: Jetzt sind USA wirklich in Gefahr
    Tags:
    Vorbereitungen, Krieg, Moon Jae-in, USA, Südkorea, Nordkorea