04:31 25 November 2020
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    Pjöngjang plant, zügig eine Interkontinentalrakete zu entwickeln. Deshalb hat Südkorea unter Mitwirkung Washingtons einen Spezialeinsatz vorbereitet, um den nordkoreanischen Staatschef Kim Jong-un auszuschalten. Das schreibt die Zeitung "Nesawissimaja Gaseta" am Donnerstag.

    Der jüngste Flug einer nordkoreanischen Rakete über Japan schlägt immer noch hohe Wellen. Südkoreanische Kampfjets F-15 haben in den letzten Tagen etliche Übungsbomben in der Nähe der demilitarisierten Zone an der Grenze zwischen Nord- und Südkorea abgeworfen.

    Gleichzeitig informierte das südkoreanische Verteidigungsministerium den Präsidenten des Landes, Moon Jae In, über einen geheimen Plan zur „Mobilisierung von Soldaten der Luftlandekräfte und Marineinfanterie zwecks schnellen Sturzes des nordkoreanischen Regimes“.

    Dieser Plan sieht auch die Bildung einer so genannten „Enthauptungsgruppe“ vor, die aus südkoreanischen Spezialeinsatzkämpfern und US-Elitesoldaten, den U.S. Navy Seals, bestehen werde. Diese Einheit soll sich geheim nach Pjöngjang begeben und Kim Jong-un töten. Das geht aus ihrem Namen hervor. Allerdings gibt es in dem von der Nachrichtenagentur Agence France Press (AFP) veröffentlichten Plan keine direkten Hinweise darauf.

    Wie realistisch dieser Plan ist, ist schwer zu sagen. Das Weiße Haus erklärte, Nordkorea habe „Verachtung gegenüber seinen Nachbarn und allen UN-Mitgliedern (…) gezeigt“, und deshalb „bleiben alle Varianten auf dem Tisch“. Das dürfte heißen, dass ein Krieg nicht auszuschließen ist.

    Thomas Wright vom australischen Lowy Institute vermutete in diesem Zusammenhang, dass die USA „keine guten oder überhaupt keine Varianten haben, um das nordkoreanische Atomprogramm zu bremsen oder zum Scheitern zu bringen. Aber Kim hat nicht die Absicht zu einem Krieg mit Atomwaffen. Er würde sie einsetzen, um an der Macht zu bleiben.“ Und Interkontinentalraketen brauche der nordkoreanische Staatschef, um die USA zum Rückzug aus Südkorea zu zwingen, ergänzte der Experte. Allerdings könne Washington nicht offen zugeben, keine Hebel mehr zu haben, um das Kim-Regime unter Druck zu setzen.

    Professor Georgi Toloraja von der Moskauer Hochschule für internationale Beziehungen (MGIMO) findet, dass die Krise „eine Phase erreicht hat, wenn es nur zwei Auswege gibt: entweder einen Krieg beginnen und das Schicksal der Einwohner nicht nur Nord-, sondern auch Südkoreas und Japans riskieren, oder verhandeln und nach einem Kompromiss suchen“. Dabei sollten Russland und China den USA helfen. Sie sollten „den Amerikanern die Aussichtslosigkeit der militärischen ‚Lösung‘ zeigen, damit sie akzeptieren, dass Nordkorea besteht, und dass friedliche Koexistenz besser als fortgesetzte Konfrontation wäre.“ Letztere könne zur Entwicklung von Atomwaffen durch andere Länder der Region und zu anderen unerwünschten Folgen führen.

    Der von Moskau und Peking initiierte Plan sieht Pjöngjangs Verzicht auf sein Atomprogramm bei gleichzeitigem Verzicht der USA und Südkoreas auf gemeinsame Übungen vor. Ob die Nordkoreaner das akzeptieren würden? „Wenn ein fairer Preis geboten wird, werden sie wohl zustimmen“, findet Toloraja. „Es geht nicht um Wirtschaftshilfen, sondern vor allem um Sicherheitsgarantien, um die diplomatische Anerkennung und Ermöglichung des Überlebens bzw. der Entwicklung dieses Landes.“

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    Vorbereitung, Folgen, Attentat, AFP, MGIMO-Universität, Moon Jae-in, Südkorea, Nordkorea, USA