10:51 19 Juni 2019
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    US Navy im Mittelmeer (Archivbild)

    USA sollen Kriegsschiffe ins Asowsche Meer schicken

    © Foto : U.S. Navy photo by Mass Communication Specialist 2nd Class John Herman
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    Nesawissimaja Gaseta
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    Experten der US-amerikanischen Denkfabrik Atlantic Council empfehlen der Regierung in Washington die Entsendung von Kriegsschiffen ins Asowsche Meer zwecks „Entsperrung der Straße von Kertsch“. Das würde jedoch zu einem bewaffneten Konflikt zwischen Washington und Moskau führen, schreibt die "Nesawissimaja Gaseta" am Montag.

    Dass Russland eine Brücke über die Straße von Kertsch baut, lässt man sich nicht nur in Kiew, sondern auch in Washington nicht gefallen. Stephen Blank vom Atlantic Council hat das Weiße Haus aufgerufen, US-Kriegsschiffe  ins Asowsche Meer zu schicken, und zwar unter dem Vorwand, dass die Schließung der Straße von Kertsch „zwei wichtige ukrainische Häfen blockiert, durch die der ukrainische Stahlexport größtenteils erfolgt“.

    Mehr noch: Moskaus Vorgehen in der Straße von Kertsch sei schädlich für das Prestige der USA, findet Blank.

    Das Problem ist nur, dass das Auftauchen von Kriegsschiffen in der Straße von Kertsch von keinem der aktuellen internationalen Abkommen geregelt werden könnte. Denn nach der Wiedervereinigung der Krim mit Russland im Frühjahr 2014 ist die Straße von Kertsch nicht mehr international (russisch-ukrainisch), sondern nur russisch. Allerdings akzeptiert der Westen bekanntlich die Ergebnisse des Referendums auf der Krim im März 2014 und dementsprechend auch die Wiedervereinigung der Halbinsel mit Russland nicht.

    Die Montreux-Konvention funktioniert hier ebenfalls nicht. Denn erstens gilt sie für den Bosporus und die Dardanellen. Und zweitens verletzen die USA dieses Dokument ohnehin auf Schritt und Tritt. So hatte die USS „Taylor“ vor drei Jahren die in der Montreux-Konvention vorgesehene Aufenthaltsfrist im Schwarzen Meer um elf Tage verletzt. Ähnlich verhalten sich die Amerikaner auch in anderen Regionen der Welt, beispielsweise im Südchinesischen Meer, wo sie die Zugehörigkeit der Spratly-Inseln zu China nicht anerkennen.

    Russland hat die Brücke über die Straße von Kertsch noch nicht einmal fertig gebaut, aber der ukrainische Generalstab plant laut Medienberichten schon jetzt ihre Sprengung, egal ob durch eine Explosion von mit Bomben gefüllten Schiffen oder Fahrzeugen oder sonst wie. Falls in der Straße von Kertsch ausländische Schiffe legitim erscheinen dürften, würde das die Aufgabe für ukrainische Diversanten wesentlich erleichtern.

    Hinzu kommt, dass die Amerikaner im ukrainischen Otschakow, nur 150 Kilometer von der Krim weit, einen Marinestützpunkt bauen. Da Kiew über keine eigene Kriegsflotte verfügt und auch kein Geld für den Betrieb des Stützpunktes hat, kann man durchaus vermuten, dass die Amerikaner ihn selbst nutzen könnten, unter anderem für Aufklärungs- oder Diversionseinsätze gegen Russland.

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    Streit, Schiffe, Bau, Brücke, US-Navy, Krim, Russland, Ukraine, USA