11:56 18 Februar 2020
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    Im chinesischen Xiamen geht am Dienstag der BRICS-Gipfel zu Ende. Bei diesem hat Gastgeber Xi Jinping vorgeschlagen, die Gemeinschaft zu erweitern. Darüber schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Dienstag.

    Chinas Präsident Xi Jinping wird sich am Dienstag konkreter zur Deutung der BRICS-Plus-Formel äußern. Allerdings schnitt er das Thema der BRICS-Erweiterung bereits während des Forums der Geschäftskreise am 3. September an. Dort hob er hervor, dass die Bedeutung der BRICS-Kooperation über den Rahmen von fünf Teilnehmerstaaten hinausgeht. Deshalb soll die Vereinigung erweitert und ein diversifiziertes Partnerschaftsnetz der Entwicklungsländer und Länder mit wachsenden Märkten geschaffen werden.

    Was potentielle Kandidaten betrifft, so ist das chinesische Herangehen ziemlich offensichtlich. Das ist an der Liste der zum Gipfel eingeladenen Länder zu erkennen – Guinea, Ägypten, Mexiko, Tadschikistan und Thailand. In der chinesischen Presse wird der diesjährige Gipfel das „Treffen von fünf Kontinenten“ genannt. China will vielleicht nach demselben Prinzip auch andere Teilnehmer des BRICS-Klubs auswählen.

    Laut dem BRICS-Experten Wladimir Dawydow ist „BRICS Plus“ eine interessante und aussichtsreiche Idee, die die traditionellen Vorstellungen davon ändern können, wie Integrationsprozesse im 21. Jahrhundert aufgebaut werden sollen.

    „Momentan ändert sich umfassend der Status quo im System der internationalen Beziehungen. Die Initiative ‚BRICS plus‘ bietet mehreren Wirtschaften der Welt die Chance, ihren Platz im neuen System zu finden, wo es sehr viele Varianten der Bildung von gegenseitig vorteilhaften Allianzen gibt.“

    Laut dem Experten entwickelt sich BRICS zu einer Struktur, die Hoffnungen macht, dass sie Stabilität erreicht. Dabei ist vor allem das bedeutende finanzwirtschaftliche Potential Chinas gemeint. Die „BRICS plus“-Idee widerspiegele die Bedürfnisse nicht nur der jetzigen Teilnehmer nach umfassenden Allianzen, sondern auch von mehreren Ländern, die in der Vereinigung eine Art Anker im turbulenten Gewässer der internationalen Beziehungen sehen.

    Auf die Frage, welche Länder der BRICS beitreten könnten, sagte Dawydow, dass es natürlich Vorrecht der Anführer der Vereinigung sei, entsprechende Vorschläge zu unterbreiten. Bei vorläufigen Konsultationen haben viele auf der Formel „Union der Unionen“ beharrt. Gemeint werde damit, dass jedes BRICS-Land ein Mitglied einer regionalen Gemeinschaft bzw. Gruppe ist. Falls die BRICS-Anführer aus irgendwelchen Gründen nicht bereit sein werden, konkrete Kandidaten zu nennen, solle man im Rahmen dieser Formel vorgehen.

    Der Sberbank-Vertreter in China, Sergej Zyplakow, machte darauf aufmerksam, dass die chinesische Seite früher auf die Kooperation in der Süd-Süd-Achse den Schwerpunkt legte. Nun setze Jinping auf eine weitere Achse – Süd-Nord, bei der es um die Beziehungen zwischen den Entwicklungs- und Industrieländern geht. „Bei dieser Variante würde BRICS, vor allem China, die Funktionen des Vertreters der Entwicklungswirtschaften bei den Verhandlungen mit den führenden Ländern des Westens über die Änderung des Systems der internationalen wirtschaftlichen und Finanzorganisationen übernehmen“, so der Experte. Jedenfalls würde die Umwandlung der BRICS schrittweise erfolgen.

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    Tags:
    Erweiterung, BRICS, Xi Jinping, Afrika, China, Russland