07:09 16 Juni 2019
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    Das Transportflugzeug An-225 mit dem sowjetischen Shuttle Buran (Archivbild)

    Flugzeug-Know-how: Russland übergibt China Reste des sowjetischen Erbes

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    Nesawissimaja Gaseta
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    China schließt den Kauf von Technologien zum Bau von schweren Hubschraubern und Flugzeugen im postsowjetischen Raum ab. Das schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Dienstag.

    Das Unternehmen China Airspace bekam bereits von den Ukrainern die technischen Zeichnungen für das große Frachtflugzeug An-225 „Mrija“. Zudem werden von russischer Seite Technologien zur Herstellung von schweren Hubschraubern Mi-26 für eine gemeinsame russisch-chinesische Maschine, die in China zusammengebaut wird, übergeben. Zu ähnlichen Bedingungen wird Russland den Chinesen Technologien zur Herstellung von Langstrecken-Passagierflugzeugen übergeben. Die Übergabe von Flugzeugtechnologien erfolgt in Anwesenheit des russischen Vizepremier Dmitri Rogosin, der am Montag in der Stadt Wolgograd, dem ehemaligen Stalingrad, eine chinesische Regierungsdelegation empfing. Rogosin hob hervor, wie wichtig die Ankunft der Chinesen während der Vorbereitung auf die Feier des 75. Jahrestags der Schlacht von Stalingrad sei.

    Das ukrainische Staatsunternehmen Antonow übergab an das chinesische Unternehmen China Airspace die Rechte auf das weltweit größte Frachtflugzeug An-225 „Mrija“. Die chinesische Seite bekommt die Eigentumsrechte für das Flugzeug An-225 sowie das Recht auf die Nutzung der Zeichnungen und Konstruktionsdokumente. Das chinesische Unternehmen will das erste Flugzeug dieses Modells in der ersten Hälfte 2019 bauen.

    Die Ukrainer und Russen können oder wollen nicht selbstständig sowjetische Technologien für schwere Flugzeuge nutzen. Die Chinesen erwerben diese einmaligen Kenntnisse gern. Dabei erfolgt der Kauf von Technologien in verschiedenen Formaten – bei Russland in Form einiger Gemeinschaftsunternehmen, in der Ukraine in Form von Einzeldeals.

    Neben dem Know-how vom Bau des einmaligen „Mrija“-Flugzeugs gibt es im postsowjetischen Raum noch Know-how vom Bau von schweren Hubschraubern und Passagierflugzeugen, über die China nicht verfügt.

    Der chinesische Vizepremier Wang Yang kam am Montag zu einer weiteren Sitzung der russisch-chinesischen Kommission und zu Verhandlungen mit dem russischen Vizepremier Rogosin nach Wolgograd.

    Der Vertrag zum Bau der russisch-chinesischen schweren Hubschrauber vom Typ AHL kann bis Ende 2017 unterzeichnet werden, wie Viktor Kladow von der Technologieholding Rostec berichtete. Spezialisten nennen den AHL-Hubschrauber den direkten Nachfolger der „fliegenden Kuh“ Mi-26. Bislang können die Chinesen solche Maschinen nicht in Eigenregie bauen.

    Was die Produktion von AHL betrifft, handele es sich dabei nicht um ein Gemeinschaftsunternehmen, sondern um so genannte technologische Partnerschaft, bei der für die Konstruktion und Herstellung des Hubschraubers das chinesische Unternehmen zuständig ist und die russische Seite als technologischer Partner agiert.

    Ähnlich sieht die Situation um die Planung eines aussichtsreichen russisch-chinesischen Langstrecken-Flugzeugs aus, das in China C929 heißt. Im Rahmen dieses Projekts wollen die Chinesen von Russland Know-how für den Bau der Langstreckenmaschinen und Technologien der Bestandteile bekommen, über die China nicht verfügt.

    Ende Mai fand in Shanghai die Eröffnungszeremonie des Gemeinschaftsunternehmens China-Russia Commercial Aircraft International Corporation, das als Betreiber des Programms für das russisch-chinesische Großflugzeug auftreten wird. Der Gesamtwert der Produktion wird sich auf rund 13 Milliarden Dollar belaufen.

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    Tags:
    Technologien, Übergabe, Mi-26, An-225 Mriya, Sowjetunion, Russland, China