02:01 01 April 2020
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    Das russische Verteidigungsministerium hat am Samstag heftige Kritik an den ständigen Spekulationen über die russisch-weißrussischen Übungen „Zapad 2017“ („Westen 2017“) geübt, die in dieser Woche beginnen. Das schreibt die Zeitung "Nesawissimaja Gaseta" am Montag.

    „Wir mussten uns über die Erklärung der deutschen Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen wundern, die eine aus dem Finger gesogene Zahl von 100 000 russischen Soldaten genannt hatte, die angeblich an dem Manöver ‚Zapad 2017‘ teilnehmen würden“, sagte der Sprecher der Militärbehörde, Igor Konaschenkow.

    Soldat bei der Militärübung Zapad 2017
    © Sputnik / Wiktor Tolochko

    Zugleich teilte er mit, dass sich Russlands Generalstabschef Valeri Gerassimow am vergangenen Donnerstag in Baku mit dem Leiter des Nato-Militärausschusses, General Petr Pavel, getroffen und ihm versichert habe, die bevorstehende Übung sei planmäßig und keineswegs gegen dritte Länder gerichtet.

    Russlands Vizeverteidigungsminister Alexander Fomin hatte seinerseits zuvor genaue Zahlen angeführt: An der Übung sollen insgesamt 12 700 Soldaten teilnehmen, darunter 7200 weißrussische und 5500 russische.

    „Es ist kaum vorstellbar, dass Frau von der Leyens Kollegen aus der Nato oder aus anderen deutschen Behörden – oder auch ihre eigenen Mitarbeiter – sie absichtlich desinformieren. Vielmehr wäre das Gegenteil vorstellbar“, betonte Konaschenkow.

    Auffallend ist, dass vom 5. bis 9. September in der Region Stawropol (Militärbezirk Süd) eine Kommandostabsübung stattgefunden hatte. Früher hatten ähnliche Veranstaltungen im Südwesten Russlands sehr  nervöse Reaktionen in der Ukraine und den Nato-Ländern hervorgerufen. Diesmal aber wurde diese Übung unter Beteiligung von mehr als 2000 Soldaten im Westen so gut wie übersehen. 

    Auch die Ende der vergangenen Woche angekündigte Kommandostabsübung im Gebiet Wolgograd sieht man im Westen offenbar ziemlich gelassen.

    Das ist auch verständlich, denn die zahlreichen Übungen im Südwesten Russlands bewiesen schon mehrmals, dass sie tatsächlich keine Aggressivität Moskaus bedeuten und ausschließlich Verteidigungszwecke verfolgen, so dass jegliche Spekulationen über dieses Thema sinnlos sind. Da mussten aber andere Vorwände für neue Vorwürfe gegen Russland her. Und jetzt agiert man im Westen im Grunde so, wie zu Sowjetzeiten, als man Vertretern Moskaus sagte: „Es ist unwichtig, ob Ihr gegen uns eine Aggression plant oder nicht. Wichtig ist, dass Ihr das militärische Potenzial dafür habt.“ Und dann werden Desinformationen verbreitet, dass sich irgendwo eine Gruppierung von 100 000 Militärs konzentrieren würde.

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    Antwort, Kritik, Manöver "Zapad 2017", Verteidigungsministerium Russlands, NATO, Ursula von der Leyen, Westen, Weißrussland, Russland