20:37 18 November 2017
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    US Armee (Archivbild)

    Geopolitischer Wettkampf Russland-USA droht schon in Militärkonflikt auszuwachsen

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    Nesawissimaja Gaseta
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    Während die syrische Regierungsarmee sich für Kämpfe mit den Kurden in Deir ez-Zor rüstet, droht der geopolitische Wettkampf Russlands und der USA im Nahen Osten in einen militärischen Konflikt überzugehen, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Montag.

    Eine erfolgreiche Erstürmung der Stadt Deir ez-Zor mit Unterstützung durch russische Fliegerkräfte und Spezialeinheiten ist von strategischer Bedeutung. Allerdings droht der bewaffnete Kampf gegen IS-Extremisten, den die Regierungskräfte und die US-geführte Koalition im Osten Syriens führen, in Kampfhandlungen zwischen Syrien und Russland einerseits sowie kurdischen Einheiten und Pentagon-Militärs andererseits überzugehen.

    Arabische Medien berichteten am Sonntag, dass der stellvertretende Kommandant der US-Koalition im Nahen Osten, Generalmajor Robert Jones, mitteilte, dass er die syrischen Regierungstruppen daran hindern werde, den Euphrat zu überqueren, um nach Deir ez-Zor gelangen.

    Jones drohte angeblich mit der Vernichtung der Einheiten der Freien Syrischen Armee im Falle des Versuchs der Überquerung des Flusses. Es gab keine offiziellen Meldungen zu diesem Thema. Allerdings kann man diesen Informationen wohl vertrauen, weil die Logik der Handlungen der Assad-Truppen und der Demokratischen Kräfte Syriens (SDF), die von den USA unterstützt werden, die Befreiung von ein und demselben Territorium vorsieht.

    Damaskus erklärte bereits eine baldige Säuberung von Deir ez-Zor von den Terroristen und das weitere Vorrücken in der südöstlichen Richtung, wo die wichtigsten Ölfelder der Provinz liegen. In diese Gebiete drängen wohl auch Amerikaner, die mithilfe der SDF-Einheiten die Islamisten östlich und nördlich des Euphrats vertreiben wollen. Kurdische Medien berichten, dass die SDF-Truppen nicht in den Kampf gegen die Freie Syrische Armee ziehen wollen. Doch falls es einen entsprechenden Bedarf geben würde, seien sie bereit, mit Feuer zu antworten.

    Die Kurden von den SDF-Einheiten werden mit Unterstützung der USA de facto immer aggressiver. Damaskus ist zu Gegenmaßnahmen bereit. Russland bezog bislang keine Position dazu. Laut dem Militärexperten Juri Netkatschew ist das mit den weitreichenden Zielen Washingtons verbunden. Falls die Kurden es schaffen sollten, die Freie Syrische Armee einzuholen und einen großen Teil der Provinz Deir ez-Zor zu befreien, würde das eine faktische Errichtung der Kontrolle der USA über die öl- und gasreiche Region bedeuten.

    Zudem würde das den Kurden die Möglichkeit geben, die wirtschaftliche Grundlage für die Abtrennung vom Hauptterritorium Syriens zu schaffen, womit sich jetzt das irakische Kurdistan befasst. Zudem könnten die USA mit der Einnahme von Deir ez-Zor einen bedeutenden Teil der Terroristen, die aus GUS-Ländern kommen, beeinflussen, die jetzt sich massenhaft den Kurden ergeben. Ihre Rückkehr in die Heimat – den Kaukasus, Region Wolga, Zentralasien — könne zur Destabilisierung der Lage in diesen Regionen führen, so Netkatschew.

    Laut dem Experten kann eine erfolgreiche Offensive der Kurden in Deir ez-Zor durch mehrere Faktoren verhindert werden. Der größte davon ist damit verbunden, dass die Freie Syrische Armee jetzt stärker als SDF ist, obwohl die SDF von den USA unterstützt wird.

    „Die Handlungen der USA in Syrien sind illegitim. Assad-Truppen können auf dem eigenen Territorium wo sie wollen vorrücken. Falls die Amerikaner dabei stören werden, droht dies mit internationalen Skandalen. Zudem damit, dass Russland, das Damaskus unterstützt, ebenfalls hart antworten kann“, so der Experte.

    Zugleich unternehmen die USA auch andere Schritte, darunter nichtmilitärische, um die Macht Assads zu schwächen. Wie arabische Medien mitteilen, bereiten sich syrische Kurden mit Unterstützung durch die USA darauf vor, am 22. September Kommunalwahlen abzuhalten. Bereits für Januar 2018 sind auf ihrer Grundlage Regionalwahlen der Abgeordneten des autonomen Parlaments der syrischen Kurden geplant. Bislang ist eine völlige Abtrennung von Syrien nicht geplant, doch dass diese Wahlen ohne Abstimmung mit Damaskus stattfinden, wirft Fragen auf.

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    Tags:
    Waffenlieferungen, Unterstützung, Bürgerkrieg, US-Armee, Demokratische Kräfte Syriens (SDF), Baschar al-Assad, Kurdistan, Syrien, Russland, USA
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