12:06 23 Juni 2018
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    US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton (Archivbild)

    Clinton kann Putin ihre Niederlage nicht verzeihen

    © REUTERS / Jim Urquhart
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    Nesawissimaja Gaseta
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    Heute erscheint in den USA das Buch von Hillary Clinton über den Wahlkampf mit dem Titel „What Happened“. Darin geht die Ex-Außenministerin und Ex-First Lady auf ihre Niederlage bei der US-Präsidentschaftswahl ein, wie die „Nesawissimaja Gaseta“ am Dienstag berichtet.

    Als einer der Gründe der Niederlage im US-Wahlkampf bezeichnete Clinton eine „russische Einmischung“. Die russischen Behörden hätten versucht, ihrem Rivalen, dem Republikaner Donald Trump, beim Kampf um das Weiße Haus zu helfen, zitiert der TV-Sender CNN aus Clintons Buch.

    „Es gibt nichts, nach dem ich mich mehr gesehnt habe, als Putin zu zeigen, dass seine Bemühungen zur Beeinflussung unserer Wahl und zur Installation einer freundlichen Marionette gescheitert sind“, heißt es in „What Happened“. „Ich weiß, dass er alles genießen dürfte, was stattdessen passiert ist. Aber er hat noch nicht zuletzt gelacht.“

    Wie CNN berichtet, ist dem Thema „Einmischung Russlands“ ein bedeutender Teil des Buches gewidmet. „Ich dachte nicht, dass er so viel Dreistigkeit haben wird, eine großangelegte verdeckte Attacke auf unsere Demokratie vor unserer Nase zu organisieren und dabei mit heiler Haut davonzukommen“, so Clinton.

    Zudem beklagt sich Clinton darüber, dass die Reaktion des ehemaligen Präsidenten Barack Obama auf eine vermeintliche Einmischung Moskaus in den Wahlkampf nicht hart genug gewesen sei. So hätte er sich an die Amerikaner im Fernsehen wenden und sie vor einem „Angriff auf amerikanische Demokratie“ warnen sollen. Dann hätten wahrscheinlich mehr Amerikaner das gesamte Ausmaß der russischen Bedrohung begriffen, so Clinton.

    Am Sonntag hatte Clinton ihr erstes Interview nach der Wahlniederlage gegeben. Im Gespräch mit CBS gab sie zu, dass sie Fehler während des Wahlkampfes gemacht und unter anderem ihren privaten Server für Emails genutzt habe. Zugleich sprach sie von äußeren Faktoren, die zu ihrem Scheitern geführt haben sollen: der Beschluss des ehemaligen FBI-Chefs James Comey, das Verfahren über ihren Email-Server zwei Wochen vor der Abstimmung wiederaufzunehmen sowie ein „russischer Einfluss“ auf Wahlprozesse und der Sexismus der Wähler.

    Skepsis in eigener Partei

    Allerdings machen die Mitstreiter Clintons aus der Demokratischen Partei vor allem sie selbst für ihre Niederlage verantwortlich. „Wenn du gegen jemanden verlierst, dessen Popularitätswerte bei 40 Prozent liegen, soll man nicht andere dafür verantwortlich machen – Comey oder Russland, man soll nur sich selbst verantwortlich machen“, sagte der Chef der Demokraten im Senat, Chuck Schumer, im Interview mit der Zeitung „Washington Post“.

    „Was machte sie falsch? Es wurde vor allem den Wählern nicht erklärt, worum wir, die Demokraten, kämpfen, es wurde nur gesagt, dass wir gegen Trump sind“.

    Der ehemalige Stratege des Weißen Hauses, Steve Bannon, hatte am Sonntag die Untersuchung der angeblichen Verbindungen zwischen Trump und Russland als eine „völlige Farce“ bezeichnet. Er hatte Trumps Russland-Politik verurteilt. Auch wenn Russen „keine guten Typen" seien, solle Amerika mit dem Kalten Krieg Schluss machen. Die Normalisierung der Beziehungen zu Russland würde den USA ermöglichen, eine Billion Dollar einzusparen, die in die Erneuerung des Atomarsenals des Landes fließen sollen.

    Tags:
    Vorwürfe, Gründe, Niederlage, Präsidentenwahl, CBS, Washington Post, FBI, CNN, Donald Trump, James Comey, Hillary Clinton, Wladimir Putin, USA, Russland
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