19:29 21 April 2018
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    US-amerikanische Konzern General Electric (Archivbild)

    Keine Krux mit Sanktionen: US-Konzern steigt in russische Mini-Stromerzeugung ein

    © AFP 2018 / LOIC VENANCE
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    Trotz der antirussischen Sanktionen des Westens, die bereits einen Skandal um die Lieferung von Siemens-Turbinen auf die Krim ausgelöst haben, zeigt der US-amerikanische Konzern General Electric (US) weiterhin Interesse am russischen Markt, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Freitag.

    Es geht um die Lieferung von Anlagen im Rahmen eines Investitionsprojekts zur Produktion von Modul-Kraftwerken in Russland. Ein entsprechendes Abkommen soll demnächst auf einem internationalen Öl- und Gasindustrieforum in Tjumen unterzeichnet werden. Der Betrieb wird im Industriepark „Borowski“ in Tjumen liegen. Die Investitionen werden auf drei Milliarden Rubel (umgerechnet etwa 43 Millionen Euro) geschätzt. Planmäßig sollen bis 80 Kraftwerke pro Jahr gebaut werden.

    Diese sind vor allem für Betriebe der Öl- bzw. Gasbranche, aber auch anderer Zweige sowie für die Agrar-und Kommunalwirtschaft bestimmt.

    Mit der Produktion wird sich die Firma OOO (GmbH) Energotechservis beschäftigen, die aktuell der offizielle Distributor und Service-Partner von GE Waukesha ist. Laut Quellen wird sie nach der Vertragsunterzeichnung auch den Vertrieb von Anlagen der GE Jenbacher übernehmen.

    In Russland sind nur wenige westliche Maschinenbauunternehmen vertreten, die hierzulande eigene Betriebe haben, und vor dem Hintergrund der Russland-Sanktionen war das Interesse der Ausländer am russischen Markt sowieso gering.

    Das wohl bekannteste Projekt auf diesem Gebiet ist ein Joint Venture unter Beteiligung von Siemens im Gebiet Leningrad. Aber vor kurzem wurden die Deutschen mit dem Problem Sanktionen konfrontiert, als plötzlich bekannt wurde, dass die dort hergestellten Turbinen auf die Krim geliefert worden waren. Der deutsche Konzern hielt dies für eine Vertragsverletzung seitens seiner russischen Partner, will jedoch nicht auf die Kooperation mit der russischen Kundschaft verzichten.

    Das größte russische Projekt mit GE-Beteiligung ist ein Joint Venture in Rybinsk (Gebiet Jaroslawl), das aktuell jedoch nur teilweise ausgelastet ist. Aber im August wurde das Interesse der Amerikaner an der Produktion von Stromnetzanlagen in St. Petersburg bekannt. Noch ist auf dem russischen Markt seit einer ziemlich langen Zeit die französische Firma Schneider Electric präsent, aber vor kurzem soll sie die Investitionen (bis zu einer Milliarde Rubel) in einen Betrieb in Samara eingestellt haben.

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    Tags:
    Öl, Interesse, Investitionen, General Electric (GE), Russland, USA
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