20:21 19 Oktober 2017
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    Winter is coming - Russische Meteorologen zu Prognose von britischem Kollegen

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    Moskowski Komsomolez
    20159192498

    Der britische Meteorologe James Madden hat den Beginn einer neuen Eiszeit prognostiziert, schreibt die Zeitung "Moskowski Komsomolez" am Dienstag.

    Nach seinen Worten wird der Winter 2017/2018 in der Alten Welt (Europa, Afrika und Asien) enorm kalt und schneereich sein, und zwar wegen des Wetters im Pazifik, wo die Wassertemperatur wegen der Strömung El Niño in letzter Zeit gestiegen ist.

    Ob aber Maddens russische Kollegen mit seiner Theorie einverstanden sind?

    Der britische Wetterforscher erinnerte an das Maunderminimum in den Jahren zwischen 1645 und 1715, als ganz Europa wegen einer Verringerung der Sonnenaktivität gefroren haben soll. Der absolut kälteste war der Winter 1708/1709, als der Boden bis zu einem Meter tief fror und ganze Flüsse und Seen vereisten.

    Auch jetzt ist die Sonnenaktivität ziemlich gering (laut Experten des russischen Instituts für Erdmagnetismus wird die Sonne das Temperaturminimum in zwei bzw. drei Jahren erreichen), wobei aber die Wassertemperatur im Stillen Ozean im Gegenteil plötzlich um ein Grad gestiegen ist.  Unter solchen Bedingungen könnte der jetzige Winter der Beginn einer langjährigen Abkühlung werden, so dass gegen 2030 bzw. 2040 die fünfte Eiszeit beginnen könnte.

    „Die Verbindung zwischen unserem Wetter und dem Zustand des Stillen Ozeans ist sehr eng“, sagte der Laborleiter am Institut für Atmosphärenphysik, Nikolai Jelanski. „Es geht um eine umfassende Zirkulation in der Atmosphäre. Die Energie wird hauptsächlich aus dem äquatorialen Bereich in die höheren Breiten übertragen. Da es sich bei der Atmosphäre um eine Wellenstruktur handelt, wird ein Temperaturanstieg in einer Region auch die Atmosphäre in anderen Regionen beeinflussen“, betonte der Wissenschaftler.

    So steige die Luft wegen der Erwärmung im Pazifik besonders hoch, und die ozonreiche und feuchte Luft bewege sich in die Polargebiete.

    „Dort wird die Luft wieder kalt und bewegt sich zu uns in Form von kalten Zyklonen“, so der Experte. Ob aber dieser Winter kalt sein werde oder nicht, sei schwer zu sagen. „Um eine solche Prognose zu machen, betrachten Klimaforscher normalerweise etwa ein Dutzend verschiedene Klimamodelle und suchen nach besonders relevanten Erscheinungen.“

    Der Leiter des Situationszentrums beim russischen hydrometeorologischen Zentrum, Juri Warakin, machte seinerseits eine klarere Prognose: „Unser Zentrum erwartet keinen sehr kalten Winter 2017/2018.“ Nach seinen Worten finden sich jedes Jahr vereinzelt Spezialisten, die überraschende Prognosen machen. Aber normalerweise gehen solche Prognosen nicht in Erfüllung. Übrigens haben Maddens Vorhersage weder britische noch deutsche, chinesische oder französische Kollegen kommentiert.

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