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    Hillary Clintons Anhängerin bei der Buchpremiere der US-Politikerin

    Clinton wird Demokraten zur Last

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    Die frühere US-Präsidentschaftskandidatin von der Demokratischen Partei, Hillary Clinton, schließt anscheinend immer noch nicht aus, dass die Ergebnisse der Abstimmung im November 2016 doch neu ausgewertet werden, schreibt die Zeitung "Nesawissimaja Gaseta" am Mittwoch.

    „Ich weiß allerdings nicht, welche juristische und legitime Möglichkeiten es dafür gibt“, räumte sie jüngst in einem Rundfunkinterview ein. „Ich glaube aber, dass wir weiterhin Fragen stellen können.“ Ihre Wahlniederlage führte Clinton auf die Aktivitäten von russischen „Trolls“ in sozialen Netzwerken zurück, die vom Wahlstab ihres republikanischen Herausforderers Donald Trump angeheuert worden seien. Außerdem haben ihr zufolge „russische Hacker“ die Server der Demokratischen Partei geknackt.

    „Der einzige Weg, den Clinton gehen könnte, wäre, die Wahlergebnisse vor Gericht anzufechten“, äußerte der Leiter des russischen Zentrums für USA-Forschung „Franklin Roosevelt“, Juri Rogulew. „Die Frage besteht aber darin, welche Beweise sie vorlegen könnte. Ich denke nicht, dass das Gericht bereit wäre, ihr entgegenzukommen, zumal schon fast ein Jahr seit der Wahl vergangen ist.“

    Clintons Behauptungen von der Einmischung Russlands in den US-Präsidentschaftswahlkampf nannte der Experte einen „Mythos“. „In Amerika leben 350 Millionen Menschen; das Land besteht aus 50 Bundesstaaten, und in jedem Bundesstaat gibt es eigene Medien und ein eigenes Format des Wahlverfahrens. Es ist lächerlich, zu behaupten, dass irgendeine Kampagne im Internet (…) die Wahlergebnisse beeinflusst hätte.“

    Clinton hatte ihrerseits in dem Interview auf die Rolle der Firma Cambridge Analytica bei der Datensammlung während der Wahlkampagne verwiesen, die der Familie des Unternehmers und konservativen Aktivisten Robert Mercer gehört.  Nach ihren Worten hatte Cambridge Analytica auch Großbritannien während der „Brexit“-Kampagne geholfen sowie eine der Seiten während der jüngsten Wahl in Kenia unterstützt, deren Ergebnisse später außer Kraft gesetzt worden seien.

    Mercer beeinflusse Präsident Trump und dessen Umfeld sehr stark, zeigte sich Clinton überzeugt. 

    „In Großbritannien wird aktuell ermittelt, wie Mercer mit den Daten arbeitete und wie er Informationen als Wahlkampfwaffe einsetzte“, ergänzte sie. „Das wirft viele Fragen auf.“

    BBC-Reporter Anthony Zurcher stellte fest, dass Clinton mit ihren öffentlichen Aussagen ihren Parteikollegen schade. „Aus der Sicht der Demokraten ist Clinton zu einer Art ‚Gespenst‘ aus der Vergangenheit geworden, das sie ständig an ihr Scheitern erinnert. Clintons jüngste Aussage zeigt: Während die Demokraten an die Zukunft denken, denkt sie immer noch daran, dass die Situation in der Vergangenheit sich anders entwickeln hätte können“, so der Journalist.

    Zuvor hatte auch der Fraktionschef der Demokraten im US-Senat, Chuck Schumer, Clinton aufgerufen, aufzuhören, äußere Kräfte für ihre Niederlage schuldig zu machen. Die Partei sollte sich nach seiner Auffassung nicht auf die Nachteile Trumps sondern auf ihre eigenen starken Seiten konzentrieren. Diese Meinung teilen auch andere Parteimitglieder. „Wir können nicht nur über Russland reden: In Ohio sprechen die Menschen nicht über Russland oder Putin“, sagte das Kongressmitglied Tim Ryan. „Sie denken daran, wie sie ihre Hypothekarkredite tilgen oder wo sie Geld finden, damit ihre Kinder zum College gehen können, oder wie hoch ihre Stromrechnungen sind“, betonte der Parlamentarier.

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    Tags:
    Niederlage, Präsidentenwahl, US-Senat, Demokratische Partei der USA, Hillary Clinton, Russland, USA