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05:37 14 Oktober 2019
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    Russische Truppen in Deir-ez-Zor

    Syrien-Vereinbarungen zwischen Moskau und Ankara sind bedroht

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    Die Deeskalationszonen in Syrien waren Gegenstand eines Telefongesprächs des Präsidenten Russlands und der Türkei, Wladimir Putin und Recep Tayyip Erdogan, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Dienstag.

    Nach der Offensive der Dschihadisten in der Provinz Idlib, auf die die Luftstreitkräfte Russlands und die Armee des Präsidenten Baschar Assad mit erbitterten Angriffen reagierten, steht vor Ankara und Moskau ein neues Problem – das Misstrauen der syrischen Aufständischen. Russland wird vorgeworfen, in Idlib die Opposition, die am Astana-Prozess beteiligt ist, angegriffen zu haben.

    Laut offiziellen Mitteilungen wurden bei dem Telefongespräch der beiden Staatschefs die Ergebnisse des sechsten Syrien-Treffens in Astana besprochen, das am 14. und 15. September stattfand. Allerdings tauchten Probleme um die vierte Zone auf, die in Idlib gebildet werden soll. „Bei Idlib ist die Situation unklar“, sagte der Leiter des Zentrums für islamische Studien des Instituts für innovative Entwicklungen, Kirill Semjonow. „Niemand weiß, was unternommen werden soll, besonders nach der Provokation, die Hayat Tahrir asch-Scham (extremistisch-islamistisches Bündnis verschiedener Milizen, Anm.d. Red.) organisierte“.

    Russland und das Assad-Regime gingen auf diese Provokation ein und versetzten Angriffe gegen alle Gruppierungen, darunter jener, die am Astana-Prozess teilnehmen. So wurden Failak asch-Scham und Ahrar asch-Scham beschossen. Sie mussten eine beschränkte taktische Operation durchführen. Jetzt sei es problematisch, dort eine Sicherheitszone zu bilden.

    Laut dem Experten müssen die Garanten des syrischen Waffenstillstandes nun die Verhandlungen mit den angegriffenen Aufständischen neu starten.

    „Sie sagten natürlich, dass sie sich an den Friedensprozess halten und zu Opfern der Spiele des Anführers von Hayat Tahrir asch-Scham, vor allem einfache Syrer, wurden, doch dabei verneinen sie nicht die Verantwortlichkeit Russlands und der Assad-Kräfte für die Opfer. Es ist unklar, inwieweit die Opposition zum Dialog bereit sein wird. Russland und Syrien werfen diesen Gruppierungen vor,  Hayat Tahrir asch-Scham zu unterstützen“.

    Die Gruppierungen beschuldigen Russland wiederum, dass es chaotische Angriffe gegen alle flog, weshalb zwischen den Seiten nun Misstrauen herrsche.

    Laut dem Politologen Grigori Lukjanow können Putin und Erdogan jedenfalls nur die allgemeinen Prinzipien des Funktionierens der Deeskalationszone in Idlib besprechen. “Die Probleme bei der Regelung dieses Formats betreffen gerade Details, die von Militärexperten beider Länder erörtert werden.“ Auf dem Boden gebe es viele Probleme. Dazu gehöre auch die Situation in Idlib selbst, wo jetzt vorwiegend Hayat Tahrir asch-Scham das Sagen hat, eine radikale Struktur, die sich feindlich sowohl gegenüber Russland, als auch gegenüber der Türkei verhält.

    Zudem seien die Fraktionen der gemäßigten syrischen Opposition nicht stark genug. In den letzten Monaten zeigten sie sich schwächer im Vergleich zu den Radikalen, die die Kontrolle über Verwaltungsorganen und im militärpolitischen Bereich in Idlib und den nahegelegenen Gebieten übernahmen. Unter diesen Bedingungen können diese Gruppierungen den Radikalen nicht eigenständig Widerstand leisten. Die meisten von ihnen wissen, wie man mit den türkischen Sicherheitsdiensten und Militärs kooperiert. Es bestehe die Hoffnung, dass sie mit türkischen Kräften zunächst bei der Errichtung der Pufferzone im Grenzgebiet zusammenwirken und anschließend an der weiteren gemeinsamen Operation zur Befreiung von Idlib teilnehmen, so der Experte.

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    Tags:
    Konfliktregelung, Streit, Deeskalationszonen, Tahrir asch-Scham, Idlib, Russland, Türkei, Syrien