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    Ankunft der Humanitärhilfe nach Donezk (Archivbild)

    Humanitäre Hilfe aus EU rollt wieder im Donbass ein

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    Trotz des Widerstands der estnischen Behörden werden Non-Profit-Organisationen aus diesem Land auch weiterhin humanitäre Hilfsgüter in die Donbass-Region bringen, schreibt die Zeitung "Iswestija" am Dienstag.

    Der Leiter der Organisation „Dobroswet“ (auf Deutsch „Gutes Licht“), Alexej Jessakow, teilte mit, dass in einem Lagerhaus in Tallinn derzeit nahezu 100 Tonnen medizinische Ausrüstung, Haushaltsgeräte und Lebensmittel gelagert werden. Die Entsendung dieser Güter in die Ostukraine wurde Ende Mai eingestellt, und zwar wegen gewisser Einwände der estnischen Steuer- und Zollbehörden.

    Nach seinen Worten geht es um insgesamt vier große Lastwagen, die voraussichtlich ab Oktober wieder in das Donezbecken fahren werden.

    "Wir transportieren praktisch alles außer Medikamente und Lebensmittel. Die Hilfsgüter werden nach Tallinn aus verschiedenen Ländern Europas, darunter aus Holland, Griechenland, Italien, Norwegen, der Slowakei und Finnland, gebracht. Aus Frankreich erhalten wir spezialisiertes medizinisches Zubehör – Tropfer, chirurgische Instrumente. Die humanitären Lieferungen erfolgen durch die russischen Gebiete Pskow und Rostow“, so Jessakow. „Der estnische Zoll selbst hat keine Einwände dagegen, wie wir die Güter aus dem Land ausführen, obwohl sie unsere Lastwagen bis auf die letzte Zahnbürste überprüfen.“

    Allerdings sei im Mai das Bankkonto von „Dobroswet“ gesperrt worden, weil der estnische Steuer- und Zolldienst der Organisation eine falsche Buchhaltung vorgeworfen habe.

    „Wir mussten uns lange mit der Lösung dieses Problems mit den estnischen Behörden beschäftigen. (…) Am Ende wurde unser Konto erst vor wenigen Tagen wieder freigegeben. Außerdem müssen wir ein neues Lagerhaus suchen, denn das jetzige wird von den städtischen Behörden demnächst verkauft“, ergänzte der „Dobroswet“-Leiter.

    Humanitäre Hilfsgüter werden seit 2014 in die Ostukraine befördert. Den größten Beitrag leistet Russland, dessen Zivilschutzministerium in den vergangenen Jahren etwa 69 500 Tonnen humanitäre Güter transportiert hat: Lebens- und Arzneimittel sowie Lehrbücher.

    Auch das Internationale Rote Kreuz beteiligt sich an den Hilfeleistungen für die Donbass-Einwohner. Und in mehreren EU-Ländern sammeln Aktivisten Kleidung und andere Hilfsgüter, die dann ebenfalls in die Ostukraine transportiert werden.

    „Diese Hilfe ist unter anderem aus der Sicht der moralischen Unterstützung wichtig“, sagte der Abgeordnete des Volksrats der Volksrepublik Donezk, Miroslaw Rudenko. „Denn die Aktivisten bringen nicht nur Hilfsgüter, sondern geben damit auch zu verstehen, dass ihre Mitbürger objektive Informationen über die Ereignisse im Donezbecken erhalten. Leider gab es Fälle, als man unter dem Deckmantel der Non-Profit-Organisationen versuchte, Spionage zugunsten der Ukraine zu betreiben. Unter anderem beschäftigte sich eine tschechische Stiftung damit.“

    Laut dem jüngsten UN-Bericht haben die gewaltsamen Auseinandersetzungen in der Ostukraine mindestens 10 090 Menschenleben gefordert. Unter anderem seien 2777 friedliche Zivilisten ums Leben gekommen. Mehr als 23 000 Menschen seien in dieser Zeit verletzt worden.

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    Tags:
    Wiederaufnahme, Lieferungen, humanitäre Hilfe, Estland, Europa, Russland, Donbass, Ukraine