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13:50 13 November 2019
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    In der russischen Teilrepublik Karatschai-Tscherkessien hat eine russisch-pakistanische Übung begonnen, an der etwa 200 Militärs von beiden Seiten teilnehmen, schreibt die Zeitung "Nesawissimaja Gaseta" am Mittwoch.

    Das Manöver „Druschba 2017“ („Freundschaft 2017“) wird bis 4. Oktober dauern. Das Hauptziel ist dabei der Erfahrungsaustausch bei der Bekämpfung des Terrorismus.

    Der Sender „Voice of America“ verwies indes darauf, dass in dieser Woche auch eine pakistanisch-chinesische Übung zu Ende gehe, die fast drei Wochen gedauert habe.  „Die Festigung der politischen, wirtschaftlichen und militärischen Kontakte Pakistans mit China sowie die Entstehung einer Allianz mit Russland passieren vor dem Hintergrund der Spannungen zwischen Islamabad und den USA“, betonte der Sender.

    Eine „Allianz“ zwischen Moskau und Islamabad kommt zumindest vorerst wohl nicht infrage, aber Pakistan spürt tatsächlich einen beispiellosen Druck seitens Washingtons und muss nach „Gegengewichten“ suchen, wobei der Iran, die Türkei und auch Russland als solche dienen. Vor allem ist es aber an Kontakten zu China interessiert, das man in Islamabad als einen „Allwetter-Partner“ bezeichnet.

    In Washington hatte man den Pakistanern auch früher mangelhafte Bemühungen um die Terrorbekämpfung auf ihrem Territorium vorgeworfen. US-Präsident Donald Trump erklärte offen, dass Terroristen aus Pakistan unbehindert nach Afghanistan geraten und dort amerikanische Soldaten töten. Dafür könnte Pakistan den Status des Verbündeten sowie militärische und finanzielle Hilfen verlieren.

    Ob Russland für Pakistan eine Alternative für die USA werden könnte? Vorerst kommt so etwas natürlich nicht infrage.

    „Im vorigen Jahr belief sich der Handelsumsatz zwischen Russland und Pakistan immerhin auf nur 400 Millionen Dollar und geht weiter zurück“, sagte dazu der Pakistan-Experte Sergej Kamenew vom russischen Institut für Orientalistik. „Ein Projekt zum Bau einer Gasleitung zwischen Karachi und Lahor unter Beteiligung Russlands ist ins Stocken geraten. Das Projekt wird auf 2,5 Milliarden Dollar geschätzt, aber über den Preis für die Gasbeförderung konnten sich die Seiten nicht einigen“, betonte Kamenew.

    Allerdings entwickeln sich die politischen und militärischen Kontakte allmählich. In Moskau wird beispielsweise der pakistanische Armeechef Qamar Bajva erwartet. Dieser Besuch könnte Islamabads und Moskaus „Antwort“ auf die jüngste Indien-Reise des US-Verteidigungsministers James Mattis sein.

    Zu den Medienberichten, Russland hätte Hubschrauber an Pakistan geliefert, äußerte Kamenew, dass die diesbezüglichen Angaben widersprüchlich seien.

    „Manche Quellen behaupten, wir hätten (an Pakistan) Mi-35-Hubschrauber geliefert, und manche behaupten, wir hätten sie noch nicht geliefert. Der Konzern ‚Wertoljoty Rossiji‘ (Hubschrauber Russlands) hat Pakistan einen Hubschrauber Mi-171 überlassen, der für die Beförderung von Gütern und für den Transport von Kranken eingesetzt wird.“

    Dabei ist Indien einer der größten Waffenimporteure Russlands. Und die Inder beobachten argwöhnisch die militärischen Kontakte zwischen Moskau und Islamabad. Die Zeitung „Hindustan Times“ schrieb kürzlich, Russland könnte es Indien „übel genommen haben“, dass es die USA und andere westliche Länder nach Militärtechnik gefragt hätte. Deshalb hätten die Russen mit Pakistan einen Deal über den Verkauf von vier Mi-35-Hubschraubern abgewickelt. Islamabad wäre aber auch an Su-35-Kampfjets interessiert, so die Zeitung.

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    Tags:
    Zusammenarbeit, Geopolitik, Manöver, Verteidigungsministerium Russlands, USA, Kaukasus, Russland, Pakistan