21:26 18 Dezember 2017
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    Vor dem Raketenstart auf Baikonur (Archivbild)

    Außerirdische Annäherung: Russland und die USA treffen sich am Mond

    © Sputnik/ Grigorij Syssoew
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    Russland und die USA haben ein Abkommen zur gemeinsamen Entwicklung einer neuen Raumstation in der Mond-Umlaufbahn unterzeichnet. Das berichtet die Zeitung "Kommersant" am Donnerstag. Andere Länder können an dem Projekt teilnehmen, heißt es.

    Das Abkommen für eine Raumstation „Deep Space Gateway“ in der Mond-Umlaufbahn wurde am Mittwoch auf dem Internationalen Raumfahrt-Kongress  in Adelaide unterzeichnet. Der Generaldirektor der russischen Raumfahrtbehörde (Roskosmos), Igor Komarow, erklärte dabei, dass die ersten Module der neuen Station voraussichtlich in den Jahren 2024 bis 2026 ins All transportiert werden.

    „In der ersten Phase werden wir den Orbitalteil bauen, wobei die dabei eingesetzten Technologien auf der Mondfläche  – und später auch auf dem Mars – eingesetzt werden könnten“, betonte Komarow.

    Informationen zufolge haben beide Seiten seit fast einem Jahr an dem Abkommen gearbeitet. Die NASA bestätigte ihrerseits die Unterzeichnung und präzisierte, dass die Entscheidung zum Bau der neuen Raumstation von den gemeinsamen Ansichten der Raumfahrtbehörden beider Länder zeuge.

    Andere Teilnehmer des Projekts könnten China, Indien, Brasilien und Südafrika werden, hieß es. Komarow zufolge wären Russland und die USA damit einverstanden. In dem Abkommen wurden die Beiträge der Beteiligten zum Projekt festgeschrieben. Russland wird danach beispielsweise ein bis drei Module der neuen Raumstation und einen einheitlichen Kopplungsmechanismus bauen, der für Raumschiffe verschiedener Typen geeignet sein wird. Außerdem wäre Roskosmos bereit, eine neue, superschwere Trägerrakete zu entwickeln. Die russische Seite könnte auch die Entwicklung des Wohnmoduls der Raumstation übernehmen, teilte der für bemannte Raumflugprogramme zuständige Roskosmos-Direktor, Sergej Krikaljow, mit.

    Die finanziellen Beiträge der Teilnehmer werden Gegenstand der nächsten Verhandlungsrunde sein. Bei Roskosmos hieß es, dass diverse Staatsunternehmen mit der Regierung über mögliche Finanzierungsquellen verhandeln wollen. Es wird erwartet, dass die meisten Ausgaben auf die Zeit nach 2020 entfallen werden. Höchstwahrscheinlich müsste dafür das Föderale Raumforschungsprogramm korrigiert werden. Roskosmos-Chef Komarow erklärte:

    „Wir hoffen, ein interessantes und wichtiges Programm zu präsentieren. Wir werden beweisen, dass es nützlich wäre, und seine Finanzierung gewährleisten. Wir hoffen auch, externe Finanzquellen zu finden. Aber die wichtigste Aufgabe ist, die staatliche Finanzierung zu sichern.“

    Eine Quelle in der russischen Raketenbranche vermutete, dass dieses Projekt „eine logische Fortsetzung der beim Betrieb der ISS angewandten Technologien sein wird“. „Damit wird Russland für den Transport von Gütern, also für die Raumschiffe und Trägerraketen, sowie für die Lebensversorgung der Station Russland zuständig sein“, so der Insider. „Die Energie und die Kommunikationsmittel wird die NASA auch weiterhin übernehmen.“ Element wie die Manipulatoren-Arme, wie sie auch auf der ISS eingesetzt werden, würden zum Zuständigkeitsbereich Kanadas und der ESA gehören.

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    Tags:
    Raumschiff, Entwicklung, Forschung, Zusammenarbeit, NASA, Roskosmos, Igor Komarow, Mond, USA, Russland
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