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18:50 22 Juli 2019
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    der venezolanische Präsident Nicolas Maduro (L) und Russlands Präsident Wladimir Putin

    Russland hilft Venezuela, den Kopf über Wasser zu halten

    © Sputnik / Michail Klimentjew
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    Nesawissimaja Gaseta
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    Am Donnerstag wird der venezolanische Präsident Nicolas Maduro zu Besuch in Russland erwartet. Als formeller Vorwand dient die Teilnahme an der „Russischen energetischen Woche 2017“ – Venezuela ist immerhin ein Land mit immensen Ölvorräten, wo ein Liter Benzin billiger als ein Liter Trinkwasser ist.

    Aber das wahre Ziel der Moskau-Reise Maduros ist sein Treffen mit dem russischen Amtskollegen Wladimir Putin, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Mittwoch.

    Maduro will sich überzeugen, dass Russland seinen strategischen Partner vor dem Hintergrund der aggressiven Rhetorik Washingtons nicht im Stich lässt.

    Venezuelas Präsident Nicolas Maduro beim internationalen Forum Russische Energiewoche in Moskau
    © Sputnik / Sergey Guneyev
    Der Kreml bemüht sich intensiv um die Unterstützung der Bolivarischen Republik angesichts ihrer zahlreichen Probleme. Unter anderem kündigte Finanzminister Anton Siluanow an, dass Caracas Moskau um eine Umstrukturierung seiner Schulden gebeten habe. „Wir werden versuchen, diese Bitte in kürzester Zeit zu befriedigen, und tun das im Rahmen des Pariser Klubs“, präzisierte der Minister.

    In diesem Fall geht es um eine Umschuldung in Höhe von 2,8 Milliarden Dollar, die im Oktober beglichen werden sollten. Aber das ist nur die Spitze des Eisbergs. Nach Angaben des russischen Oppositionspolitikers Alexej Nawalny belaufen sich Venezuelas Schulden bei Russland auf 8,8 Milliarden Dollar, und der Kreml glaubt nicht daran, dass sie irgendwann getilgt werden. Die erste Umstrukturierung erfolgte Nawalny zufolge 2014 und eine weitere im April 2016.

    Die riesigen Verbindlichkeiten Caracas‘ gegenüber Moskau entstanden vor allem unter dem 2013 verstorbenen Präsidenten Hugo Chavez. Er verhielt sich sehr positiv zu Russland, das er nicht nur als rechtmäßigen Nachfolger der Sowjetunion, sondern auch als ihren ideologischen Nachfolger und Verteidiger aller armen Völker betrachtete, die wegen der Politik der USA leiden mussten. Auch seine russischen Amtskollegen Wladimir Putin und Dmitri Medwedew mochten Chavez.

    Wladimir Putin und Nicolas Maduro (Archivbild)
    © Sputnik / Alexei Druzhinin
    Unter anderem war der damalige venezolanische Chef ein großer Fan von russischen Waffen. Er traf sich beispielsweise mit dem Waffenkonstrukteur Michail Kalaschnikow und kaufte die Lizenz für die Produktion von Kalaschnikow-Maschinenpistolen in Venezuela. Auch importierte Caracas russische hochpräzise Waffen, Kampfjets, Kampfhubschrauber und andere Technik. Allerdings hatte er nie das nötige Geld und musste Kredite nehmen. In den vergangenen Jahren ist dadurch ein „Haufen“ Schulden entstanden.

    Jetzt übt auch Chavez‘ Nachfolger Maduro dieselbe Politik aus.

    Russland zeigt seinerseits großes Interesse am venezolanischen Öl. Seit vielen Jahren beteiligt sich der Staatskonzern Rosneft an der Erschließung der dortigen Vorkommen. Im August bekam er den Zugang zu neuen Ölfeldern für sechs Milliarden Dollar. Wie Rosneft-Chef Igor Setschin offen sagte, „machen wir keine Politik, sondern Business. Wir setzen Förderungsprojekte in Venezuela um und werden das auch weiter tun.“

    Darüber hinaus ist es für Moskau äußerst wichtig, seine Positionen in Südamerika, also im Einflussraum der USA, möglichst zu festigen.

    Es gibt allerdings einen wichtigen Moment: Russland will Venezuela unter keinen Umständen verlassen, aber es müsste das möglicherweise tun, falls Maduro trotz seiner Unterstützung gestürzt wird. Um seine Positionen zu festigen, müsste der Kreml versuchen, auch Kontakte mit den „systematischen“ Oppositionskräften in Caracas anzuknüpfen. Die weitsichtigen Chinesen tun das übrigens schon seit längerer Zeit.

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    Tags:
    Partnerschaft, Unterstützung, Umstrukturierung, Schulden, Besuch, Rosneft, Wladimir Putin, Nicolas Maduro, USA, Venezuela, Russland