09:13 08 April 2020
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    Saudi-Arabiens König Salman ibn Abd al-Aziz Al Saud ist zu einem offiziellen Besuch nach Moskau gekommen. Beide Länder, die in der letzten Zeit viele politische Kontroversen hatten, zeigen ihre Bereitschaft zur Aufnahme engerer Verbindungen, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Donnerstag.

    Experten zufolge ist Saudi-Arabien daran vor allem wegen der geringer werdenden US-Präsenz im Nahen Osten und des wachsenden Einflusses des Irans interessiert.

    Kurz vor dem Besuch des saudischen Königs tagte der Russisch-Saudische Geschäftsrat in Moskau, bei dem vorgeschlagen wurde, die Visaregeln für Geschäftsleute beider Länder zu vereinfachen.

    Die Intensivierung der russisch-saudischen Beziehungen ist am auffallendsten im Bereich Wirtschaft. Russische Experten heben allerdings hervor, dass der wirtschaftliche Aspekt eng mit dem politischen verbunden ist. „Die Saudi-Araber versuchen mit uns die Wirtschaftsverbindungen zu verbessern, weil sie meinen, dass dies bei der Lösung der Probleme helfen wird, die mit der Politik in der Region verbunden sind“, sagte Orientalist Grigori Kossatsch.

    Sie würden beginnen, gegenüber Russland ungefähr so wie gegenüber China vorzugehen. Bekannt sei, dass die saudisch-chinesischen Beziehungen im Wirtschaftsbereich ausgezeichnet seien, obwohl beide Länder ernsthafte politische Kontroversen hätten. Laut dem Experten reicht es für Riad aus, wenn Moskau im Rahmen der Zugeständnisse sich nicht in den Jemen-Konflikt einmischt und seine Neutralität in der Katar-Krise beibehält.

    Der König Saudi-Arabiens, Salman ibn Abd al-Aziz (Archivbild)
    © AFP 2020 / Khalil Mazraawi
    Das Spektrum der gegenseitigen Wirtschaftsbedürfnisse beider Länder ist ziemlich breit. In dem saudischen Papier „Vision des Königreichs 2030“ geht es unter anderem um die Entwicklung der Rüstungsindustrie in Saudi-Arabien, den Bau von Eisenbahnen, die Modernisierung der Häfen, den Weltraum u.a. Russland könnte dabei eine Rolle spielen, indem entsprechende Technologien bereitgestellt und Investitionen in den Bereichen getätigt werden, deren Entwicklung Saudi-Arabien heute braucht. Es gebe bereits Voraussetzungen für diese Schritte, so Kossatsch.

    Der Besuch des saudischen Königs war erst nach zahlreichen Zugeständnissen seitens Moskaus möglich. „Dieser Besuch fand erst statt, nachdem ein gewisser Fortschritt bei der Festsetzung der globalen Ölpreise erreicht und die Rolle Saudi-Arabiens als führende Macht der Region von Wladimir Putin bestimmt wurde. Zudem wurden gegenüber Saudi-Arabien ernsthafte Zugeständnisse gemacht, indem ihnen das Recht gegeben wurde, über verschiedene Gruppierungen in der syrischen Opposition zu verfügen.

    Wir sagen nichts über ihre Handlungen im Jemen. Wir sehen, wie Saudi-Arabien den in Astana begonnenen Prozess unterstützt. Bei der Antwort auf diese Fragen seitens Russlands stimmte es ebenfalls der Idee des Besuchs zu. Wir sind auch an Saudi-Arabien in dem Sinne interessiert, dass sie wohl mehr mit uns in Syrien einverstanden sein werden“, so der Experte. Die Abschwächung der russischen Unterstützung des Iran könnte aber sicher nicht erreicht werden.

    Der Besuch Saudi-Arabiens ist auch fördernd für das Image.

    „Für uns ist es sehr wichtig, das Image des Hauptakteurs im Nahen Osten aufrechtzuerhalten. Die Beziehungen zu Saudi-Arabien spielen dabei die Hauptrolle“, sagte der Experte des Russischen Rats für internationale Angelegenheiten, Juri Barmin.

    „Bislang waren Saudi-Arabien und Russland zwei regionale Mächte, die im Clinch lagen. Das beeinflusste auch negativ das Image Russlands im Nahen Osten. Die letzten Ereignisse, als Saudi-Arabien versuchte, eine neue Herangehensweise an Russland zu finden, spielen eine positive Rolle, weil uns das hilft, das Image einer globalen Macht im Nahen Osten zu projizieren, die die USA ersetzt, nachdem diese ihre Präsenz in der Region optimieren wollten“, so der Experte.

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    Tags:
    Partnerschaft, Investitionen, Besuch, Salman bin Abdulaziz Al Saud, Wladimir Putin, USA, Saudi-Arabien, Russland